Brozas

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Gemeinde Brozas
Brozas – Iglesia de Santa María la Mayor de la Asunción
Brozas – Iglesia de Santa María la Mayor de la Asunción
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Brozas
Brozas (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: ExtremaduraExtremadura Extremadura
Provinz: Cáceres
Comarca: Tajo-Salor
Koordinaten 39° 37′ N, 6° 47′ WKoordinaten: 39° 37′ N, 6° 47′ W
Höhe: 410 msnm
Fläche: 398,84 km²
Einwohner: 1.911 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 4,79 Einw./km²
Postleitzahl: 10950
Gemeindenummer (INE): 10032 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Brozas

Brozas ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 1.911 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) in der Provinz Cáceres in der Autonomen Region Extremadura im Südwesten Spaniens.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Brozas liegt unweit der Grenze zu Portugal knapp 50 km (Fahrtstrecke) nordwestlich der Provinzhauptstadt Cáceres in einer Höhe von ca. 410 m ü. d. M.[2] Der über die Grenzen Spaniens hinaus bekannte Ort Alcántara ist nur knapp 16 km in nordwestlicher Richtung entfernt. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 635 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1842 1900 1950 2000 2017
Einwohner k. A. 5.143 5.960 2.328 1.911

Der deutliche Bevölkerungsrückgang seit den 1950er Jahren ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust von Arbeitsplätzen zurückzuführen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fruchtbaren aber steinigen Böden der Umgebung lieferten die Grundlage für den Anbau von Weizen und anderen Feldfrüchten für die in früheren Zeiten vorwiegend als Selbstversorger lebenden Einwohner. In der wachsenden Kleinstadt selbst ließen sich sukzessive Händler, Handwerker und Dienstleister aller Art nieder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brozas – bronze- oder eisenzeitliche Stele mit konzentrischen Kreismotiven

Bronze-, eisenzeitliche und römische Kleinfunde wurden in geringer Zahl gemacht; die Gegend gehörte lange Zeit zur römischen Provinz Lusitanien. Die Westgoten hinterließen kaum Spuren. Die Region wurde im 8. Jh. von den Arabern und ihren maurischen Hilfstruppen überrannt; archäologische Zeugnisse fehlen jedoch. Brozas (früher Las Broças) und sein Umland wurden um das Jahr 1213 von den kastilisch-leonesischen Truppen Alfons’ IX. (reg. 1188–1230) aus den Händen der Mauren zurückerobert (reconquista), anschließend dem Alcántara-Ritterorden übergeben und sukzessive von Christen aus dem Norden und von Flüchtlingen aus Al-Andalus wiederbesiedelt (repoblación). Im 15. Jahrhundert gab es in der Gegend wiederholte Auseinandersetzungen zwischen den um Territorialansprüche rivalisierenden Königreichen Kastilien und Portugal, die erst gegen Ende des Jahrhunderts durch die Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón beendet wurden. Unter Karl V. (reg. 1516–1556) erhielt Brozas gegen eine Zahlung von 7500 Golddukaten im Jahr 1537 die Stadtrechte und löste sich somit aus der Abhängigkeit vom Alcántaraorden. Danach setzte ein enormer wirtschaftlicher und demografischer Aufschwung ein, der allerdings durch die Pestepidemie der Jahre 1599 bis 1601 unterbrochen wurde.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal von Santa María la Mayor
  • Brozas beeindruckt durch zahlreiche Kirchen (iglesias), Einsiedeleien (ermitas), Konvente (conventos) und Adelspaläste (palacios) mit steinernen Wappenschilden.
  • Wichtigster Sakralbau der Kleinstadt ist die an der Stelle eines einfachen Vorgängerbaus im 16. Jahrhundert entstandene Iglesia de Santa María la Mayor y de la Asunción (auch La Catedralina = „kleine Kathedrale“ genannt), deren Westportal sowohl Stileinflüsse der Spätgotik als auch der Renaissance zeigt; besonders zu erwähnen sind die Archivoltenbögen mit Engelsfiguren, die die Leidenswerkzeuge Christi in Händen halten. Die Westfassade ist dagegen insgesamt äußerst schmucklos gehalten. Ein weiteres Portal (Portal de la Umbria) zeigt ausschließlich Renaissanceformen und -ornamente. Das dreischiffige, aber gleich hohe Kircheninnere (Hallenkirche) wird von einem spätgotischen Sterngewölbe überspannt. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt der spätbarocke Hauptaltar (retablo mayor).[6][7][8]
  • Unter den Konventen ist insbesondere der des Alcántaraordens (Convento de las Comendadoras de Alcántara) zu erwähnen, der ebenfalls im 16. Jahrhundert erbaut wurde.
  • Aus derselben Zeit stammt der Palacio de los Condes de Canilleros mit einem ungewöhnlichen über Eck gesetzten Wappenschild.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brozas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Brozas – Karte mit Höhenangaben
  3. Brozas – Klimatabellen
  4. Brozas – Bevölkerungsentwicklung
  5. Brozas – Geschichte
  6. Brozas – Kirche Santa María la Mayor y de la Asunción
  7. Brozas – Kirche Santa María la Mayor y de la Asunción
  8. Brozas – Kirche Santa María la Mayor y de la Asunción