Buchenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Buchenberg
Buchenberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Buchenberg hervorgehoben

Koordinaten: 47° 42′ N, 10° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 893 m ü. NHN
Fläche: 58,15 km2
Einwohner: 4165 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87474
Vorwahlen: 08378, 07569, 08370
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 117
Marktgliederung: 50 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathaussteige 2
87474 Buchenberg
Website: www.buchenberg.de
Erster Bürgermeister: Toni Barth (CSU)
Lage des Marktes Buchenberg im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Buchenberg von Südwesten

Buchenberg ist ein Markt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchenberg liegt in rund 900–1100 m Höhe in der Region Allgäu im Allgäuer Seenland. Dort befindet es sich östlich der Adelegg. Die westlichen, abseitigen und nur kleinen Gemeindeteile Kreuzthal und Eschachthal werden vom Oberlauf der Eschach durchflossen. Nordwestlich der Kerngemeinde befindet sich der Kürnacher Wald mit dem Ursersberg (1129 m ü. NHN), westlich der Buchenberger Wald mit dem 1000 m hoch gelegenen Eschacher Weiher und dem nahen Hohenkapf (1122 m), südlich der Wirlinger Wald. Nördlich des Zentrums, fast auf direktem Weg zwischen Buchenberg und Wiggensbach liegt der 1072 m hohe Blender.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 50 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Buchenberg liegt das seit 1959 ausgewiesene NaturschutzgebietRohrbachtobel im Wirlinger Forst“, nördlich das 1966 ausgewiesene Naturschutzgebiet „Hölzlers Tobel“.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altusried Wiggensbach Kempten (Allgäu)
Leutkirch im Allgäu Nachbargemeinden Waltenhofen
Isny im Allgäu Weitnau

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Antike war die Gemarkung besiedelt. Der Burgus Ahegg ist ein kleiner römischer Militärstandort, der als spätantiker Wohn- und Wachturm für die Kontrolle eines Abschnitts der Reichsgrenze entlang des Donau-Iller-Rhein-Limes (DIR) zuständig war. Durch den heutigen Ort Buchenberg selbst führte die Römerstraße Kempten–Bregenz, an deren Verlauf im heutigen Ortsgebiet ebenfalls ein Wachposten mit Turm errichtet worden war – der Burgus Buchenberg. Seine Grundmauern sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die Fundamente der Christi-Ruh-Kapelle in der Römerstraße. Bei den Weilern Klamm und Kenels finden sich weitere, sichtbare Zeugnisse des antiken Verkehrsweges.

Im Jahr 1275 findet sich die nachweislich erste Erwähnung des Ortes „Buchiberg“ als Pfarrei in der liber decimationis. Am 17. März 1460 kam es zwischen Schweizer Söldnern und 1300 Soldaten des Kemptener Fürstabtes zur Schlacht am Buchenberg. 1485 erhielt der Ort das Marktrecht, Buchenberg war vor 1803 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte seit jeher zum Fürststift Kempten.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. 1818 entstand mit dem Bayerischen Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde.

Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach jahrelangen Bemühungen erhielt Buchenberg am 18. November 1929 die Genehmigung, sich offiziell Markt nennen zu dürfen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1963 erfolgte die Eingliederung von Teilen der Gemeinde Rechtis (Hochberg und Tobelssäge). Am 1. April 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Kreuzthal eingemeindet.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1821 ist die katholische Pfarrei dem Bistum Augsburg zugeordnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 20 Jahren von 1988 bis 2008 wuchs die Gemeinde um 412 Einwohner bzw. um rund zwölf Prozent. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3546 auf 4150 um 604 Einwohner bzw. um 17 %.

  • 1961: 2553 Einwohner
  • 1970: 2680 Einwohner
  • 1987: 3358 Einwohner
  • 1991: 3840 Einwohner
  • 1995: 3999 Einwohner
  • 2000: 3968 Einwohner
  • 2005: 3948 Einwohner
  • 2010: 3945 Einwohner
  • 2015: 4046 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit März 2004 Toni Barth, er wurde Nachfolger von Ernst Windmüller (* 12. April 1944) (Freie Wählerschaft). Am 14. März 2010 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, am 6. März 2016 wurde er für eine dritte Amtszeit mit 55,62 % der Stimmen bestätigt; die Wahlbeteiligung betrug 62,13 %.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahl am 15. März 2020 hatte folgendes Ergebnis:

Partei/Gruppierung Sitze Stimmenanteil
Christlich-Soziale Union in Bayern 6 34,53 %
Freie Wählergemeinschaft 4 27,52 %
Bündnis 90/Die Grünen 4 24,46 %
Wahlgemeinschaft Kreuzthal 2 13,49 %

Gegenüber der Wahl vom 16. März 2014 erreichte Bündnis 90/Die Grünen einen Sitz mehr. Die SPD, bisher mit einem Mandat vertreten, bewarb sich nicht mehr, die anderen Wahlvorschläge errangen die gleichen Anzahl an Sitzen wie vor sechs Jahren.[4]

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.646.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 138.000 €.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Buchenberg
Blasonierung:Geteilt von Rot und Blau, darauf schräg gekreuzt eine silberne Hellebarde und ein silbernes Schwert.“[5]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchenberg hat seit 1997 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Craon (Mayenne). Der Deutsch-Französische Freundeskreis Buchenberg e.V. und das Comitee de Jumelage Craon-Buchenberg pflegen die aktive Partnerschaft. 2007 konnte mit Festakten in Buchenberg und in Craon das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • historisches Theater Buchenberg
  • Langlauf Ski-Voralpenmarathon
  • historische Tage
  • Marktfest in Buchenberg
  • Eschacher Dorffest

Heimatmuseum Buchenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Eschacher Straße gleich neben dem Landgasthaus Sommerau liegt das kleine Heimatmuseum der Marktgemeinde. In ehrenamtlicher und zeitaufwändiger Arbeit wurde von 1986 bis 1993 durch den Heimatgeschichtlichen Verein Buchenberg e. V. aus einem verfallenen Kleinbauernhaus das heutige Museum errichtet. Dieses Haus ist zwar kein typisches Allgäuer Bauernhaus und es wurde auch erst 1924 erbaut, aber es war das einzige Haus, das überhaupt in gemeindlichem Besitz war und für einen Museumzweck in Frage kam.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 614 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1491 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 877 Personen größer als die der Einpendler. 48 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 77 landwirtschaftliche Betriebe.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Drei Kindertageseinrichtungen, darunter der Waldkindergarten Allgäuer Waldwichteln. Die Kitas haben zusammen 204 genehmigte Plätze und betreuen 194 Kinder, darunter 39 Kinder unter drei Jahren
  • Grundschule und Mittelschule mit zusammen 16 Klassen und 320 Schülern[8]
  • Freie Schule Albris: mit 14 Klassen und 321 Schülern

Zen-Kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 besteht in Buchenberg-Hölzlers ein Zen-Kloster, das Daishin Zen Kloster. Es steht in der spirituellen Tradition des Rinzai-shū mit einem eigenen Zendo, in welchem regelmäßig Zazen und andere Meditationsformen angeboten werden. Die weitläufige Gartenanlage lädt zum Kinhin, zum meditativen Gehen in der Stille ein.[9]

Isny-Bähnle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1909 bis 1984 lag Buchenberg an der Bahnstrecke Kempten–Isny. Bekannt als Isny-Bähnle durch den Kultfilm „Wallers letzter Gang“ (u. a. Regie: Christian Wagner). Der Bahnhof steht heute noch am jetzigen Rad- und Wanderweg, der Teil des Allgäu-Radwegs ist.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Albrecht (* 1. September 1961), Fußball-Schiedsrichter, FIFA-Schiedsrichter 1992–2003
  • Andreas Föhr (* 21. Mai 1958), Jurist, Schriftsteller und Drehbuchautor
  • Gallus Zeiler (* 10. Mai 1705; † 7. Januar 1755), Abt zu Füssen, Musiker und Komponist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Buchenberger Geschichtshefte Nr. 1–5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Buchenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Buchenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Buchenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 496.
  4. Quelle: Markt Buchenberg
  5. Eintrag zum Wappen von Buchenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Kirche St. Magnus, abgerufen auf pg-amblender.de am 29. Dezember 2015
  7. Heimatgeschichtlicher Verein Buchenberg, Georg Singer, Museumsführer
  8. Website der Grund- und Mittelschule Buchenberg: Die Grund- und Mittelschule Buchenberg stellt sich vor (Memento vom 27. November 2013 im Internet Archive)
  9. Daishin Zenkloster Buchenberg, abgerufen am 30. Mai 2015