Bronzekuckuck

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Bronzekuckuck
Bronzekuckuck (Chrysococcyx lucidus)

Bronzekuckuck (Chrysococcyx lucidus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Gattung: Eigentliche Goldkuckucke (Chrysococcyx)
Art: Bronzekuckuck
Wissenschaftlicher Name
Chrysococcyx lucidus
(Gmelin, 1788)

Der Bronzekuckuck (Chrysococcyx lucidus) ist eine Kuckucksart, die in der Australis vorkommt. Die Art umfasst vier Unterarten: C. l. lucidus, C. l. plagosus (Latham 1801), C. l. layardi (Mathews 1912) und C. l. harterti (Mayr 1932).

Wie alle Arten innerhalb der Gattung der Eigentlichen Goldkuckucke gehört auch der Bronzekuckuck zu den obligaten Brutschmarotzern, der seine Eier ausschließlich in die Nester von Wirtsvögeln legt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bronzekuckuck ist ein kleiner Kuckuck, der etwa 15–17 cm groß wird. Sie wiegen etwa 20 Gramm.[1] Das Männchen der Nominatform ist oberseits grün-braun glänzend, die Unterseiten sind weiß mit dunkler Sperberung. Die Gesichtsseiten sind weißlich mit einer individuell variablen dunklen Fleckung oder gar Sperberung.

Der Geschlechtsdimorphismus ist wenig ausgeprägt, das Weibchen ist oberseits weniger grün-glänzend sondern bräunlich gefärbt.[2] Die anderen Subspezies unterscheiden sich durch verschieden starke Ausprägung des braun-glänzenden Gefieders und unterschiedliche Schnabellänge sowie Körpergröße. Allein das Weibchen der Unterart C. l. harterti besitzt ein auffallendes violett-schimmerndes Kopfgefieder.[3][4] Die Iris ist typischerweise rotbraun, kann aber von einem leichten Braun bis zu einem Gelb variieren. Bei den Jungvögeln ist sie dunkelbraun bis blass grau. Der Augenring ist blass grünlich bis dunkelgrau, bei Jungvögeln ist dieser typischerweise etwas breiter als bei adulten Vögeln.[3]

Der häufigste Ruf des Bronzekuckucks sind mehrfach wiederholte su'wee, su'wee, su'wee-Rufe.[5] Johnsgard vergleicht diese Rufe mit den Pfiffen eines Menschens, der einen Hund versucht herbei zu pfeifen.[6] Diesen Rufen des Bronzekuckucks enden häufig mit einem in der Tonhöhe abfallenden peee-eerr-Triller.[6]

Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit mehreren Arten aus der Gattung der Eigentlichen Goldkuckucke. Der Rotschwanzkuckuck ist etwas kleiner als der Bronzekuckuck und dieser hat einen auffälligen hellen Überaugenstreif.[7] Das Männchen des Kleinen Bronzekuckucks unterscheidet sich vom Bronzekuckuck durch seine sehr auffälligen roten Augen. Das Weibchen dieser Art hat eine braune Iris mit einem gelblichen oder weißen Augenring. Beide Geschlechter sind auf der weißen Körperunterseite etwas feiner gesperbert. Auch beim Männchen des Gould-Kuckucks ist die Iris rot, die Brust ist bei dieser Art rötlich überwaschen.[3]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junger Bronzekuckuck (Chrysococcyx lucidus)
Ausgewachsener Bronzekuckuck
Bronzekuckuck

Die Nominatform C. l. lucidus brütet auf Neuseeland und überwintert auf den Salomonen, Neubritannien und der Insel Woodlark. Während der Brutsaison ist C. l. plagosus auf Tasmanien zu finden, ganzjährig auch in den australischen Bundesstaaten New South Wales und Queensland, sowie entlang der großen australischen Bucht bis nach Perth. Ein weiteres Überwinterungsgebiet dieser Subspezies sind die Kleinen Sundainseln und Neuguinea. C. l. lucidus und C. l. plagosus sind vermutlich nicht ganzjährig allopatrisch verbreitet, in den Überwinterungsgebieten auf Neuguinea und den Salomonen werden teilweise beide Unterarten gleichzeitig gesichtet.[8] Die anderen beiden Unterarten migrieren nicht. Die Unterart C. l. layardi kommt ganzjährig in Neukaledonien und auf verschiedenen Inseln Vanuatus vor. C. l. harterti ist eine endemische Unterart der Rennel-Inseln.[8] Es liegen keine Populationsgrößenschätzungen vor, die Art wird aufgrund der Häufigkeit und der Größe des Verbreitungsgebietes nicht als gefährdet eingeschätzt.[9] In Neuseeland hat der Bronzekuckuck davon profitiert, dass sein dort einziger Wirtsvogel, die Maorigerygone, sich anthropogen überformten Habitaten gut angepasst hat.[10]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bronzekuckuck bewohnt verschiedene Habitate wie Eukalyptus- und Kiefernwälder, offene Graslandschaften, aber auch anthropogen geschaffene Habitate wie Parkanlagen und Gärten. Die Nahrung besteht aus Insekten, vorzugsweise Raupen, die von Blättern gepickt werden. Nach Nahrung wird überwiegend in Baumwipfeln sowie in Büschen gesucht, auf dem Boden ist der Bronzekuckuck nur selten zu beobachten. Oftmals werden auch Insekten von einem Ansitz aus im Flug gefangen.[10]

Wie alle anderen Chrysococcyxarten ist der Bronzekuckuck ein Brutparasit. Zu den Wirtsvögeln zählen verschiedene Acanthiza-, Gerygone- und Sericornisarten. Die Nominatform in Neuseeland parasitiert fast ausschließlich den Maorigerygone, auf den Chatham-Inseln fast ausschließlich den Langschnabelgerygone.[10]

Das Weibchen des Bronzekuckucks legt ihr Ei direkt in das Nest, sie nimmt dann eines der Wirtsvogeleier in den Schnabel und verlässt dann das Nest. Der gesamte Prozess dauert weniger als 20 Sekunden. Die Jungvögel des Bronzekuckucks schlüpfen wegen einer kürzeren Brutzeit früher aus den Eiern als dies bei den Wirtsvogelarten der Fall ist. Die geschlüpften Nestlinge sind zunächst nackt und blind, sie beginnen ab dem dritten Tag Eier und die Nestlinge des Wirtsvogels aus dem Nest zu werfen. Die Nestlingszeit dauert beim Bronzekuckuck zwischen 19 und 22 Tagen, der Wirtsvogel füttert den flügge gewordenen Bronzekuckuck noch bis zu 22 Tagen.[10]

Aus etwa der Hälfte der vom Bronzekuckuck gelegten Eier entwickeln sich flügge werdende Jungvögel.[10]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Friedrich Gmelin beschrieb den Prachtkuckuck unter dem Protonym Cuculus lucidus.[11] Erst später wurde er der Gattung der Chrysococcyx zugeschlagen.

Der Name Chrysococcyx setzt sich aus den griechischen Worten khrusos für Gold und kokkux für Kuckuck zusammen.[12] Das lateinische Artepitheton »lucidus« steht für »hell«.[13]

Der Name der Unterart C. l. harterti ehrt den Ornithologen Ernst Hartert.[4] Das lateinische Wort »plagosus« leitet sich von »plagosus« von »plaga« für »Streifen, Striemen« ab.[14] Das layardi wurde dem englischen Diplomat und Naturkundler Edgar Leopold Layard (1824–1900) gewidmet.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Erritzoe, Clive F. Mann, Frederik Brammer, Richard A. Fuller: Cuckoos of the World (Helm Identification Guides). Christopher Helm Publishers Ltd, London 2012, ISBN 978-071-366-034-0.
  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • Paul A. Johnsgard: The Avian Brood Parasites - Deception at the Nest. Oxford University Press, Oxford 1997, ISBN 0-19-511042-0.
  • Johann Friedrich Gmelin: Systema naturae per regna tria naturae :secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Band 1, Nr. 1. :Impensis Georg. Emanuel. Beer, Leipzig 1788 (online [abgerufen am 22. September 2012]).
  • Ernst Mayr: Birds collected during the Whitney South Sea Expedition. 19, Notes on the bronze cuckoo Chalcites lucidus and its subspecies. In: American Museum Novitates. Nr. 520, 1932 (online [PDF; abgerufen am 22. September 2012]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bronzekuckuck (Chrysococcyx lucidus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erhitzøe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 364.
  2. Erritzoe et al. S. 363f.
  3. a b c Erhitzøe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 363.
  4. a b Ernst Mayr, S. 8
  5. xeno-canto: Tonaufnahmen – Shining Bronze-cuckoo (Chrysococcyx lucidus), aufgerufen am 6. September 2916
  6. a b Johnsgard: The Avian Brood Parasites. S. 232.
  7. Erhitzøe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 357.
  8. a b Erritzoe et al. S. 364f.
  9. Chalcites lucidus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 18. September 2012
  10. a b c d e Erhitzøe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 365.
  11. Johann Friedrich Gmelin, S. 421
  12. James A. Jobling, S. 105
  13. James A. Jobling, S. 232
  14. James A. Jobling, S. 309
  15. James A. Jobling, S. 220