Bruschied

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bruschied
Bruschied
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bruschied hervorgehoben
Koordinaten: 49° 50′ N, 7° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Kirn-Land
Höhe: 409 m ü. NHN
Fläche: 2,67 km2
Einwohner: 306 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55606
Vorwahl: 06544
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 201
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 31
55606 Kirn
Webpräsenz: www.bruschied.eu
Ortsbürgermeister: Thomas Engbarth
Lage der Ortsgemeinde Bruschied im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Bruschied ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirn-Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruschied im Lützelsoon
Wildromantisches Hahnenbachtal

Bruschied liegt im südlichen Hunsrück, westlich des Lützelsoons. Der Lützelsoon-Radweg verläuft durch den Ort. Zu Bruschied gehört der im Hahnenbachtal gelegene Ortsteil Rudolfshaus.

Nachbarorte sind Rudolfshaus (Ortsteil von Bruschied), Schneppenbach, Hennweiler, Hahnenbach, Bundenbach und Sonnschied.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 31. Dezember 2009:[2]

  • Landwirtschaftsfläche: 37,6 %
  • Waldfläche: 45,8 %
  • Wasserfläche: 1,0 %
  • Siedlungs- und Verkehrsfläche: 15,6 %

Geschichte und Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Bruschied gehörte im Mittelalter zu einer größeren Grundherrschaft der Reichsabtei St. Maximin bei Trier, die – neben Bruschied – die Siedlungen Hausen bei Rhaunen, Woppenroth, Blickersau (Wüstung), Kaffeld (Wüstung), Bundenbach und Schneppenbach umfasste und vermutlich dem „Hofe Hausen“ unterstellt war.

Bruschied bildete zusammen mit Schneppenbach eine Gemarkung und taucht erstmals im Jahr 1023 unter dem Namen „Prubesdervot“ in den Güterlisten auf. 1282 heißt es „Probsterade“, 1426 „Proistrot“. Ortsnamenforscher deuten den Namen als „Rodung, die auf Propsteigut angelegt war“.

Der Gemarkungsbezirk der beiden Dörfer war im Mittelalter gleichzeitig „Gerichtsbezirk“, wo Schultheiß und Schöffen innerhalb dieses „Ingerichts“ die niedere Gerichtsbarkeit ausübten. Dieses Ingericht war Bestandteil des Hochgerichts Rhaunen, das sich ursprünglich im Besitz der Wildgrafen befand, und die Blutgerichtsbarkeit einschloss.

Nach dem endgültigen Übergang der Schmidtburg an den Erzbischof und Kurfürsten von Trier gehörten Bruschied und Schneppenbach ab der Mitte des 14. Jahrhunderts zur Herrschaft Schmidtburg, die später das Amt Schmidtburg bildete und bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand. Die Ortsherrschaft über beide Dörfer lag zu gleichen Teilen bei Kurtrier und den Herren von Wiltberg. Im Jahr 1563 wohnten in Bruschied 10 Familien. Davon waren 6 Familien dem Kurfürsten, 4 Familien den Wiltbergern abgaben- und dienstpflichtig.

Kirchlich gehörten Bruschied und Schneppenbach zur Pfarrei Hausen, wo um 1555 die Reformation eingeführt wurde. Da der kurtrierische Amtmann Nikolaus Schenk von Schmidtburg zum neuen Glauben übertrat, mussten auch die Einwohner von Bruschied die protestantische Konfession annehmen. Nach mehrfachem Bekenntniswechsel im Dreißigjährigen Krieg wurden im Zuge der Gegenreformation die Dörfer Bruschied, Schneppenbach und Bundenbach wieder katholisch.

Nach der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1798 kam Bruschied zur neu geschaffenen Mairie de Kirn, der es bis zum Ende der französischen Herrschaft im Jahr 1814 angehörte. Die Gemeinde verblieb auch in der darauffolgenden preußischen Zeit zunächst in diesem Gemeindeverband, der ab 1815 die Bezeichnung „Bürgermeisterei Kirn“ trug. Nach vorübergehender Zugehörigkeit dieser Gebietskörperschaft zum Kreis Simmern und zum Kreis Oberstein wurde Bruschied im Jahr 1817 der zum Kreis Simmern zählenden Bürgermeisterei Gemünden zugeteilt, die später anstelle der bisherigen Bezeichnung die Namen „Amt“ und „Verbandsgemeinde“ erhielt.

Mit der zuletzt erfolgten Gebiets- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde am 8. November 1970 die Verbandsgemeinde Gemünden aufgelöst und Bruschied zusammen mit den Gemeinden Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden in die Verbandsgemeinde Kirn-Land innerhalb des Landkreises Bad Kreuznach eingegliedert.

Unter den Kunstdenkmälern und denkmalgeschützten Gebäuden ist für Bruschied zuerst die katholische Kirche St. Franz Xaver zu erwähnen. Die Kirche wurde 1892/1893 nach Plänen des Freiburger Dombaumeisters Max Meckel an der Stelle einer kleineren Kirche aus dem 18. Jahrhundert als neugotischer, einschiffiger Putzbau mit 5/8-Chor errichtet. Eine umfassende Restaurierung des Kircheninnern erfolgte 1969/1970, die Kirche enthält u. a. mehrere Bildwerke aus der Zeit um 1700.

Weitere denkmalgeschützte Bauten sind in Bruschied die 1699 von einer Bruschieder Bürgerin gestiftete Marienkapelle und ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Wohnhaus an der Oberdorfstraße.[3]

Einwohnerstatistik

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bruschied, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1815 286 1950 304
1835 293 1961 301
1871 291 1970 321
1905 320 1987 301
1939 286 2005 304

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bruschied besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die sechs Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen. Bei den vorhergehenden Wahlen wurden die Ratsmitglieder in einer Mehrheitswahl gewählt.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bruschied
Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein rotes Balkenkreuz, in blauem Feld zwei gekreuzte silberne Dachdeckerhämmer, bekleidet von einer silbernen Dachplatte.“[5]
Wappenbegründung: Das Schildhaupt nimmt Bezug zur ehemaligen Zugehörigkeit zu Kurtrier, Dachdeckerhämmer und Dachplatte verweisen auf die Schiefergruben in der Gemeinde Bruschied.

Der Gemeinderat beauftragte den Grafiker Brust, Kirnsulzbach, einen Entwurf für ein Gemeindewappen zu erarbeiten. In der Sitzung am 11. Oktober 1972 nahm der Rat den vorgelegten Entwurf an.

Nach Zustimmung durch das Staatsarchiv erteilte das Ministerium des Innern in Mainz am 27. November 1972 die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

rekonstruierte keltische Höhensiedlung „Altburg“

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bruschied

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruschied – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistische Mappen, VG Kirn-Land, 2009
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Bruschied – das Gemeindewappen.