Bruno Grimschitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bruno Grimschitz (* 23. April 1892 in Moosburg (Kärnten); † 13. Juni 1964 in Wien) war ein österreichischer Kunsthistoriker und Museumsleiter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grimschitz studierte ab 1910 Kunstgeschichte an der Universität Wien bei Max Dvořák und besuchte das Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Von 1914 bis 1918 nahm er als Frontoffizier am Ersten Weltkrieg teil. 1918 schloss er das Studium mit der Dissertation zum Thema Die künstlerische Entwicklung Johann Lucas von Hildebrandts ab. Seine berufliche Tätigkeit begann er 1919 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien, wo er 1928 Kustos wurde. 1932 folgte die Habilitation an der Technischen Universität Wien und 1937 an der Universität Wien. Von 1939 bis 1945 war Grimschitz Direktor der Österreichischen Galerie. Zudem leitete er 1940–1941 die Gemäldegalerie im Kunsthistorischen Museum. Der Journalist Hubertus Czernin beschrieb die Rolle von Grimschitz in nationalsozialistischer Zeit als einen Hauptakteur bei der Arisierung der privaten Wiener Kunstsammlungen. Entsprechend konnten die von ihm geleiteten Museen den Sammlungsbestand erheblich erweitern. Kunstwerke von so genannter Entartete Kunst verblieben während seiner Amtszeit in den Museen. 1944 erhielt er die Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Wien. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Grimschitz aller Ämter enthoben. Seine Lehrerlaubnis erhielt er 1956 zurück und hatte diese bis 1963 inne. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften, vor allem zum Wiener Barock und zur Kunst des 19. Jahrhunderts in Österreich.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Wiener Belvedere, Hölzel, Wien 1920.
  • Joh. Lucas von Hildebrandts künstlerische Entwicklung bis zum Jahre 1725, Hölzel, Wien 1922.
  • Johann Lucas von Hildebrandts Kirchenbauten, zusammen mit Moritz Dreger, Filser, Augsburg 1929.
  • Das Belvedere in Wien, Wolfrum, Wien 1946.
  • Wiener Barockpaläste, zusammen mit Eva Kraft, Wiener Verlag, Wien 1947.
  • Ferdinand Georg Waldmüller, Welz, Salzburg 1957.
  • Die Altwiener Maler, Wolfrum, Wien 1961.
  • Österreichische Maler vom Biedermeier zur Moderne, Wolfrum, Wien 1963.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isabella Ackerl, Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik. Ueberreuter, Wien 1992, ISBN 3-8000-3464-6.
  • Karl Ginhart, Gotbert Moro (Hrsg.): Gedenkbuch Bruno Grimschitz. Kärntner Museumsschriften, Bd. 44, Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt: 1967.
  • Monika Mayer: Bruno Grimschitz und die Österreichische Galerie 1938-1945. Eine biografische Annäherung im Kontext der aktuellen Provenienzforschung in Gabriele Anderl, Alexandra Caruso (Hrsg.): NS-Kunstraub in Österreich und Folgen, Studien-Verlag, Innsbruck 2005, ISBN 3-7065-1956-9.