Buchenau (Eiterfeld)

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Buchenau
Gemeinde Eiterfeld
Koordinaten: 50° 46′ 53″ N, 9° 45′ 56″ O
Höhe: 266 m ü. NHN
Fläche: 15,84 km²[1]
Einwohner: 406 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36132
Vorwahl: 06672
Luftbild Buchenau
Luftbild Buchenau

Buchenau ist ein Ortsteil der Großgemeinde Eiterfeld im osthessischen Landkreis Fulda und hat rund 400 Einwohner. Buchenau liegt in einem Tal am nördlichen Rand der Rhön. Durch den Ort fließt die Eitra, ein Nebenfluss der Haune, die in Bad Hersfeld in die Fulda mündet. Drei Schlösser, eine historische Kirche und zahlreiche Fachwerkhäuser prägen das Gesicht dieses Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

948 wird Buchenau erstmals in einer Urkunde von Otto I. erwähnt als Buochon. 1217 erscheint erstmals der Name Buchenau als Sitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes. Die Ritterschaft von Buchenau, die unter Eberhard von Buchenau im späten Mittelalter ihren Höhepunkt erreicht hatte, starb 1815 durch den Selbstmord des 18-jährigen Ludwig Karl von Buchenau im Mannesstamm aus. 1572 erfolgte der Bau des Spiegel-Schlosses durch Eberhard von Buchenau und 1578 ließ Conrad Hermann von Buchenau das Seckendorff-Schloss erbauen. Beide Schlösser liegen zusammen innerhalb eines Wallgrabens und einer doppelten Mauer und werden als „Alte Burg“ bezeichnet. 1611 bis 1618 wurde das Schloss Buchenau erbaut. Die heute gebräuchlichen Namen der drei Buchenauer Schlösser (Spiegel-Schloss, Seckendorff-Schloss und Schenck-Schloss) stammen jeweils von den ehemaligen bzw. jetzigen Besitzern.

Buchenau wurde um das Jahr 1555 protestantisch. Als 1629 der fuldaische Abt Bernhard Schenk von und zu Schweinsberg die katholische Kirchenverfassung wieder einsetzen wollte, protestierte die Familie von Buchenau und floh vorübergehend nach Bad Hersfeld. Hierdurch blieb Buchenau protestantisch, obwohl im dann wieder katholischen Klostergebiet gelegen.

Am 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Buchenau in die Gemeinde Eiterfeld eingegliedert.[3]

Das Gericht Buchenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das "Gericht Buchenau" bezeichnet die Herrschaft der Herren von Buchenau mit dem Schloss Buchenau im gleichnamigen Ort. Das Gericht stand unter der Grundherrschaft des Klosters Fulda und umfasste neben Buchenau die Orte Bodes, Branders, Erdmannrode, Fischbach, Giesenhain und Soislieden.[4]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ev. Kirche von 1573
Luftaufnahme Schloss Buchenau
Das Generalshaus
Seckendorffschloss Buchenau

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche ist 1568 bis 1573 durch Eberhard von Buchenau erbaut worden. Es handelt sich um einen schlichten Saalbau mit Chorturm mit einer Turmhaube von 1820. Die Innenraumgestaltung stammt aus der Zeit von 1800 und ist mit dreiseitigen, zweigeschossigen Emporen ausgestattet. Erwähnenswert sind zwei Holzreliefs von einem Altarschrein, mehrere Grabdenkmäler im Chor aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie die Orgel von 1787. Die Evangelische Kirchengemeinde wird durch Pfarrer Karl Josef Gruber betreut.

Schloss Buchenau, auch Schenckschloss genannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Schenkschloss handelt es sich um einen zweiflügeligen Schlossbau im Weserrenaissancestil. Erbaut wurde das Schloss 1611 bis 1618 von Georg Melchior von Buchenau (mit Frau Agnes von Schwalbach). 1694 erwarb die Familie von Schenck zu Schweinsberg das Schloss und wohnte darin bis 1912.

Generalshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Generalshaus ist ein im Jahre 1550 erbautes Fachwerkhaus und war unter anderem einmal die Renterei für das Schenckschloss. Vermutlich wurde das Haus von Georg von Buchenau (1535 bis 1563) und seiner Frau Susanne von Mansbach erbaut. Ein Eckstein ist mit dem Wappen von Buchenau und dem Wappen von Mansbach versehen. Ein Turm wurde 1904 als Kopie des Turmes auf der Wartburg in Eisenach gebaut. Das Sandsteinportal ist mit den Allianzwappen von Buchenau und der von Schenck zu Schweinsberg versehen. Das Generalshaus ist das Haupthaus des Bereiches 'Obere Burg'. Seinen Namen hat es von einem General der Schenck zu Schweinsberg.

Spiegelschloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiegelschloss ist ein zweiflüglicher Schlossbau im Renaissancestil und liegt direkt neben dem Seckendorffschloss. Um den zurzeit fortschreitenden Verfall des Schlosses zu stoppen, wären dringend bauliche Maßnahmen erforderlich. Nachdem 1694 bis 1710 das Schloss an die Familie von Boyneburg verkauft wurde, erbten es zwei Generationen weiter die Familie von Warnsdorf. Wieder zwei Generationen weiter erbten es die Familie von Spiegel. 1878 kaufte es dann die Familie von Seckendorff. Inzwischen ist es wie das Seckendorffschloss an die Familie von Rotenhan weiter vererbt worden.

Seckendorffschloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde in mehreren Jahrhunderten errichtet bzw. angebaut und bietet heute einen sehr gemischten Baustil. Der letzte größere Anbau stammt aus der Renaissancezeit, aber man erkennt auch noch gut die ursprüngliche Burg. Nach Osten wurde an einen bestehenden Turm ein Weiterer angebaut. Beide Türme sind rechteckig und vermutlich 1578 durch einen Stein-/Fachwerkbau zum heutigen Aussehen ergänzt worden. Nach dem Ableben von Sigmund & Ursula von Seckendorff wurde das Schloss an die Enkelin vererbt. Somit ist das Schloss heute im Besitz der Familie von Rotenhan.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Buchenau
  • Gemischter Chor Buchenau
  • Schützenverein Buchenau-Giesenhain
  • Sportverein SG Buchenau
  • Wir in Buchenau im Eitratal (Heimatverein)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Mott: Spiegel-Schloß als „Kummerprojekt“ / In Buchenau: Zeitzeugen fuldischen Uradels / Kostspielige Notsicherung: Fördermittel von fast 700 000 Mark investiert, in: Fuldaer Zeitung, 9. Nov. 1995, S. 16 (Serie: DENK-mal!).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Buchenau, Landkreis Fulda“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 12. März 2015)
  2. Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda, abgerufen im September 2015.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 400.
  4. Buchenau, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL); abgerufen am 1. Mai 2015 (Stand: 23. Januar 2015).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]