Buch (Gremsdorf)

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Buch
Gemeinde Gremsdorf
Koordinaten: 49° 40′ 57″ N, 10° 51′ 34″ O
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 4,03 km²
Einwohner: 151 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Postleitzahl: 91350
Vorwahl: 09195

Buch ist ein Ortsteil der Gemeinde Gremsdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist von Acker- und Grünland und Seenplatten umgeben. Im Nordwesten liegen die Bucher Weiher, im Westen die Bucher-Weg-Weiher, im Norden der Neuhauser Teich und der Bucher Wald und im Osten die Kirchleitenteiche.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buch entstand wohl im Zuge der Würzburger Kolonisation, die im 10. Jahrhundert in dieser Gegend stattfand, und war wohl Bestandteil einer Schenkung des Kaisers Heinrich II. an das Kloster Michelsberg. 1217 wurde der Ort als „Buche“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Kloster verlieh den Herren von Aisch ein Lehen, zu dem auch Buch gehörte. 1303 wurde den Ministerialen von Nainsdorf als Nachkommen derer von Aisch das Lehen aufgetragen. Mitte des 15. Jahrhunderts bis 1612 waren die Herren von Seckendorff Lehensträger, in Erbfolge dann die Herren von Eyb, die es schließlich 1723 an Wolfgang Christoph Winkler von Mohrenfels verkauften.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Buch 35 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus. Im Schlossbereich hatte das Rittergut Buch Einfangrecht mit Auslieferung an das Centamt. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Buch inne. Grundherren waren das Rittergut Buch (2 Wirtschaftsgüter, 20 Güter, 10 Tropfhäuser, 1 Judenschule) und das bambergische Klosteramt Gremsdorf (3 Sölden).[4]

1802 kamen die bambergischen Güter von Buch an Bayern, 1806 schließlich auch die des Rittergutes. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gremsdorf zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Buch gebildet. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit und Ortspolizei unterstand der gesamte Ort bis 1848 dem Patrimonialgericht Buch.[5] Ab 1862 wurde Buch vom Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Höchstadt (1920–1929: Finanzamt Höchstadt, ab 1929: Finanzamt Forchheim) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Höchstadt, 1880–1959 Amtsgericht Höchstadt, ab 1959 Amtsgericht Forchheim. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,030 km².[6]

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 07: Verputzter Satteldachbau
  • Haus Nr. 08: Scheune
  • Haus Nr. 13: Backofen
  • Haus Nr. 18: Schäferei
  • Haus Nr. 31: Wohnhaus
  • Haus Nr. 37: Verputzter Satteldachbau
  • Haus Nr. 44: Ehemalige Schafscheune
  • katholische Kapelle St. Marien

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1827 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2006
Einwohner 210 277 282 274 249 258 248 251 262 257 241 225 213 216 229 226 228 202 189 311 272 248 207 214 151
Häuser[7] 41 44 42 40 39 46 42
Quelle [8] [9] [9] [9] [9] [10] [9] [11] [9] [9] [12] [9] [9] [13] [9] [9] [9] [14] [9] [9] [9] [15] [9] [6] [16] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist heute gemischt katholisch und evangelisch. Die römisch-katholischen Einwohner sind nach St. Ägidius (Gremsdorf) gepfarrt, die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession nach St. Matthäus (Neuhaus).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2240 verläuft nach Gremsdorf zur Bundesstraße 470 (2,2 km nordwestlich) bzw. nach Klebheim (3,7 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Poppenwind (1,8 km südwestlich) bzw. nach Neuhaus zur Kreisstraße ERH 16 (1,5 km nordöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Krausenbechhofen (1,3 km westlich).[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 334 (Digitalisat).
  2. a b Buch im BayernAtlas
  3. F. Krug (Hrsg.), S. 105f. = G. Daßler (Hrsg.), S. 55.
  4. H. H. Hofmann, S. 61. Dort sind fälschlicherweise 38 Anwesen angegeben.
  5. H. H. Hofmann, S. 128.
  6. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 677 (Digitalisat).
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  8. Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Geographisch-statistische Beschreibung des Ober-Mainkreises. J. Dederich, Bamberg 1827, S. 131 (Digitalisat).
  9. a b c d e f g h i j k l m n o p Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 145, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 873, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1045, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 989 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1037 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1071 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 921 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 173 (Digitalisat).