Bruce Dern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bruce Dern bei den Filmfestspielen von Cannes (2013)
Bruce Dern auf der Comic-Con (2015)

Bruce MacLeish Dern (* 4. Juni 1936 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Schauspieler.

Herkunft und Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruce Dern ist deutscher und schottischer Abstammung. Sein Großvater George Henry Dern (1872–1936) war der Sohn deutscher Einwanderer aus Hausen bei Gießen; er war Gouverneur des US-Bundesstaates Utah und zwischen 1933 und 1936 amerikanischer Kriegsminister unter Franklin D. Roosevelt. Bruce Derns Patentante war Eleanor Roosevelt.

Dern war von 1957 bis 1959 mit Marie Dawn Pierce und von 1960 bis 1969 mit der Schauspielerin Diane Ladd verheiratet. Die erste Tochter (* 1960) des Paares ertrank im Alter von 18 Monaten in einem Swimmingpool, die zweite (Laura Dern, * 1967) avancierte in den 1980er Jahren mit Filmen wie Blue Velvet, Wild at Heart oder Jurassic Park zum Hollywood-Star. Seit 1969 ist Dern mit Andrea Beckett verheiratet. Der passionierte Läufer absolvierte bereits mehrere Ultra-Marathonläufe.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruce Dern war ab 1960 Fernsehdarsteller und spielte bis in die frühen 1970er Jahre regelmäßig kleinere Rollen in bekannten Fernsehserien wie 77 Sunset Strip oder Bonanza. 1964 debütierte er in zwei Psychothrillern als Filmschauspieler. In Alfred Hitchcocks Marnie verkörperte er einen Seemann, in Wiegenlied für eine Leiche einen verheirateten Geliebten von Bette Davis, dem der Kopf abgehackt wird.

1966 spielte er neben Peter Fonda, Nancy Sinatra und seiner Ehefrau Diane Ladd in dem erfolgreichen Rocker-Film Die wilden Engel, der eine kurzlebige Motorradfilmwelle auslöste. Ab 1967 war Dern ein gefragter Nebendarsteller in Western, vor allem in Schurkenrollen – unter anderem in Die Gewaltigen (1967), Wasserloch Nr. 3 (1967), Hängt ihn höher (1968) und Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (1969) und mehrmals an der Seite von John Wayne. Er war einer der wenigen Darsteller, von denen Wayne auf der Leinwand erschossen wurde, nämlich in Die Cowboys (1972). Im Jahr davor hatte Dern seinen vorläufig letzten Fernsehauftritt, da er sich nun auf seine mittlerweile erfolgreiche Filmkarriere konzentrierte.

Mit Filmen wie Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß (1969) oder Lautlos im Weltraum (1972) etablierte sich der hochgewachsene Darsteller mit dem blonden Kraushaar als markanter und profilierter Charakterdarsteller des New Hollywood-Kinos. Er spielte häufig exzentrische, psychotische oder neurotische Figuren und wurde von bekannten New-Hollywood-Regisseuren wie Sydney Pollack, Bob Rafelson oder Hal Ashby eingesetzt. Seine Karriere verlief bis Mitte der 1970er in ähnlichen Bahnen wie die von Jack Nicholson, mit dem er gut bekannt ist und auch mehrfach zusammengearbeitet hat, etwa in Drive, He Said (1971) oder in Der König von Marvin Gardens (1972). Doch während Nicholson – er hielt Dern für den besten Schauspieler seiner Generation – zu einem führenden Hollywood-Star aufstieg, konnte Dern ab den 1980er Jahren nur noch selten an seine früheren Erfolge anknüpfen.

In den 1970er Jahren übernahm Bruce Dern häufig Rollen in kommerziell ausgerichteten Filmen wie Massenmord in San Francisco (1973, als Polizeidetektiv neben Walter Matthau), als Terrorist in Schwarzer Sonntag (1977) oder erneut als Polizeidetektiv in Driver (1978). 1974 war er neben Robert Redford in Der große Gatsby in der Rolle des Tom Buchanan zu sehen. Dazu merkten Kritiker an, Dern wäre als Darsteller der innerlich zerrissenen Hauptfigur geeigneter gewesen als Redford, der eher als romantischer Held bekannt war. Eine seiner bekanntesten Hauptrollen spielte Bruce Dern 1976 als Taxifahrer (und erfolgloser Schauspieler) in Hitchcocks letztem Film, dem komödiantischen Thriller Familiengrab.

1978 war Dern in dem Anti-Vietnamkrieg-Film Coming Home – Sie kehren heim neben Jane Fonda und Jon Voight als verbitterter Militär zu sehen. Für diese Rolle erhielt er seine erste Oscarnominierung (der Preis ging an Christopher Walken). Der große Gatsby und Coming Home – Sie kehren heim brachten dem Darsteller außerdem Golden-Globe-Nominierungen ein. In dem Psychothriller Tattoo – Jede große Liebe hinterläßt ihre Spuren (1981), der bei der Kritik durchfiel, übernahm Dern die Hauptrolle. Auf der 33. Berlinale wurde der Schauspieler 1983 für den Film Saison der Sieger als bester Schauspieler mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Ab Mitte der 1980er Jahre wurde es ruhiger um den Charakterdarsteller, für den sich kaum noch profilierte Kinorollen fanden. Dern übernahm nun meist kleinere Parts in Filmen, die bei Kritik und Publikum auf wenig Resonanz stießen, und arbeitete ab 1985 auch wieder als TV-Darsteller.

2012 hatte Dern in Quentin Tarantinos Django Unchained einen Kurzauftritt als sadistischer Sklavenhalter. Im Jahr darauf konnte er wieder einen größeren Erfolg erzielen; für seine Darstellung des „Woody Grant“ in dem Film Nebraska erhielt er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes den Preis für den bester Hauptdarsteller sowie eine Nominierung für den Oscar in derselben Kategorie. Er erhielt zahlreiche internationale Filmpreise und wurde insgesamt dreimal mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Auch mit über 80 bleibt er seiner Schauspielarbeit treu. Jedes Jahr ist er in mehreren Film- oder TV-Produktionen zu sehen, allein im Jahr 2017 wurden zwölf Filme mit Bruce Dern verzeichnet.

Im November 2010 wurde er auf dem Hollywood Walk of Fame mit einem Stern der Kategorie Film (6270 Hollywood Boulevard) geehrt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruce Dern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien