Bucherer Gruppe

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Bucherer AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1888
Sitz Luzern, Schweiz
Leitung Guido Zumbühl (CEO), Jörg G. Bucherer (VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 1500 (2013)
Umsatz 750 Mio. Schweizer Franken (Schätzung 2011)[1]
Branche Uhren, Schmuck
Website www.bucherer.com

Bucherer Gruppe ist ein Konzern der Uhren- und Schmuckbranche mit Sitz in Luzern. Die Gruppe befindet sich in dritter Generation in Familienbesitz und beschäftigt nach eigenen Angaben 1500 Mitarbeitende,[2] nach anderen Angaben 1200 Mitarbeitende.[1]

Die Gruppe führt unter eigenem Namen 33 Uhren- und Schmuckfachgeschäfte in der Schweiz, in Deutschland, London, Wien, Paris und Kopenhagen. Die zur Gruppe gehörende Bucherer Montres S.A. produziert unter dem Markennamen Carl F. Bucherer eigene Uhren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1888 eröffnete Carl F. Bucherer zusammen mit seiner Frau Luise ein Spiel- und Eisenwarengeschäft in Luzern und ging in den folgenden Jahren zum Schmuck- und Uhrenhandel über. Anfang der 1920er-Jahre stiegen Carl F. Bucherers Söhne, der Uhrmacher Ernst und der Goldschmied Carl Eduard Bucherer in das Familienunternehmen ein. 1919 wurde die Firma C. Bucherer gegründet und eine Kollektion von Armbanduhren für Damen mit eigenem Zifferblattaufdruck angeboten. Ernst Bucherer ging eine Partnerschaft mit Hans Wilsdorf, dem Gründer von Rolex, ein und nahm 1924 die damals noch kaum etablierte Uhrenmarke in sein Sortiment auf. Heute ist Rolex nach wie vor der wichtigste Partner von Bucherer.

Die wirtschaftlichen Krisen der 1930er-Jahre sowie der Zweite Weltkrieg bremsten den Unternehmenserfolg. 1933 starb der Unternehmensgründer Carl F. Bucherer, die Firma wurde anschliessend in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

In der Nachkriegszeit wurden bekannte Uhrenmodelle mit eigenem Zifferblattaufdruck wie der Chronograph mit Grossdatum und verschiedene Chronometer unter der Marke Bucherer angeboten. Ab dem Jahr 1962 nahm die Firma mit zehn anderen Firmen an der Entwicklung der Quarzuhr Beta-21 teil. 1967 wurde der Ébauchen-Hersteller Montres Credos S. A. erworben. Mit deren Chronometer Uhrwerken wurde Bucherer in den siebziger Jahren der drittgrösste Hersteller von mechanischen Chronometern, stellte jedoch die Produktion aufgrund der Quarzkrise ein. Im Jahr 2001 wurde der Firmensitz der Montres Credos S. A. nach Luzern verlegt und in Montres Bucherer S. A. umbenannt, welche in Kooperation mit dem Uhrenhersteller Techniques Horlogères Appliquées S. A. begann, unter der Marke Carl F. Bucherer eigene Uhren herzustellen. 2002 wurde der Sitz der Montres Bucherer S. A. nach Lengnau verlegt. Im Jahr 2007 wurde Techniques Horlogères Appliquées S. A. von der Bucherer Gruppe gekauft und in Carl F. Bucherer Technologies AG umbenannt, um eine eigene Uhrenmanufaktur aufzubauen.[3]

1977 stieg die dritte Generation der Unternehmerfamilie Bucherer in die Firma ein. Unter Jörg G. Bucherer expandierte Bucherer in den 1980er-Jahren nach Österreich und rund zehn Jahre später nach Deutschland. Bucherer übernahm 1989 die vor allem in Schweizer Innenstädten und Einkaufszentren vertretene Kurz-Gruppe und 2001 die auf Touristen ausgerichtete Swiss Lion AG.

2013 eröffnete Bucherer im Zentrum von Paris das grösste Uhren- und Schmuckgeschäft der Welt mit einer Verkaufsfläche von 2200 m².[1] Im Herbst 2016 eröffnete Bucherer bei Jelmoli in Zürich seinen ersten Shop-in-Shop. 2017 folgen in Zusammenarbeit mit The KaDeWe Group drei weitere Luxusboutiquen im Alsterhaus (Hamburg), im Oberpollinger (München) und im KaDeWe (Berlin).[4]

Am 31. Januar 2018 kündigte die Bucherer-Gruppe an, Tourneau LLC[5], den grössten Luxusuhrenhändler in den USA, zu übernehmen.[6]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bucherer-Gruppe gehören 15 Verkaufsgeschäfte der Bucherer AG in der Schweiz, elf Verkaufsgeschäfte in Deutschland, vier Geschäfte in London, sowie je ein Verkaufsgeschäft in Wien, Paris und Kopenhagen. Zur Bucherer-Gruppe gehört auch die Juwelier Kurz AG[7] mit 12 Verkaufsstellen, ein Swatch-Store, drei Geschäfte der Swiss Lion AG[8] sowie zwei Omega-Boutiquen. Ebenfalls zur Bucherer-Gruppe gehört das Unternehmen Bucherer Montres S.A., welches die Uhrenmarke Carl F. Bucherer produziert.

Bucherer fördert seit 2008 den deutschen Polosport und unterstützt Turniere in München, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Berlin. Bucherer unterhält eine eigene Polomannschaft und ist Co-Partner beim Zurich Film Festival.[4]

Produkte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bucherer als Detaillist führt Marken wie Rolex, A. Lange & Söhne, Audemars Piguet, Baume & Mercier, Blancpain, Breguet, Calvin Klein, Carl F. Bucherer, Cartier, Chopard, Girard-Perregaux, Glashütte Original, H. Moser & Cie[9], IWC, Jaeger-LeCoultre, Longines, Montblanc, Omega, Oris, Nomos Glashütte, Mido, Panerai, Patek Philippe, Piaget, Rado, Roger Dubuis, Swarovski, TAG Heuer, Tissot, Tudor, Ulysse Nardin, Vacheron Constantin, Zenith, Gucci, Tamara Comolli[10], Victorinox, Wellendorff und Buben & Zörweg.[11]

Zudem ist Bucherer Designer und Produzent eigener Schmucklinien und Anbieter von Diamant-, Edelstein-, Perlen- und Goldschmuck.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Markus Köchli: Bucherer: Ab Anfang 2013 in Paris. Bilanz Lifestyle, 30. November 2011, abgerufen am 5. Dezember 2018.
  2. Informationsseite Über Bucherer auf der Website der Bucherer AG
  3. Meldung des Schweizer Uhrenherstellerverbands FHS zur Übernahme von THA. Abgerufen am 7. Juli 2013
  4. a b B–BUCHERER The Magazine, Winter 16/17 (Seite 146/148)
  5. Tourneau
  6. rom: Bucherer kauft den grössten US-Luxusuhrenhändler. (zugerzeitung.ch [abgerufen am 31. Januar 2018]).
  7. Kurz AG
  8. Swiss Lion AG
  9. H. Moser & Cie
  10. Tamara Comolli
  11. Buben & Zörweg