Buchheim (Burgbernheim)

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Buchheim
Koordinaten: 49° 29′ 40″ N, 10° 19′ 46″ O
Höhe: 323–329 m ü. NHN
Fläche: 6,03 km²
Einwohner: 209 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91593
Vorwahl: 09847
Kirche St. Blasius
Kirche St. Blasius
Hauptstr. 5: Ehemaliges Pfarrhaus
Raiffeisenstr. 3: Fachwerkwohnstallhaus
Dorfstr. 1: Wohnstallhaus

Buchheim ist ein Ortsteil der Stadt Burgbernheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken in Bayern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt am Rand der Frankenhöhe. Durch den Ort fließt der Haimbach, der ein rechter Zufluss der Rannach ist. Ca. 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Schwarzbuck, ca. 0,5 km südwestlich der Lerchenbuck neben dem Engertsgraben. Im Südosten grenzt das Flurgebiet Egärtenäcker an.

Die Bundesstraße 13 verläuft unmittelbar westlich des Ortes nach Marktbergel (6,5 km südöstlich) bzw. nach Uffenheim (9 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Bergtshofen (3 km westlich) und an der Rannachmühle vorbei die Staatsstraße 2252 kreuzend nach Ergersheim (1,7 km nördlich).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde das Dorf im Jahr 760 in einer Schenkungsurkunde des Edelmanns Granwolf namentlich erwähnt. In dieser vermachte er die „villa Bouchheim“ samt dem weiteren Grundbesitz in Buchheim und Ergersheim dem Kloster Fulda. Nach den ältesten Namensformen wird Buchheim als Rodungsdorf „Heim im Buchenwald“ gedeutet.[3]

Im Jahre 1349 erwarb das Kloster Heilsbronn dort von Konrad von Seckendorf Gefälle. 1404 kaufte das Kloster zwei Tagwerk Wiesen von Conz Walz. Schwester Adelheid von Rothenburg und ihr Schwiegervater Dietrich schenkten dem Kloster Gefälle von einem Hof in Buchheim zur Stiftung eines Jahrtages.[4]

Im Jahre 1460 kamen Buchheim und seine Umgebung unter die Herrschaft der Ansbacher Markgrafen und der Hohenzollern, die hier 1527 im Zuge der Reformation den evangelischen Glauben einführten.[3]

1801 gehörte Buchheim zum Ansbachischen Kreis Uffenheim. Ein Teil des Zehnten gehörte den Grafen Castell zu Rüdenhausen.[5]

1806 kam Buchheim an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Buchheim gebildet, zu dem Pfaffenhofen, Rannach-, Simons- und Ziegelmühle gehörten. 1813 wurde die Ruralgemeinde Buchheim gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet:

  • Ruralgemeinde Buchheim mit Rannachmühle;
  • Ruralgemeinde Pfaffenhofen mit Simons- und Ziegelmühle.

Die Ruralgemeinde Buchheim unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim[6] (ab 1920 Finanzamt Uffenheim). Ab 1862 wurde Buchheim von dem Bezirksamt Uffenheim (ab 1938 Landkreis Uffenheim) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Uffenheim, ab 1880 beim Amtsgericht Uffenheim. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 6,028 km².[7]

Am 1. Juli 1972 wurde Pfaffenhofen und Schwebheim im Zuge der Gebietsreform nach Buchheim eingemeindet[8], das am 1. Mai 1978 schließlich nach Burgbernheim eingegliedert wurde.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Schwarzenweg 8: Wohnstallhaus
  • Dorfstr. 1: Wohnstallhaus
  • Hauptstr. 5: Ehemaliges Pfarrhaus
  • Kirchgasse 8: Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Blasius wurde im Spätmittelalter erbaut. 1707/09 erfolgte der Ausbau. Zuletzt wurde sie im 21. Jahrhundert restauriert. Der Wendelsäulenaltar stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts, die Kanzel aus der Werkstatt von Georg Brenck dem Älteren aus Bad Windsheim (1611).[10]
  • Raiffeisenstr. 3: Fachwerkwohnstallhaus
  • Raiffeisenstr. 4: Haustafel
  • Friedhof

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 292 312 313 307 311 312 309 305 318 321 283 290 263 264 258 277 273 257 258 445 438 370 261 227 195
Häuser[11] 57 49 55 59 57 53 56 56 58
Quelle [12] [13] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [7] [21] [22]
Jahr 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Einwohner 202 195 183 184 172 177 178 180 180 190 197 207 209
Häuser[11]
Quelle [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1] [1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Buchheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n Daten, Zahlen, Fakten auf der Website burgbernheim.de
  2. Buchheim im BayernAtlas
  3. a b R. Hoeppner (Hrsg.), S. 47.
  4. G. Muck, Bd. 2, S. 379.
  5. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 474.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 69 (Digitalisat).
  7. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 827 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 583.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  10. Otto Braasch: Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler
  11. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 14 (Digitalisat). Für die Gemeinde Buchheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Ronnenmühle (S. 77). Buchheim: 287 Einwohner, 56 Feuerstellen; Ronnenmühle: 5 E., 1 F.
  13. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 243 (Digitalisat). Buchheim: 306 Einwohner, 48 Häuser; Rannenmühle: 6 E., 1 H. Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 314 Einwohner.
  14. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 185, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1093, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat). Buchheim: 303 Einwohner; Rannermühle: 8 E.
  16. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1259, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Buchheim: 297 Einwohner; Rannenmühle: 12 E.
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1193 (Digitalisat). Buchheim: 312 Einwohner, 57 Wohngebäude; Rannachmühle: 9 E., 2 Wgb.
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1266 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1303 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1130 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 338 (Digitalisat).