Buchfahrplan

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Buchfahrplan ist in Deutschland und in Österreich die Bezeichnung für eine speziell für den Triebfahrzeugführer von Eisenbahnunternehmen verwendete Form des Fahrplanes. Er enthält Informationen und Anweisungen, die während der Fahrt auf einer Eisenbahnstrecke für jeden Streckenabschnitt zu beachten und zu befolgen sind. Er ist in diesem Sinne nicht zu verwechseln mit dem Kursbuch.

Buchfahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Buchfahrplan wird in Buchform herausgegeben, daher der Name Buchfahrplan. Er besteht aus zwei Teilheften, dem Geschwindigkeitsheft mit den streckenbezogenen Angaben in der Reihenfolge des Fahrtverlaufs und dem Fahrzeitenheft mit den Fahrzeiten der Züge auf den einzelnen Betriebsstellen. Für einzelne Strecken bzw. Streckenabschnitte gibt es einen ausführlichen Ersatzfahrplan, in dem auch alle Signale aufgeführt sind. Der einzelne Buchfahrplan ist jeweils für eine bestimmte Bahnstrecke bestimmt und für deren individuellen Verlauf ausgeführt.

Analog dazu gab es auch für die DB-Busse Buchfahrpläne für jede Bahnbusstrecke. Diese waren ähnlich wie die Buchfahrpläne für die Züge aufgebaut, jedoch nicht mit Spiralheftung ausgeführt. In ihnen waren alle Haltestellen und teilweise die Ankunfts-, aber immer die Abfahrtzeiten jeder Fahrt und eventuelle Abweichungen aufgeführt.

Geschwindigkeitsheft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschwindigkeitsheft enthält insbesondere die Grunddaten der Eisenbahnstrecke, eine Auflistung der Betriebsstellen in der Reihenfolge des Fahrtverlaufs und ihre Lage nach der Streckenkilometrierung sowie den zulässigen Geschwindigkeiten für die einzelnen Streckenabschnitte. Auch Schutzstrecken, welche auf die Geschwindigkeit des Zuges zum Zeitpunkt des Einfahrens in eine solche Auswirkungen haben, müssen hier ausgewiesen sein. Ständige Langsamfahrstellen sind ebenfalls eingearbeitet, vorübergehende werden jedoch nicht verzeichnet, diese finden sich in der Übersicht der vorübergehenden Langsamfahrstellen und sonstigen Besonderheiten („La“).

Fahrzeitenheft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrzeitenheft enthält u. a. die Grunddaten des Zuges, wie Triebfahrzeugbaureihe, zulässige Höchstgeschwindigkeit des Zuges und die Zuglast, Vorgaben für die Bremsen im Zug und die Abfahrts-, Ankunfts- und Durchfahrzeiten auf den Betriebsstellen in der Reihenfolge des Fahrtverlaufs.

Ein neues System ist die elektronische Übermittlung der Angaben des Buchfahrplanes auf ein Anzeigegerät im Führerraum der Triebfahrzeuge mit dem so genannten EBuLa-System (EBuLa = Elektronischer Buchfahrplan mit Übersicht der vorübergehenden Langsamfahrstellen und sonstigen Besonderheiten), das inzwischen schon auf vielen Strecken in Deutschland angewandt wird.

Ersatzfahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersatzfahrplanheft

Der Ersatzfahrplan ist eine besondere Form des Buchfahrplans. Er kommt z.B. bei Ausfall des EBuLa-Systems, bei kurzfristig zu fahrenden Güterzügen, Entlastungszügen, Sonderzügen, bei Lokleerfahrten und bei anderen dringlichen Fahrten (z.B. bei Umleitungen nach Unfällen, Rettungszug, Hilfszug, Störungen usw.) zur Anwendung, für die noch kein vorgeplanter/gedruckter Fahrplan vorlag.

Spaltenaufteilung

Der Ersatzfahrplan (auch „Z-Plan“ genannt) liegt in Buchform vor. Er enthält in Spaltenform für jede einzelne Strecke gesondert die verschiedenen zulässigen Geschwindigkeiten, die Betriebsstelle, die Streckenkilometer-Lage sowie für jede einzelne Geschwindigkeit eine eigene Minuten-Zeitspalte.

Der Ersatzfahrplan wird durch eine Fahrplananordnung zeitlich und örtlich bestimmt und dadurch in Kraft gesetzt. Die Übermittlung zum Triebfahrzeugführer kann in schriftlicher oder auch in mündlicher Form erfolgen (Ausdruck, Fax, Telefon und Zugfunk). Die Erstellung erfolgt durch die jeweils regional zuständige Betriebszentrale der Bahn.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]