Camptonit

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Camptonit ist der Name eines früher Buchonit genannten vulkanisches Gesteins.[1]

Es handelt sich um ein dunkles Magmagestein, das von bronzefarbenem großem Biotitglimmer durchsetzt ist. Als Buchonit zuerst beschrieben wurden Funde am Kalvarienberg bei Poppenhausen (Wasserkuppe). Seinen früheren Namen erhielt es nach der alten Bezeichnung Buchonia für die Region um Fulda. Es entstand nach Meinung von Petrographen durch Mischung einer basaltischen und phonolithischen Magmaschmelze.[2]

Weitere Beschreibungen als Buchonit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justus Roth beschrieb es als Nephelin-Basalt.[3] 1873 beschrieb er als Fundorte die Rhön und Sinsheim. Er beschrieb es als gewöhnlich dunkelgraues Gestein welches verschiedene ausgeschiedene Substanzen enthalte. Darunter ein glimmerähnliches Mineral (laut Roth nicht Biotit), Hornblende und Magnetit. Das Buchonit von Poppenhausen trete zwischen Phonolith und Basalt auf. Er bezog sich auf Fridolin Sandberger mit seiner Aussage, dass es eine chemische Ähnlichkeit mit einem prophyrartigen Nephelinit aufweise.[4] 1887 beschrieb Roth das Buchonit nur noch als Hornblende führenden Nephelin-Tephrit.[5]

Die umfassendste Beschreibung veröffentlichte Otto Heinrich Erdmannsdörffer 1933. Er beschrieb Florian Sandberger als Benenner des „basaltischen“ Gesteins, über das schon mehrere Autoren berichtet hätten. Sandberger habe auch eine erste chemische Analyse erstellt, die später durch mehrere weitere Versuche bestätigt wurden. Hugo Bücking habe als erster die geologischen Verhältnisse beschrieben und eine kurze petrographische Charakteristika erstellt. Aus seiner der Kartierung des Kalvarienbergs sei ersichtlich, das der dortige Phonolith sehr unregelmäßig durch den Buntsandstein gebrochen sei mit mehreren Apophysen im Nebengestein. Der Buchonit am Kalvarienberg liege in mehreren schollenartigen Partien im Phonolit und auch am Rand. Dabei sind die beiden Gesteine eng miteinander verschweißt mit einem teilweise scharf begrenzten und einem teilweise allmählichen Übergang.[6]

Erdmannsdörffer beschreibt Buchonit als richtungsloses Gestein dunkel schwarzgrau gefärbt. Darin seien ausgezackte Biotitblättchen in einer Größe bis 10 mm Durchmesser und 0,3 mm Dicke regellos eingelagert. Dies verleihe dem Gestein eine eigentümlich zerhackte Oberfläche. Hornblende finde sich darin in bis zu 6 mm großen schlanken Säulen. Mikroskopisch lassen sich Plagioklas, Sanidin, Nephelin und Pyroxen zusätzlich nachweisen.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • O. H. Erdmannsdörffer: Über den Buchonit von Poppenhausen in der Rhön, Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig 1933 (auch 3. Abhandlung Jahrgang 1933 von Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften – Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Mons: Die Urgeschichte der Rhön in in Thomas Heiler, Udo Lange, Gregor K. Stasch, Udo Verse: Die Rhön - Geschichte einer Landschaft, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0272-0, S. 134
  2. Wilhelm Mons: Heimatliche Gesteine, Mineralien und Fossilien in Hans Dieter Nüdling (Hrsg.): 100 Jahre Franz Carl Nüdling - Vom Steinbruch zum Industriebetrieb 1893 bis 1993, Selbstverlag 1993, S. 176/177
  3. Justus Roth: Beiträge zur Petrographie der plutonischen Gesteine, ISBN 9783846061107 (Neuauflage 2015 als Nachdruck des Originals 1873), S. 92
  4. Justus Roth: Beiträge zur Petrographie der plutonischen Gesteine, ISBN 9783846061107 (Neuauflage 2015 als Nachdruck des Originals 1873), S. 123/124
  5. Justus Roth: Petrographie. Bildung, Zusammensetzung und Veränderung der Gesteine, ISBN 9783958006867 (Neuauflage 2016 als Nachdruck des Originals 1887), S. 280
  6. O. H. Erdmannsdörffer, S. 3
  7. O. H. Erdmannsdörffer, S. 5/6