Bubenreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bubenreuth
Bubenreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bubenreuth hervorgehoben

Koordinaten: 49° 38′ N, 11° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 4,15 km2
Einwohner: 4612 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91088
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 119
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Birkenallee 51
91088 Bubenreuth
Website: www.bubenreuth.de
Erster Bürgermeister: Norbert Stumpf (CSU[2])
Lage der Gemeinde Bubenreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Bubenreuth ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und gilt als Zentrum des fränkischen Streich- und Zupfinstrumentenbaus.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt an der Regnitz, etwa 4 km nördlich des Zentrums von Erlangen und ist baulich fast damit verschmolzen.

Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Gemeindeteil Bubenreuth.[3]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Baiersdorf, Langensendelbach, Marloffstein, Erlangen und Möhrendorf.

Ein Panorama von Bubenreuth aus dem Nordosten

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal Geigenbau nach 1947, ähnliches Denkmal in Schönbach
Hinweis auf Geigenbau der ehemaligen Schönbacher

Über die Gründung Bubenreuths ist nichts bekannt. Die Bubenreuther Geschichte während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit liegt weitgehend im Dunklen.

In einer Urkunde König Konrads IV. vom 24. November 1243 wird der Ortsname als Bubenrode zum ersten Mal genannt. Das Grundwort -reuth weist auf eine Rodungssiedlung hin. Als Gründer der Siedlung ist eine Person namens Bubo anzunehmen.[4] In der Urkunde wird bezeugt, dass der Bamberger Bischof Heinrich I. von Bilversheim das verpfändete Dorf wieder einlöste. Im Rechtsbuch des Bischofs Friedrich I. von Hohenlohe von 1348 werden in der villa pubenreut zehn zinspflichtige Güter aufgeführt, die dem Domkapitel gehörten. Durch die Angaben im Zins- und Lehensbuch des bambergischen Amtes Büchenbach von 1580 können die damals elf Güter sämtlich entlang der heutigen Hauptstraße lokalisiert werden, die damit die Urzelle des Dorfes bildet.

Nordwestlich davon, jenseits des Entlesbachs, lag Scherleshof. Ob dieser Name einen Einzelhof oder die Wüstung eines unbekannten frühmittelalterlichen Dorfes bezeichnet, ist nicht zu erhellen. Urkundlich erstmals erscheint der Scherleshof im Jahr 1390. Damals erhielt der Nürnberger Burggraf Johann von König Wenzel den Scherleshof als Lehen. Durch diese Belehnung an die Hohenzollern wurde der Hof später Bestandteil des Markgraftums Bayreuth. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Scherleshof immer weiter zersplittert. Heute erinnert nur noch ein Straßenname an ihn.

Im Baiersdorfer Vertrag vom 13. Mai 1524 zwischen Bamberg und dem Markgraftum Bayreuth erhielt dieses die Hochgerichtsbarkeit auch über das eigentliche Bubenreuth, während es weiterhin dem Bamberger Domkapitel zins- und lehenbar blieb. Die niedere Gerichtsbarkeit lag beim Bischof. Kirchlich gehörte Bubenreuth zur Pfarrei Erlangen. Nach der Reformation wurden nur die Bauern auf dem Scherleshof evangelisch, die Besitzer der bambergischen Güter blieben weiterhin katholisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bubenreuth vollständig niedergebrannt. Die letzte Brandstätte wurde erst 1815 wieder bebaut.

Im Jahre 1791 wurde Bubenreuth mit dem Markgraftum Ansbach-Bayreuth preußisch, 1807 fiel es im Frieden von Tilsit an Frankreich. Seit 1810 gehört Bubenreuth zu Bayern.[5]

In der Zeit der Demagogenverfolgung konnten sich die Erlanger Burschenschafter in Bubenreuth unbeobachtet von den Behörden des Staates und der Universität treffen. Bald schon wurden sie deshalb „die Bubenreuther“ genannt. Die Burschenschaft übernahm den Ortsnamen zunächst in latinisierter Form als Bubenruthia, später nannte sie sich Burschenschaft der Bubenreuther. Die Bubenreuther Bauern und die Bubenreuther Studenten sind seitdem zu einer engen Gemeinschaft verwachsen. Seit 1914 gehört der Burschenschaft der Bubenreuther der Landgasthof Mörsbergei.[6] Dort finden auch die Kneipen der Burschenschaft statt, auf dem Anwesen wird die Bubenreuther Kirchweih ausgerichtet, gemeinsam von Bubenreuthern und den Bubenreuther Burschenschaftern.

Einen großen Einschnitt brachte die Ansiedlung der aus Schönbach im Sudetenland vertriebenen Geigenbauer. Als der Gemeinderat beschloss, 2000 Schönbacher aufzunehmen, hatte Bubenreuth lediglich 415 Einwohner.[7] In den Jahren von 1949 bis 1957 wurden in fünf Bauabschnitten rund 500 Wohnungen errichtet. Gleichzeitig entwickelte sich Bubenreuth zum Zentrum der nordbayerischen Musikinstrumentenfabrikation, die sich trotz zunehmender Konkurrenz aus Fernost lange halten konnte; u. a. Framus hatte hier eine große Produktionsstätte. Zudem verfügte Bubenreuth über eine Fachschule für Instrumentenbau.[8] Die Einwohnerzahl stieg von 695 im Jahre 1949 auf heute 4497. Für die wachsende Zahl der Katholiken wurde an Stelle der St.-Josefs-Kapelle von 1927 im Jahr 1967 die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung geweiht. Die Protestanten errichteten 1957 die Lukaskirche, die seit 1999 eine eigene Gemeinde bildet.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.

CSU SPD Grüne FW Gesamt
2008 6 5 - 5 16 Sitze
2014 5 4 3 4 16 Sitze
2020 7 3 4 2 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Norbert Stumpf (CSU), der sich am 30. März 2014 in einer Stichwahl durchsetzte. Am 15. März 2020 setzte er sich mit fast 70 % im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerberinnen durch.[10] Sein Vorgänger war Rudolf Greif (CSU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Schräg links geteilt durch einen mit goldenen Eichenranken belegten schwarzen Balken; oben in Silber eine rote Geige mit schwarzem Griffbrett und schwarzem Saitenhalter, unten in Silber ein schwarzer Pflug. Die Eichenranken beziehen sich auf die Erlanger Burschenschaft der Bubenreuther. Der Pflug steht für den alten Ort Bubenreuth, die Geige für die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Geigenbauersiedlung.[11]

Patenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956 übernahm die Gemeinde Bubenreuth die Patenschaft für die aufgrund der Beneš-Dekrete aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen Deutschen aus der alten Geigenbauerstadt Schönbach (Eger) im Sudetenland.
  • 2016 wurde die Patenschaft mit Luby um eine Städtepartnerschaft erweitert.

Kultur, Religion und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Volkszählung 2011 waren 34,1 % der Einwohner evangelisch, 40,1 % mehrheitlich römisch-katholisch und 25,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[12] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Ende 2017 hatte Bubenreuth 5.039 Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz, davon 36,4 % (1.833) Katholiken, 30,5 % (1.536) Protestanten und 33,1 % (1670) hatten entweder eine andere oder gar keine Religionszugehörigkeit.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bubenreuth liegt unmittelbar am Frankenschnellweg (A 73) und ist von Norden über die Anschlussstelle Möhrendorf/Bubenreuth (AS 30) und von Süden über die Anschlussstelle Erlangen-Nord/Bubenreuth angebunden. Zwischen dem Frankenschnellweg und dem Ort verläuft die Staatsstraße 2244, die alte Bundesstraße 4.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist in das Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg eingebunden. Es existiert eine Station an der Regionalbahnlinie R2 (NürnbergFürthErlangenForchheimEggolsheim).(Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg, KBS 820). Zusätzlich stellen zwei Regionalbuslinien Verbindungen nach Erlangen und einigen weiteren Nachbargemeinden her.

Seit Dezember 2010 ist Bubenreuth ein Haltepunkt der S-Bahn Nürnberg (S1).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben und wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bubenreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Grußwort. Gemeinde Bubenreuth, abgerufen am 31. Mai 2020.
  3. Gemeinde Bubenreuth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 42.
  5. Zum Ganzen: Die Geschichte des Dorfes Bubenreuth 1243 - 1993, Herausgegeben von der Gemeinde Bubenreuth, 1993
  6. Julius Andreae, Fritz Griesbach, Die Burschenschaft der Bubenreuther, Erlangen, 1967
  7. Katja Auer: Als ein 400-Seelen-Dorf 2000 Vertriebene aufnahm. In: Süddeutsche Zeitung vom 6. Mai 2018.
  8. Gerhard J. Oldiges: Vorwort zur 6. Auflage. (1996) In: Franz Jahnel: Die Gitarre und ihr Bau. Erwin Bochinsky, Frankfurt am Main 1963; 8. Auflage 2008, ISBN 978-3-923639-09-0, S. 3 f., hier: S. 3.
  9. B. v. Haller: Bubenreuth im Erlanger Stadtlexikon, W. Tümmels Verlag: Nürnberg 2002, S. 175f.
  10. Wahl des ersten Bürgermeisters
  11. Eintrag zum Wappen von Bubenreuth in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Bubenreuth Religion, Zensus 2011
  13. Bubenreuth Im Überblick Statistik 2017, abgerufen am 18. November 2020