Buckau (Fluss)

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Buckau
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Buckau herbst 1.jpg
Daten
Gewässerkennzahl DE: 5872
Lage Nordrand des Hohen Fläming, Fiener Bruch, Brandenburg-Neustädter Heide
Flusssystem Elbe
Abfluss über Havel → Elbe → Nordsee
Quelle südlich von GörzkeVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe 95 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Südufer des Breitlingsees52.36571912.4622228Koordinaten: 52° 21′ 57″ N, 12° 27′ 44″ O
52° 21′ 57″ N, 12° 27′ 44″ O52.36571912.4622228
Mündungshöhe 28 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 67 m
Länge 35 km[1]
Einzugsgebiet 427,8 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Herrenmühle, Forellenanlage[1]
AEo: 135 km²
Lage: 19,7 km oberhalb der Mündung
NNQ (09.08.1998)
MNQ 1980/1998
MQ 1980/1998
Mq 1980/1998
MHQ 1980/1998
HHQ (01.03.1996)
367 l/s
394 l/s
616 l/s
4,6 l/(s km²)
1,92 m³/s
3,47 m³/s
Linke Nebenflüsse Krummer Bach, Geuenbach
Rechte Nebenflüsse Riembach, Strepenbach, Strynzelbach, Verlorenwasser
Mittelstädte Brandenburg an der Havel
Kleinstädte Ziesar
Gemeinden Buckautal, Görzke, Wenzlow

Die Buckau ist ein Nebenfluss der Havel in Brandenburg. Sie zählt zu den vier bedeutenden natürlichen Fließgewässern auf der Nordseite des Hohen Fläming im Landkreis Potsdam-Mittelmark, zu denen neben der Buckau die Plane, das Verlorenwasser und die Temnitz gehören. Der Fluss ist 35 km lang und mündet in der Stadt Brandenburg an der Havel in den Breitlingsee, der von der Havel durchflossen wird.

Name[Bearbeiten]

Der Name der Buckau ist slawischen Ursprungs und bedeutet Buchenbach. In mittelalterlichen Urkunden wird die Buckau auch mitunter "Grobion" genannt, was in Zusammenhang mit der Wüstung "Gräben" zu sehen ist, die an ihrem Unterlauf kurz vor der Mündung lag. Heute verweist noch der Wohnplatz Wendgräben auf die aufgelassene Siedlung des Mittelalters.[2]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Quelle der weitgehend naturbelassenen Buckau[3] liegt circa einen Kilometer von Gemeinde Görzke, am südöstlichen Abhang des 126 Meter hohen Bullenberges. Ihre Höhe wird von Grasow mit 89 Metern angegeben.[4] Damit überwindet der Fluss bis zu seiner Mündung, die auf circa 28 Metern liegt, etwa 60 Höhenmeter. Nachdem die Buckau Görzke westlich passiert hat, nimmt sie an der Birkenreismühle zwischen den Dörfern Rottstock und Buckau den etwa gleich langen Riembach auf, der auch als zweiter Quellbach der Buckau bezeichnet wird. Dieser hat seinen Ursprung nordöstlich von Görzke, zwischen Görzke und der Wüstung Dangelsdorf am Rand der Nonnenheide.

Die Buckau durchfließt das gleichnamige Dorf, passiert östlich die Ortschaft Köpernitz und in etwa zwei Kilometer Entfernung die Stadt Ziesar. Bei Bücknitz, dessen Name von der Buckau entlehnt ist („Buckaudorf“), verlässt die Buckau den Fläming. Von dort bis zur Mitte des Fiener Bruchs besteht ein ausgedehnter Schwemmkegel, die Bücknitzer Heide, der durch die Buckau angespült wurde. Die Buckau passiert vor Eintritt ins Fiener Bruch die Eulenmühle nordwestlich Glieneckes und fließt am Ostrand der Bücknitzer Heide nordöstlich quer durch das Fiener Bruch, das als ein Teil des Glogau-Baruther Urstromtals betrachtet wird. Im weiteren passiert die Buckau den Südrand der eiszeitlich gebildeten Karower Platte und die Dörfer Viesen und Mahlenzien und den Mahlenziener Sander (Marcinek 1961).[5]

Nachdem die Buckau circa einen Kilometer östlich des brandenburgischen Ortsteils Mahlenzien ihren Nebenfluss Verlorenwasser aufgenommen hat, wendet sie sich in einem weiten Bogen wieder nach Norden. Dabei berührt sie die Wohnplätze Neue Mühle und Wendgräben, die seit dem Mittelalter zu Brandenburg an der Havel beziehungsweise der Neustadt Brandenburg gehören und vom Siedlungstyp der Waldweilersiedlungen sind.[5] Wenige Hundert Meter hinter Wendgräben unterquert die Buckau die Magdeburger Heerstraße, eine seit dem Mittelalter genutzte alte Handelsstraße von Magdeburg über Ziesar nach Brandenburg an der Havel, und einen knappen Kilometer nördlich die Bahnlinie Berlin – Magdeburg. Nördlich der Eisenbahnbrücke beginnt das sumpfige Mündungsgebiet mit einem dichtbewachsenen Erlenbruchwald. Die Buckau mündet nahe dem Ausflugsdomizil Malge in den Havelsee Breitling ein. Sie ist das letzte Fläminggewässer, welches die Havel aufnimmt.

Im Fiener Bruch wurde in der Buckau eine Fließgeschwindigkeit von 0,2 bis 0,3 Meter die Sekunde gemessen. Der Havel führt das Flüsschen etwa 2 Kubikmeter Wasser die Sekunde zu. Dabei entwässert die Buckau ein Einzugsgebiet von 427,8 Quadratkilometer.[5] Über ihre gesamte Länge ist die Biologische Gewässergüte der Buckau mit der Güteklasse II angegeben. Der Fluss gilt als mäßig belastet. Mehrere Wehre beziehungsweise Staustufen sind installiert.[6]

Nebenflüsse und Gräben[Bearbeiten]

Mehrere natürliche Fließe und künstliche Gräben münden in die Buckau., wobei die Meliorationsgräben teilweise auf Grundlage natürlicher Fließe angelegt wurden. Zwischen einzelnen Fließgewässern bestehen Kollaterale, über die Wasser von einem System in ein anderes abfließen kann. Beispiele sind der der Holzgraben zwischen der Holzbuckau und dem Verlorenwasser oder der Zitzer und der Karower Landgraben, über die eine Verbindung der Buckau zum Elbe-Havel-Kanal besteht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Buckau ist auf ihrer gesamten Länge nicht schiffbar beziehungsweise sie ist über weite Strecken beispielsweise auch für Kanufahrten ganzjährig gesperrt.[7] Ihre einzige wirtschaftliche Bedeutung liegt daher heute in der Speisung einiger Fischteiche und als Angelgewässer selbst. Eine wirtschaftliche Nutzung als mühltreibendes Gewässer, wie sie zu früheren Zeiten vielfach bestand, besteht seit der Stilllegung sämtlicher wassergetriebener Mühlen im Buckautal nicht mehr. Dagegen gewinnt eine touristische Nutzung des Flussgebiets der Buckau mit seinen Auen und Mischwäldern immer mehr an Bedeutung.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Im Verlauf durchfließt die Buckau mehrere teilweise sich überlappende Schutzgebiete. Bis östlich Ziesars liegt sie beispielsweise im Naturpark Hoher Fläming und im Landschaftsschutzgebiet Hoher Fläming - Belziger Landschaftswiesen. Daneben ist sie als FFH-Gebiet Buckau und Nebenfließe ausgewiesen. Mehrere Abschnitte im Flusslauf wurden als Geschützte Biotope unter Schutz gestellt. Ab westlich von Bücknitz bis ins Brandenburger Stadtgebiet hinein durchfließt die Buckau das SPA-Gebietes Fiener Bruch. Kurz hinter der Stadtgrenze beginnt das Landschaftsschutzgebiet Brandenburger Wald- und Seengebiet, in welchem der gesamte Unterlauf bis zur Mündung liegt. Die Flussmündung selbst liegt im Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet Gränert.[8][9][10][11][12]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

In der Buckau heimische Säugetiere sind beispielsweise Biber und Fischotter, die über die Havel wieder eingewandert sind. Weiterhin leben Seeadler und Fischadler und weitere Vogelarten entlang des Flusses und nutzen diesen. Nennens- und unter Schutz gestellt Amphibienarten sind beispielsweise Kammmolch und Moorfrosch, Fische das Bachneunauge. Auch die Artenvielfalt bei Pflanzen ist reich. Beispiels vorkommender Pflanzen im Verlauf der Buckau sind Sumpfdotterblume, Krebsschere, Froschbiss, Echter Baldrian und Silbergras.[13]

Galerie[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Umgebung von Brandenburg (Havel), 1:100.000, Reichsamt für Landesaufnahme Berlin, 1938
  • Kreis Belzig, 1:100.000, VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha, 1965
  • Topographische Karte 1:50 000, L3740 Wusterwitz, Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, Potsdam 2003

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Buckau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil II 1998. Landesumweltamt Brandenburg, 2007, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,55 MB).
  2. Breckow, Ortschronik von Kirchmöser, Hrsg. Borstel, Kirchmöser, Brandenburg an der Havel 1936/2006
  3. Land Brandenburg Artenvielfalt in den Flämingfließen. Eingesehen am 8 Juni 2014.
  4. Kulturspiegel Nr.2/1964, S. 16-19, in Dem Brandenburger Ehrenbürger Friedrich-Karl Grasow zum 100. Geburtstag, Herausgegeben von Klaus Heß und Anke Richter im Auftrag des Historischen Vereins Brandenburg (Havel) e. V. und der Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel 2012, ISBN 978-3-943463-03-3, S. 118 ff.
  5. a b c Brandenburg an der Havel und Umgebung - eine landschaftliche Bestandsaufnahme im Raum Brandenburg an der Havel, Pritzerbe, Reckahn und Wusterwitz, Hrsg. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada, in der Reihe Landschaften in Deutschland - Werte der deutschen Heimat des Leibniz-Institutes für Länderkunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Band 69, ersch. im Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 2006, ISBN 978-3-412-09103-3, S. 294
  6. Karte Oberflächengewässer Kreis Potsdam-Mittelmark, Teilbereich Nordwest (PDF; 5,0 MB). eingesehen am 16. Oktober 2013.
  7. Rad- und Gewässerkarte Havelseen 1 Brandenburg/Havel, Verlag grünes herz, Ilmenau, 2011, ISBN 978-3-935621-52-6.
  8. Karte Schutzgebiete Kreis Potsdam-Mittelmark, Teilbereich Nordwest. Eingesehen am 16. Oktober 2013.
  9. Karte Schutzgebiete Kreis Potsdam-Mittelmark, Teilbereich Südwest. Eingesehen am 7. Juni 2014.
  10. Brandenburg an der Havel Landschaftsschutzgebiete auf dem Gebiet der Stadt. Eingesehen am 7. Juni 2014.
  11. Brandenburg an der Havel Flora Fauna Habitat (FFH)-Gebiete. Eingesehen am 7. Juni 2014.
  12. Brandenburg an der Havel Naturschutzgebiete auf dem Gebiet der Stadt. Eingesehen am 7. Juni 2014.
  13. NABU-Stiftung Gränert Brandenburg an der Havel. Eingesehen am 8. Juni 2014.