Bucha (bei Jena)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bucha
Bucha (bei Jena)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bucha hervorgehoben
Koordinaten: 50° 53′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Südliches Saaletal
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 21,02 km2
Einwohner: 1135 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07751
Vorwahl: 03641
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 008
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 23
07768 Kahla
Webpräsenz: www.vg-suedliches-saaletal.de
Bürgermeister: Lutz Redlich
Lage der Gemeinde Bucha im Saale-Holzland-Kreis
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Über dieses Bild

Bucha ist eine Gemeinde im Süden des Saale-Holzland-Kreises, westlich von Jena, und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal. Zur Gemeinde Bucha gehören die Ortschaften Schorba, Pösen, Oßmaritz, Coppanz und Nennsdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Belege werden einem Dokument vom 4. April 1290 zugeteilt.[2] Der Ortsname Bucha leitet sich wahrscheinlich von dem germanischen Buchaha – „Wasserlauf zwischen Buchen“ ab.

Der Ort war seit dem Hochmittelalter Sitz eines Pfarrsprengels, eine wissenschaftlich belegte Namensliste der Buchaer Pfarrer reicht bis weit vor die Einführung der Reformation zurück.[3]

Im Zuge des Landesausbaus könnte der Ort in Besitz der Herren von Lobdeburg gekommen sein. Im 14. Jahrhundert dehnten die Wettiner ihren Machtanspruch auf die „Pflege Burgau“ aus, zu der auch der Ort Bucha zählte. Eine Pflege war eine besondere Rechtsform der Kirchen- oder Landesverwaltung. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts existierte Bucha als Weiler, der heutige Ort Bucha bildete „Oberbucha“, der in Richtung Oßmaritz gelegene Teil „Niederbucha“, heute eine Wüstung. Das bislang älteste noch erhaltene Verzeichnis der Einwohner der beiden Orte geht auf das erste Drittel des 15. Jahrhunderts zurück.[4] Die landesherrschaftliche Verwaltung erfolgte über das „Amt Burgau“ im Herzogtum Sachsen-Weimar, es wurde dann Teil des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Nach der Fürstenabdankung wurde Bucha dem Landkreis Stadtroda zugeteilt.

Bei den Kampfhandlungen im April 1945 wurde Bucha von amerikanischen Soldaten besetzt, die eine Artilleriestellung auf den Buchaer Höhen einrichteten, um das Stadtzentrum von Jena unter Beschuss zu nehmen.

Nach 1945 gehörte Bucha zum thüringischen Landkreis Jena und später zum Bezirk Gera. Von der LPGErnst Thälmann“, mit Sitz in Bucha, wurde ein Großteil des westlichen Landkreises Jena-Land bewirtschaftet. Seit 1994 gehört Bucha zum Saale-Holzland-Kreis.

Kirche in Bucha

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelisch-lutherische Kirche St. Michaelis ist mit einer Orgel aus der Werkstatt Heerwagen ausgestattet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bucha ist über die Anschlussstelle Bucha der unmittelbar südlich des Ortes verlaufenden Bundesautobahn 4 zu erreichen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über zwei Gewerbegebiete. Das Wohnen in der Gemeinde Bucha ist geprägt durch Gehöfte und landwirtschaftliche Anwesen. Das erste Neubauwohngebiet „Über dem Dorfe“ mit ca. 11 ha ist fast vollständig bebaut.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2013 wurde der Diplom-Physiker Dr. Lutz Redlich mit 96,2 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: „Gespalten von Silber und Grün; vorn ein gestürztes grünes Buchenblatt aus einem querliegenden Zweig wachsend, hinten fünf gestürzte silberne Buchenblätter, ebenfalls aus einem querliegenden Zweig wachsend.“

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Schriftsteller Reinhard Goering beging am 4. November 1936 in der Nähe von Bucha Selbstmord.
  • Die ehemalige Leichtathletin und Olympiasiegerin Petra Felke-Meier wohnt in Bucha.
  • Die ehemalige Leichtathletin, Olympiasiegerin im Speerwerfen, ehemalige MdB und jetzige MdL im Thüringer Landtag Ruth Fuchs wohnt in Bucha.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Karl H. Lampe (Hrsg.): Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen (= Thüringische Geschichtsquellen. NF Bd. 7 = Bd. 10, ZDB-ID 548596-4). Band 1. Fischer, Jena 1936, Nr. 482.
  3. Kurt Zahn: Die Pfarrer der Superintendentur Jena von den Anfängen bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (= Schriftenreihe der AMF. 68, ZDB-ID 2380765-9). 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2. Nachdruck der überarbeiteten und wesentlich ergänzten Auflage. Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung, Kleve 2006.
  4. Andrei Zahn: Die Einwohner der Ämter Burgau, Camburg und Dornburg. Ein Beteregister aus der Zeit um 1421–1425 (= Schriftenreihe der AMF. 55). Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung, Mannheim 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bucha (bei Jena) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien