Brotsuppe

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Fränkische Brotsuppe mit Schwarzbrot
Brotsuppe mit Schwarzbrot, Wein und Obers aus Wien
Portugiesische Açorda mit Weißbrot
Acquacotta, eine toskanische Suppe mit Weißbrot
Ribollita, eine toskanische Brot- und Gemüsesuppe
Schlesische Brotsuppe („Wodzionka“)

Brotsuppe ist eine Suppe, deren Hauptbestandteil Brot ist. Sie ist in zahlreichen Ländern bekannt und wird in unterschiedlichen Varianten zubereitet.[1] Sie wird sowohl mit Weiß- als auch mit Schwarzbrot zubereitet.

Ethische Aspekte, Resteverwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brot ist von alters her ein Symbol des Christentums[2][3][4] und sollte nach verbreiteter Meinung nicht weggeworfen werden. Die in früheren Zeiten verbreitete Vorstellung vom sündhaften „Brotfrevel“ wirkt in diesem Zusammenhang noch nach.[5][6][7] Insofern ist die Ansicht, dass die Brotsuppe vorzugsweise mit altbackenen Brotresten zubereitet werden solle, weithin verbreitet.[8]

Fastenspeise, Arme-Leute-Essen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brotsuppe gilt traditionell als Fastenspeise[9][10][11] und als Arme-Leute-Essen.[12] Bevorzugt wurde sie auch in Notzeiten gegessen. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war Brotsuppe in Deutschland ein typisches Alltagsgericht.[13]

Zubereitungsvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Punkto Zubereitung gibt es prinzipiell zwei Hauptvarianten: Wird das Brot in dem einen Falle in ganzen Stücken als Suppenbeilage beigegeben, so ist das Brot in dem anderen Falle in püriertem (passiertem) Zustand Bestandteil der Brotsuppe. Bei letzterer Variante wird das Brot vor dem Pürieren eingeweicht respektive eine Zeit lang gekocht.

Als Grundlage für die Brotsuppe wird von alters her häufig Fleischbrühe oder Gemüsebrühe verwendet.[14][15][16] Als weitere Zutaten werden häufig Zwiebeln und Gewürze wie Majoran, Petersilie, Liebstöckel, Kümmel sowie Muskatnuss verwendet. Legiert wird die Brotsuppe oft mit Ei beziehungsweise Rahm. Darüber hinaus werden der Brotsuppe, je nach Region, auch Zutaten wie Käse, Milch, Tomaten, Paprika oder Pilze beigemengt. Bei rustikalen Varianten werden Zutaten wie Speck oder Grammeln hinzugefügt.[17]

Zur Verfeinerung der Brotsuppe trägt mitunter Wein als Kochzutat bei.[18] Als deftigere Kochzutaten fungieren zuweilen Malz oder Bier.[19][20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helene Brandstätter: Kochen mit Brotresten. Altes Brot und Gebäck schmackhaft verwerten, Leopold Stocker Verlag, Graz 2013, ISBN 978-3-7020-1411-7.
  • Inge Krenn: Traditionelle Küche Waldviertel. Erpfiknödel – Saumaisen – Mohnzelten, Krenn Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-99005-174-0, S. 24–27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brotsuppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Immer rein in die gute Suppe In: Süddeutsche Zeitung. Aus: Heft 48/2012 – Essen & Trinken.
  2. Massimo Montanari: Der Hunger und der Überfluß. Kulturgeschichte der Ernährung in Europa, C.H. Beck Verlag, München 1999 (= Beck'sche Reihe 4025), ISBN 3 406 440258, S. 27f.
  3. Johann Werfring: Unser täglich Brot In: Wiener Zeitung vom 12. Juli 2005.
  4. Brot. Zeichen des Alltags und der Erde Artikel auf dioezese-linz.at
  5. „Brot wegzuwerfen, ist eine Sünde“ Artikel auf nachrichten.at
  6. Johann Werfring: Gedankenkrümel am sündhaften Brotberg In: Wiener Zeitung, 24. Oktober 2013, Beilage „ProgrammPunkte“, S. 7.
  7. Bitte nicht wegwerfen Artikel auf brotexperte.de
  8. Vgl. z. B. Brotsuppe – Leckeres Resteessen zubereiten Artikel auf bunte.de, Online-Version vom 29. Januar 2014
  9. Margret Nußbaum: Herrgotts B'scheißerle Artikel vom 14. März 2014 auf katholisch.de
  10. Aufgezwiebelte Brotsuppe als Fastenspeise Artikel vom 3. März 2017 auf br.de
  11. Suppenkultur Artikel auf kulinarisches-erbe.at
  12. Brotsuppe – Arme Leute Essen, DDR-Rezepte. Brotverwertung in der DDR-Küche aus Großmutters Zeit Artikel auf kirchenweb.at
  13. Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 9.07.04 (Woche 28) bis Freitag, 23.07.04 (Woche 30). 7. Juli 2004, abgerufen am 4. Juli 2016 (Pressemitteilung).
  14. Rosalia Neumann: Die Kunst eine gute Köchin zu werden, Dirnböck Verlag, 3. Aufl., Wien 1853, S. 119f.
  15. Anna Dorn: Neuestes Universal- oder großes Wiener-Kochbuch, Tendler Verlag, Wien 1834, S. 35.
  16. „Suppe mit Sinn“ Artikel auf wienertafel.at
  17. Vgl. u. a. Inge Krenn: Traditionelle Küche Waldviertel. Erpfiknödel – Saumaisen – Mohnzelten, Krenn Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-99005-174-0, S. 24–27.
  18. Johann Werfring: Vinophile Suppen-Vitalisierung In: Wiener Zeitung, 30. März 2018, Beilage „Wiener Journal“, S. 36–37.
  19. Malz-Brotsuppe auf kochbar.de
  20. Bayerische Brotsuppe auf eatsmarter.de