Bruchenbrücken

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Bruchenbrücken
Koordinaten: 50° 18′ 10″ N, 8° 47′ 36″ O
Höhe: 126 (120–135) m ü. NHN
Fläche: 6,37 km²[1]
Einwohner: 1900 ca.[2]
Bevölkerungsdichte: 298 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 61169
Vorwahl: 06031
Karte
Lage von Bruchenbrücken in Friedberg (Hessen)
Der Ort
Der Ort
Evangelische Pfarrkirche

Bruchenbrücken ist ein Stadtteil von Friedberg (Hessen) und im hessischen Wetteraukreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt südöstlich von Friedberg an der Wetter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung wurde bereits vor über 7000 Jahren während der Linienbandkeramik aufgesucht.[3] Bruchenbrücken wurde urkundlich erstmals 1282/83 als „Brugenbrukke“ im Lehensverzeichnis Gottfrieds II. von Eppstein erwähnt, der die Gerichtsbarkeit über Bruchenbrücken innehatte. Um 1297 wird Bruchenbrücken an Ruzo von Ilbenstadt als Lehen gegeben. Nach dem Aussterben der Grafen von Eppstein-Stolberg fiel Bruchenbrücken an das Kurfürstentum Mainz. 1364, nachdem die Falkensteiner die Macht im ehemals münzenbergischen Gebiet, zu dem auch Bruchenbrücken gehörte, errungen hatten, wird Bruchenbrücken als Untergericht in einer Ilbenstädter Urkunde erwähnt. Dem Gericht standen damals als Grefe vor 1384: Cuntze und seit 1409: Hartmann Ripode. Zu dieser Zeit gehörte Bruchenbrücken gemeinsam mit Fauerbach, Ossenheim, Bauernheim Ober-Wöllstadt, Nieder-Wöllstadt und Nieder-Rosbach zur Falkensteiner Grafschaft Assenheim. Mit dem Aussterben der Falkensteiner ging die Herrschaft zunächst auf die Gräfin zu Sayn und Diether zu Ysenburg-Büdingen über, die die Verwaltung zunächst gemeinsam ausübten. Nach der Trennung erhielt Ysenburg-Büdingen den Teil, zu dem auch Bruchenbrücken gehörte, welches ab dann von einem im Schloss Assenheim sitzenden Amtmann der Ysenburger verwaltet wurde. Die nächste schriftliche Erwähnung ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1483 zu finden, die sich mit dem Besitz des Mainzer St.-Alban-Stiftes in Bruchenbrücken befasst.

1555 wurde unter dem Grafen Anton von Ysenburg-Büdingen die Reformation in seinem Herrschaftsbereich und damit auch in Bruchenbrücken eingeführt.[4]

1930 bei der Reichstagswahl bei einer Wahlbeteiligung von 85,28 % verteilten sich die abgegebenen Stimmen wie folgt auf die Parteien: SPD 210, KPD 49, NSDAP 38 und das hessische Landvolk 74.

1931 bei der Landtagswahl: SPD 72, KPD 40, Hessisches Landvolk 31, Sozialistische Arbeiterpartei 129, NSDAP 111, die restlichen Stimmen verteilten sich auf weitere 8 Parteien.

1932 bei der Reichspräsidentenwahl im ersten Wahlgang: Hitler 185, Hindenburg 129, Thälmann 129. Im zweiten Wahlgang Hitler 205, Hindenburg 195, Thälmann 56.[5]

Am 31. Dezember 1971 wurde Bruchenbrücken im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Kreisstadt Friedberg eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat hat acht Sitze. Ortsvorsteher ist Gunther Best (CDU) (Stand 31. Januar 2018).[7]

Ortsspitzname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der volkstümliche Spitzname von Bruchenbrücken ist Bärenschweiz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Rand der Bebauung verläuft die Main-Weser-Bahn. Die Linie S 6 der S-Bahn Rhein-Main, die halbstündlich zwischen Friedberg und Frankfurt Süd verkehrt, hat in Bruchenbrücken einen Haltepunkt. Im Ort kreuzt sich die Landesstraße 3351 mit der Kreisstraße 239. Den Busverkehr betreibt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruchenbrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bruchenbrücken, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Bruchenbrücken im Internetauftritt der Stadt Friedberg, abgerufen im April 2016
  3. J. Lüning (Hrsg.): Eine Siedlung der Ältesten Bandkeramik in Bruchenbrücken, Stadt Friedberg/Hessen. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 39 (Bonn 1997).
  4. Quelle: D. Wolf in Das ist Bruchenbrücken – Eine Dokumentation über den Friedberger Stadtteil Bruchenbrücken/Wetterau im Jahre 1976.
  5. Ackermann, Friedberg-Bruchenbrücken Die Turnhalle von 1926 und Ihre Zeit
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.
  7. Ortsbeirat des Stadtteils Bruchenbrücken In: ratsinfo-friedberg-hessen.de, abgerufen am 20. Februar 2018.