Buchfahrplan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Buchfahrplan ist in Deutschland und in Österreich eine von Triebfahrzeugführern verwendete Form des Fahrplanes. Er enthält Informationen und Anweisungen, die während der Fahrt auf einer Eisenbahnstrecke für jeden Streckenabschnitt zu beachten und zu befolgen sind. Er ist in diesem Sinne nicht zu verwechseln mit dem Kursbuch.

Buchfahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Buchfahrplan wird in Buchform herausgegeben, daher der Name Buchfahrplan. Er besteht aus zwei Teilheften, dem Geschwindigkeitsheft mit den streckenbezogenen Angaben in der Reihenfolge des Fahrtverlaufs und dem Fahrzeitenheft mit den Fahrzeiten der Züge auf den einzelnen Betriebsstellen. Für einzelne Strecken bzw. Streckenabschnitte gibt es einen ausführlichen Ersatzfahrplan, in dem auch alle Signale aufgeführt sind. Der einzelne Buchfahrplan ist für eine bestimmte Bahnstrecke bestimmt und für deren individuellen Verlauf ausgeführt.

Analog dazu gab es auch für die DB-Busse Buchfahrpläne für jede Bahnbusstrecke. Diese waren ähnlich wie die Buchfahrpläne für die Züge aufgebaut, jedoch nicht mit Spiralheftung ausgeführt. In ihnen waren alle Haltestellen und teilweise die Ankunfts-, aber immer die Abfahrtzeiten jeder Fahrt und eventuelle Abweichungen aufgeführt.

Alternativ können die Angaben des Buchfahrplans mit dem EBuLa-System in elektronischer Form auf einem Anzeigegerät im Führerraum der Triebfahrzeuge dargestellt werden.

Geschwindigkeitsheft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschwindigkeitsheft enthält insbesondere die Grunddaten der Eisenbahnstrecke, eine Auflistung der Betriebsstellen in der Reihenfolge des Fahrtverlaufs und ihre Lage nach der Streckenkilometrierung sowie die zulässigen Geschwindigkeiten der einzelnen Streckenabschnitte. Auch Schutzstrecken, welche auf die Geschwindigkeit des Zuges zum Zeitpunkt des Einfahrens in eine solche Auswirkungen haben, müssen hier ausgewiesen sein. Ständige Langsamfahrstellen sind ebenfalls eingearbeitet. Vorübergehende Langsamfahrstellen finden sich nicht im Geschwindigkeitsheft, sondern in der Zusammenstellung der vorübergehenden Langsamfahrstellen und anderen Besonderheiten (La).

Fahrzeitenheft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrzeitenheft enthält unter anderem die Grunddaten des Zuges wie Triebfahrzeugbaureihe, zulässige Höchstgeschwindigkeit des Zuges und die Zuglast, Vorgaben für die Bremsen im Zug und die Abfahrts-, Ankunfts- und Durchfahrzeiten auf den Betriebsstellen in der Reihenfolge des Fahrtverlaufs.

Ersatzfahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersatzfahrplanheft

Der Ersatzfahrplan ist eine besondere Form des Buchfahrplans. Er kommt z.B. bei Ausfall des EBuLa-Systems, bei kurzfristig zu fahrenden Güterzügen, Entlastungszügen, Sonderzügen, bei Lokleerfahrten und bei anderen dringlichen Fahrten (z.B. bei Umleitungen nach Unfällen, Rettungszug, Hilfszug, Störungen usw.) zur Anwendung, für die kein vorgeplanter oder gedruckter Fahrplan vorliegt.

Spaltenaufteilung

Der Ersatzfahrplan (auch „Z-Plan“ genannt) liegt in Buchform vor. Er enthält in Spaltenform für jede einzelne Strecke gesondert die zulässigen Geschwindigkeiten, die Betriebsstellen, die Streckenkilometer-Lage sowie für jede einzelne Zuggeschwindigkeit eine eigene Minuten-Zeitspalte.

Der Ersatzfahrplan wird durch eine Fahrplananordnung zeitlich und örtlich bestimmt und dadurch in Kraft gesetzt. Die Übermittlung zum Triebfahrzeugführer kann in schriftlicher oder mündlicher Form erfolgen (Ausdruck, Fax, Telefon und Zugfunk). Die Erstellung erfolgt durch die regional zuständige Betriebszentrale der Bahn.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]