Bruce Dern

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Bruce Dern bei den Filmfestspielen von Cannes (2013)
Bruce Dern auf der Comic-Con (2015)

Bruce MacLeish Dern (* 4. Juni 1936 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Schauspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruce MacLeish Dern ist deutscher und schottischer Abstammung. Sein Großvater George Henry Dern (1872–1936) war der Sohn von deutschen Einwanderern aus Hausen bei Gießen. Er amtierte als Gouverneur des US-Bundesstaates Utah und war zwischen 1933 und 1936 amerikanischer Kriegsminister unter Franklin D. Roosevelt. Bruce Derns Patentante war Eleanor Roosevelt.

Dern war von 1957 bis 1959 mit Marie Dawn Pierce und von 1960 bis 1969 mit der Schauspielerin Diane Ladd verheiratet. Die erste Tochter des Paares (* 1961) ertrank im Alter von 18 Monaten, die zweite Tochter Laura Dern (* 1967) avancierte ab den 1980er Jahren mit Filmen wie Blue Velvet, Wild at Heart oder Jurassic Park zum Hollywood-Star. Seit 1969 ist Dern mit Andrea Beckett verheiratet. Er ist passionierter Läufer und absolvierte mehrere Ultra-Marathonläufe.

Bruce Dern war ab 1960 als TV-Darsteller aktiv und spielte bis in die frühen 1970er Jahre regelmäßig kleinere Rollen in bekannten Fernsehserien wie 77-Sunset-Strip oder Bonanza. 1964 debütierte er in zwei Psychothrillern als Filmschauspieler: In Alfred Hitchcocks Marnie verkörperte er einen Seemann, in Wiegenlied für eine Leiche war er als verheirateter Geliebter von Bette Davis zu sehen, dem der Kopf abgehackt wird.

1966 spielte er neben Peter Fonda, Nancy Sinatra und seiner Ehefrau Diane Ladd in dem erfolgreichen Rocker-Film Die wilden Engel, der eine kurzlebige Motorradfilmwelle auslöste. Ab 1967 war Dern ein gefragter Nebendarsteller in zahlreichen Western, in denen er vor allem in Schurkenrollen auftrat (Die Gewaltigen (1967), Wasserloch Nr. 3 (1967), Hängt ihn höher (1968), Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (1969)). Dern trat dabei mehrmals neben John Wayne auf und war einer der wenigen Darsteller, von denen Wayne auf der Leinwand erschossen wurde (Die Cowboys, 1972). 1971 hatte Dern seinen vorerst letzten TV-Auftritt, da er sich danach auf seine erfolgreiche Filmkarriere konzentrierte.

Mit Filmen wie Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß (1969) oder Lautlos im Weltraum (1972) etablierte sich der hochgewachsene Darsteller mit dem blonden Kraushaar als markanter und profilierter Charakterdarsteller des New Hollywood-Kinos. Er spielte häufig exzentrische, psychotische oder neurotische Figuren und wurde von bekannten New-Hollywood-Regisseuren wie Sydney Pollack, Bob Rafelson oder Hal Ashby eingesetzt. Seine Karriere verlief bis Mitte der 1970er ähnlich wie die von Jack Nicholson, mit dem er gut bekannt ist und auch mehrfach zusammenarbeitete, darunter in Drive, He Said (1971) und Der König von Marvin Gardens (1972). Während Nicholson – er hielt Dern für den besten Schauspieler seiner Generation – jedoch zu einem führenden Hollywood-Star aufstieg, konnte Dern ab den 1980er Jahren nur noch selten an frühere Erfolge anknüpfen.

In den 1970er Jahren übernahm Bruce Dern häufig Rollen in kommerziell ausgerichteten Filmen wie Massenmord in San Francisco (1973, als Polizeidetektiv neben Walter Matthau), Schwarzer Sonntag (1977, als Terrorist) oder Driver (1978, erneut als Polizeidetektiv). 1974 war er neben Robert Redford in Der große Gatsby zu sehen. Hier merkten Kritiker an, Dern wäre als Darsteller der innerlich zerrissenen Hauptfigur geeigneter gewesen als Redford, der eher als romantischer Held bekannt war. Eine seiner bekanntesten Hauptrollen spielte Bruce Dern 1976 als Taxifahrer (und erfolgloser Schauspieler) in Alfred Hitchcocks letztem Film, dem komödiantischen Thriller Familiengrab.

1978 war Dern in dem Anti-Vietnamkrieg-Film Coming Home – Sie kehren heim neben Jane Fonda und Jon Voight als verbitterter Militär zu sehen. Für diese Rolle erhielt er seine erste Oscar-Nominierung (der Preis ging an Christopher Walken). Der große Gatsby und Coming Home – Sie kehren heim brachten dem Darsteller außerdem Golden Globe-Nominierungen ein. 1981 übernahm Dern die Hauptrolle in dem Psychothriller Tattoo – Jede große Liebe hinterläßt ihre Spuren (1981), der von der Kritik negativ beurteilt wurde. Auf der Berlinale wurde der Schauspieler 1983 für den Film Saison der Sieger als bester Schauspieler mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Ab Mitte der 1980er Jahre wurde es etwas ruhiger um den bekannten Charakterdarsteller, für den sich im Kino kaum noch profilierte Rollen fanden. Dern übernahm zahlreiche kleinere Parts in Filmen, die bei Kritik und Publikum auf wenig Resonanz stießen, und arbeitet seit 1985 auch wieder als TV-Darsteller. Er ist durchgehend als Schauspieler aktiv (Stand 2017) und jedes Jahr in mehreren Film- oder TV-Produktionen zu sehen. Allein für das Jahr 2017 sind zehn Filme mit Bruce Dern angekündigt.

2012 absolvierte Dern in Quentin Tarantinos Django Unchained einen Kurzauftritt als sadistischer Sklavenhalter. 2013 konnte er wieder einen größeren Erfolg erzielen: Für seine Darstellung des Woody Grant in dem Film Nebraska erhielt er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013 den Preis in der Kategorie Bester Hauptdarsteller sowie eine Nominierung für den Oscar 2014 in derselben Kategorie. Dies ist seine bislang zweite Oscar-Nominierung. Dern wurde dreimal mit dem Golden Globe ausgezeichnet und erhielt zahlreiche internationale Filmpreise.

Im November 2010 wurde Bruce Dern auf dem Hollywood Walk of Fame mit einem Stern in der Kategorie Film (6270 Hollywood Boulevard) ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruce Dern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien