Bruno Rossi

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Bruno Rossi

Bruno Benedetto Rossi (* 13. April 1905 in Venedig; † 21. November 1993 in Cambridge, Massachusetts) war ein italienischer Astrophysiker und Elementarteilchenphysiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rossi wurde an der Universität Bologna promoviert und war ab 1928 Assistent an der Universität Florenz. 1932 wurde er Professor für Experimentalphysik an der Universität Padua. Im Jahr 1934 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Als Jude verlor er 1938 seine Professur und ging über Kopenhagen und Manchester in die USA, wo er 1939 Gastwissenschaftler an der University of Chicago war. 1942 wurde er Associate Professor an der Cornell University. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er an der Radarentwicklung am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Radiation Lab und später in Los Alamos am Kernwaffenprogramm (er war Co-Leiter der Gruppe für Detektorentwicklung). 1946 wurde er Professor am MIT, wo er wieder kosmische Strahlung untersuchte und Ende der 1950er Jahre ein Pionier von Raketenexperimenten war, z.B. zur Messung des interplanetaren Plasmas und (als Berater von American Science and Engineering Inc.) entdeckte die erste Röntgenquelle außerhalb des Sonnensystems (Scorpio X-1). 1965 wurde er Institute Professor am MIT. 1970 ging er dort in den Ruhestand und unterrichtete von 1974 bis 1980 an der Universität Palermo.

Rossi erhielt 1987 den Wolf Prize für Physik, 1983 die National Medal of Science, 1963 die Verdienstmedaille der Republik Italien, 1971 den Antonio-Feltrinelli-Preis der Accademia Nazionale dei Lincei, 1976 den Rumford Prize der American Academy of Arts and Sciences und 1970 die Goldmedaille der italienischen physikalischen Gesellschaft. Er war Ehrendoktor von Palermo, La Paz, Durham und Chicago und Ehrenmitglied des Tata Institute of Fundamental Research (1971). Rossi war Mitglied der National Academy of Sciences.

Der Röntgen-Satellit Rossi X-ray Timing Explorer der NASA ist nach ihm benannt. Die American Astronomical Society vergibt ihm zu Ehren den Bruno Rossi Prize und ein Lehrstuhl am MIT ist nach ihm benannt.

Zu seinen Doktoranden gehört Kenneth Greisen.

Ehrungen und Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihm zu Ehren wird der Bruno-Rossi-Preis für Hochenergie-Astrophysik vergeben.

Im Jahr 1934 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[1]

1948 wurde Rossi in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[2]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruno Rossi war in den 1930ern ein Pionier in der Erforschung der Kosmischen Strahlung und war einer der ersten, der kosmische Röntgenstrahlung mit Raketenexperimenten nachwies.

1939 wies er an der Universität Chicago als erster den Zerfall des Myons nach und maß (an der Cornell University) dessen mittlere Lebensdauer.

Rossi entwickelte auch eine Reihe elektronischer Techniken in der Experimentalphysik, z. B. 1930 den Schaltkreise zur Koinzidenzbeobachtung, 1942 den „Time to Amplitude Converter“ und 1943 in Los Alamos mit Hans H. Staub die „Fast Ionization Chamber“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze
Monographien
  • Moments in the Life of a Scientist („Momenti nella vita di uno scienziato“, 1987). Cambridge University Press, Cambridge 1990, ISBN 0-521-36439-6 (Autobiographie).
  • High energy particles. Prentice Hall, New York 1952.
  • Cosmic Rays. McGraw Hill, New York 1964.
  • Introduction to the Physics of Space. McGraw Hill, New York 1970 (zusammen mit Stanislaw Olbert).
  • Optics. Addison Wesley, Reading, Mass. 1957.
  • Alberto Bonetti (Hrsg.): Cosmic ray, particle and astroparticle physics. A conference in honour of Giuseppe Occhialini, Bruno Pontecorvo and Bruno Rossi; Florence, 11.-13. September 1995 (Atti dei convegni Lincei; Bd. 133). Accademia Nazionale dei Lincei, Rom 1997 (in englischer und italienischer Sprache).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruno Rossi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Bruno Rossi bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 23. Juni 2016.
  2. Members of the American Academy. Listed by election year, 1900–1949 (PDF). Abgerufen am 11. Oktober 2015