Brummer (Schiff, 1935)

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Brummer p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) / Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Artillerieschulschiff
Klasse Einzelschiff
Bauwerft Deutsche Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft, Bremen
Baunummer 894
Stapellauf 29. Mai 1935
Indienststellung 8. Februar 1936
Verbleib Am 14. April 1940 im Kattegat durch einen Torpedo des britischen U-Boots Sterlet versenkt.
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
112,90 m (Lüa)
108,0 m (KWL)
Breite 13,5 m
Tiefgang max. 4,27 m
Verdrängung Standard: 2.410 ts
Maximal: 3.010 metrische Tonnen
 
Besatzung ca. 220 Mann plus 138 Schüler
Maschinenanlage
Maschine 2 Hochdruckkessel, 2 Getriebeturbinen
Maschinen-
leistung
8000 wPS
Höchst-
geschwindigkeit
23,1 kn (43 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • Artillerie wechselnd, siehe Text
  • Minenwurfvorrichtung (450 Minen)

Die Brummer war ein Artillerieschulschiff der Kriegsmarine.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff lief am 29. Mai 1935 bei der DeSchiMAG in Bremen vom Stapel und wurde am 8. Februar 1936 in Dienst gestellt. Es verdrängte 3.010 Tonnen, war 112,9 m lang und 13,5 m breit, und hatte 4,3 m Tiefgang. Zur Ausbildung von Marineflugabwehrartilleristen vorgesehen, war die Brummer zu verschiedenen Zeiten mit wechselnden Bewaffnungen ausgerüstet. Diese bestanden aus vier bis acht 10,5-cm-Fla-Geschützen in Doppellafetten, die durch eine automatische Kantwinkelsteuerung zur Horizontebene stabilisiert wurden, zwei 8,8-cm-Fla-Geschützen, vier bis acht 3,7-cm-Fla-Geschützen und vier 2-cm-Fla-Geschützen. Dazu kamen bis zu 450 Minen mit den entsprechenden Minenlegevorrichtungen, da die Brummer im Kriegsfall vor allem als Minenleger eingesetzt werden sollte. Die Stammbesatzung bestand aus 215 bis 226 Mann; hinzu kamen bis zu 138 Teilnehmer der Fla-Waffen-Lehrgänge. Das Schiff war mit zwei neuartigen Hochdruckdampfturbinen ausgestattet und diente auch als Versuchsträger für diese Turbinen, die in den neuen Zerstörern Verwendung finden sollten. Auf der Brummer erwiesen sich die Turbinen als sehr zuverlässig, während sie dann auf den Zerstörern für viel Ärger sorgten. Das Schiff hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten und einen Aktionsradius von 2.400 Seemeilen bei 15 Knoten Marschgeschwindigkeit.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildliche Darstellung der Brummer

Nachdem die Brummer vom Frühjahr 1937 an als Teil der Marineflugabwehr- und Küstenartillerieschule in Swinemünde Ausbildungsdienst und Auslandsfahrten in der Ostsee unternommen hatte, wurde sie nach Kriegsbeginn im September 1939 zum Minenlegen in der Ostsee eingesetzt, danach ab Januar 1940 als Handelsstörer ebenfalls in der Ostsee.

Anfang April 1940 wurde das Schiff im Zuge des Unternehmens Weserübung zum Truppentransport nach Norwegen verwendet. Dabei lief die Brummer am 14. April zusammen mit dem Flottenbegleiter F 5 und den Torpedobooten Falke und Jaguar als zweiter Mannschaftstransport mit 812 Mann von Frederikshavn nach Oslo.[1] Auf der Rückfahrt torpedierte das britische U-Boot HMS Sterlet die Brummer, die dabei ihr gesamtes Vorschiff verlor. Nach neun Stunden vergeblicher Rettungsversuche kenterte das Schiff und sank in den Morgenstunden des 15. April 1940.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges, April 1940, eingesehen am 11. Juli 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Spezial- und Sonderschiffe der Kriegsmarine (= Marine-Arsenal mit internationalen Flottennachrichten und Marinerundblick. Bd. 30). Band 1. Podzun-Pallas, Wölfersheim-Berstadt 1995, ISBN 3-7909-0523-2.