Bruno Simma

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Bruno Eckard Simma (* 29. März 1941 in Quierschied) ist ein deutscher Völkerrechtler. Er war von 1973 bis 2006 Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und fungierte von 2003 bis 2012 als Richter am Internationalen Gerichtshof.

Leben[Bearbeiten]

Simma schloss 1966 sein Studium der Rechtswissenschaft mit der Promotion an der Universität Innsbruck ab und trat anschließend eine Assistentenstelle an der Innsbrucker Juristischen Fakultät an. 1973 wurde er auf den Lehrstuhl für Völkerrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen, an der er 2006 emeritiert wurde.

Simma war darüber hinaus in der deutschen Diplomatenausbildung tätig und wirkte als Gastprofessor an der Universität Siena und an der University of Michigan Law School sowie als Dozent an der Haager Akademie für Völkerrecht. Seit 1984 ist er Mitglied des Internationalen Sportgerichtshofes. Von 2003 bis 2012 war er Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Im Januar 2012 wurde Simma, zusammen mit dem französischen Völkerrechtler Gilbert Guillaume und dem britischen Juristen Vaughan Lowe, von Slowenien und Kroatien als Schlichter in das Schiedsgericht zur Lösung ihres Grenzstreits berufen. Beiden Parteien war zuvor durch die Europäische Union eine Liste möglicher Kandidaten vorgelegt worden.[1]

Am 5. November 2012 mit Wirkung zum 1. Dezember 2012 wurde Simma zum Mitglied[2] und Vorsitzenden der 1. Kammer[3] des Iran-United States Claims Tribunals ernannt.

Am 4. Februar 2013 wurde er zum Vorsitzenden eines fünfköpfigen Schiedsgerichts im Rahmen des Seerechtsübereinkommens berufen.[4] [5] Zusammen mit Aun Schaukat al-Chasauneh, Elsa Kelly, Thomas A. Mensah und Bernard H. Oxman soll er über einen seerechtlichen Streit zwischen Argentinien und Ghana entscheiden.

Er ist Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.[6]

Bruno Simma ist verheiratet mit Maria Simma.

Werke[Bearbeiten]

  • als Herausgeber: Kommentar zur Charta der Vereinten Nationen, Oxford University Press, 2. Aufl. 2002
  • mit Alfred Verdross: Universelles Völkerrecht. Theorie und Praxis. Berlin, 3. Auflage, 1984

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Fastenrath u. a. (Hrsg.): From Bilateralism to Community Interest. Essays in Honour of Judge Bruno Simma. Oxford University Press, Oxford/New York 2011. ISBN 978-0-19-958881-7

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EurActive, 19. Januar 2012, Grenzstreit Slowenien-Kroatien: Schiedsgericht besetzt
  2. Meldung des Iran-United States Claims Tribunals
  3. Mitglieder des Iran-United States Claims Tribunals
  4. Pressemitteilung Nr. 189 des Internationalen Seegerichtshofs vom 5. Februar 2013 (PDF; 27 kB)
  5. Pressemitteilung des Ständigen Schiedshofs vom 8. August 2013
  6. DGVN Präsidium
  7. APA OTS Vorarlberger Wissenschaftspreis 2005, Amt der Vorarlberger Landesregierung, 24. Jänner 2005
  8. John Masson: Manley O. Hudson Medal Goes to MLaw Prof. Bruno Simma. bei der University of Michigan Law School (law.umich.edu); abgerufen am 29. Dezember 2012

Weblinks[Bearbeiten]