Buckenhof

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Buckenhof
Buckenhof
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Buckenhof hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Uttenreuth
Höhe: 286 m ü. NHN
Fläche: 1,39 km2
Einwohner: 3101 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 2231 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91054
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 120
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Erlanger Straße 40
91080 Uttenreuth
Website: www.buckenhof.de
Erste Bürgermeisterin: Astrid Kaiser (SPD[2])
Lage der Gemeinde Buckenhof im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Buckenhof ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth. Sie ist die flächenkleinste Kommune Bayerns.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Ortsteil Buckenhof.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Spardorf, Uttenreuth, Erlangen

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buckenhof Luftaufnahme (2020)

Die Gemeinde Buckenhof liegt am östlichen Stadtrand von Erlangen und an der Nordseite des Nürnberger Reichswaldes. Sie ist eine beliebte Wohngemeinde im Erlanger Umland und Teil der Metropolregion Nürnberg, einer von elf Metropolregionen in Deutschland. Geografisch betrachtet liegt sie im Tal der Schwabach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hallerschloss Puckenhof, um 1860
Das Hallerschloss Puckenhof, 2011

Bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist Buckenhof als ein Dorf am Rande des Reichswaldes zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1372 als Erbforsthube des Nürnberger Bürgers Hermann Remar, aus der das Schloss Puckenhof hervorging.

Das Gut befand sich von 1462 bis 1487 und 1501 bis 1848 im Besitz der Freiherren von Haller. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurden die Gebäude am 29. Mai 1552 von markgräflichen Truppen niedergebrannt. In den Jahren 1564–1567 bauten die Haller das Schloss Puckenhof wieder auf. Seit 1850 ist es ein Jugendheim der Inneren Mission.

Überregionale Aufmerksamkeit erlangte Buckenhof ab 1709 bis etwa 1810 durch eine Heilquelle, die als Gesundbrunnen bekannt wurde. Sie führte zu einem Zustrom Heilungssuchender aus Nah und Fern. Das Wasser wurde getrunken, zur Zubereitung von Kaffee benutzt oder abgefüllt. Später jedoch versiegte die Quelle fast vollständig. Heute befindet sich an einem Hang unterhalb des Fußballplatzes nur noch ein verwittertes Bauwerk, das mit Gittern geschützt ist.[4] Es liegt an einem Bewässerungsgraben über den zeitweise die Buckenhofer Talaue, die sogenannten Brunnwiesen, bewässert wurde.[5][6]

1778 wurde durch eine Naturkatastrophe der Wald zwischen Erlangen und Buckenhof entwurzelt.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth fiel Buckenhof im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern.

Von 1886 bis 1963 lag Buckenhof an der Bahnstrecke der Sekundärbahn, die von Erlangen nach Eschenau führte (bzw. nach Gräfenberg mit Umsteigen). An die Kurzform „Seku“ erinnert der Faschingsverein Seku-Narren mit seinem Namen.

Von 1923-1928 wurden in Buckenhof Motoren für die Ermag hergestellt, später andere mechanische Erzeugnisse unter dem Firmennamen Siebenkees.[7][8][9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 20. Jahrhundert hatte Buckenhof ein rasantes Bevölkerungswachstum von 161 Einwohnern im Jahr 1900, bis im Jahr 2009 mit 3327 Einwohnern ein Höhepunkt erreicht wurde.[10] Buckenhof gehört damit auch zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden in Bayern. Die außerordentliche Beliebtheit der Gemeinde spiegelt sich unter anderen in hohen Grundstückspreisen wider. Sie erklärt sich durch die stadtnahe Lage angrenzend an Erlangen und die Einbettung in die Natur am Reichswald und dem Landschaftsschutzgebiet "Talraum der Schwabach".[11] Selbst die im Februar 1980 geschlossene[12] Mülldeponie (der „Müllberg“) der Stadt Erlangen wurde inzwischen zum Naturparadies.

Die Gemeinde ist außerdem seit längerem schuldenfrei.[13][14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beherrschendes politisches Thema war über Jahrzehnte die Errichtung einer Umgehungsstraße der Ortschaften Buckenhof, Uttenreuth, Weiher und Buckenhofer Siedlung in Erlangen für die Staatsstraße St 2240 von Erlangen nach Eschenau. Die von den staatlichen Planungsgremien bevorzugte Straßenführung durch den Sebalder Reichswald sollte hierbei dicht an der Wohnbebauung im Buckenhofer Süden vorbeiführen. Allerdings war bereits im Jahre 2006 der gesamte Nürnberger Reichswald als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen worden.[15] Im Frühjahr 2011 wurde zudem bekannt, dass die geplante Trassenführung bei Uttenreuth durch ein Gebiet verläuft, in dem mehrere geschützte Arten brüten, beispielsweise die Heidelerche. Eine Alternativroute, eine nördliche Umgehung des Uttenreuther Ortsteils Weiher, hätte ebenfalls an Buckenhof vorbeigeführt. Sie stieß aber bei noch mehr Bürgern, insbesondere auch in Uttenreuth, auf Ablehnung. Die Planungen wurden daher im Juni 2012 endgültig eingestellt.[16] Im August 2013 wurden jedoch zur Entlastung der Anwohner lärmmindernde Maßnahmen (Flüsterasphalt) an der bisherigen Strecke durchgeführt. Im August/September 2017 wurde auch der restliche Teil der Staatsstraße im Gemeindegebiet mit lärmminderndem Belag versehen[17].

Ende 2011 wurde dem Gemeindegebiet eine zusätzliche Fläche zugeordnet, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei befindet und vorher zur Gemeinde Spardorf gehörte. Die beiden Gemeinden bildeten einen Planungsverband, um die Nahversorgung in beiden Orten zu verbessern. Ende 2018 eröffneten dort 2 neue Supermärkte, ein Drogeriemarkt, eine Bankfiliale sowie eine Bäckereifiliale.[18] Das angrenzende Ärztehaus wurde Anfang 2019 fertig gestellt, später kamen noch eine Apotheke und ein Restaurant hinzu. Bei der Planung legten die Gemeinden Wert auf ein nachhaltiges Energiekonzept durch Nutzung von Erdwärme (über Wärmepumpen) und Photovoltaik.[19]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat, dazu kommt noch der hauptamtliche Bürgermeister:

CSU SPD FW Unabhängige Bürger Buckenhof Gesamt
2008 3 2 8 3 16 Sitze
2014 3 2 8 3 16 Sitze
2020 3 5 4 4 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Astrid Kaiser (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter blauem Schildhaupt gespalten von Rot und Grün, im Ganzen auf den Teilungen belegt mit einem goldenen Kronenkreuz; vorne ein einspringender, schwarz gefüllter silberner Seitensparren, hinten ein silberner Nadelbaum.[20]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Puckenhof

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Buckenhof und Liste der Bodendenkmäler in Buckenhof

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buckenhofer Forst

Buckenhof ist durch die Staatsstraße 2240 mit Erlangen und den Nachbargemeinden Spardorf und Uttenreuth verbunden. Mit Ausnahme der Hauptstraße (Gräfenberger Straße = Staatsstraße 2240) gilt überall Tempo 30 und rechts vor links. Lange Zeit war eine Umgehungsstraße durch den nahegelegenen Buckenhofer Forst geplant, die jedoch aufgrund von Brutstätten geschützter Arten auf der geplanten Trasse verworfen wurde.

Buckenhof ist durch die Buslinien 285 und 280 der Erlanger Stadtwerke sowie die Linien 208, 209 und 210 der OVF an den VGN angeschlossen. Innerhalb des Ortes gibt es ein auf die Linie 285 abgestimmtes Linienbedarfstaxi.

Bis 1963 hatte Buckenhof Anbindung an die Bahnstrecke Erlangen–Eschenau; die Strecke wurde stillgelegt [s. o.]. Es gibt Planungen zur Neuerrichtung einer Stadt-Umland-Bahn, welche die Orte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach miteinander verbinden soll. Ein ursprünglich angedachter Ostast über Buckenhof bis Uttenreuth durfte nach einem Bürgerentscheid im April 2015 im Landkreises Erlangen-Höchstadt auf Kreisebene zunächst nicht weiter geplant werden. Inzwischen gibt es aber ein "landkreisübergreifendes interkommunales Bündnis Ostachse Stadt-Umland-Bahn" (LIBOS) mit 14 beteiligten Gemeinden. Der Ostast soll (wie die frühere Bahnstrecke) auch durch den Landkreis Forchheim verlaufen.[21][22]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportplatz, Tennisplatz, 2 Rodelhügel, Kegelbahn, Halfpipe, Aquariumsanlage des Vereins „Toxotes

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Buckenhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Willkommen in der Gemeinde Buckenhof. Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth: Gemeinde Buckenhof, abgerufen am 2. Juni 2020.
  3. Gemeinde Buckenhof in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019.
  4. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Kurort im Gebüsch. (nordbayern.de [abgerufen am 26. Oktober 2018]).
  5. Flur- und Naturdenkmale im Sebalder Reichswald - PDF Kostenfreier Download. Abgerufen am 7. April 2020.
  6. Historische Karte von 1925. Abgerufen am 7. April 2020.
  7. Aus Erlanger online: http://stadtarchiv-erlangen.iserver-online2.de/ Volltextsuche nach ERMAG Stichwort: Erlanger Motoren AG (ERMAG) Text: Am 10.9.1923 gründeten der Fürther Karl Zirkel, der Nürnberger Albert Roder und der E Hans Siebenkees in der Gräfenberger Straße in Buckenhof die "E Motorenwerke AG". Als erste Maschine der Firma wurde die EM 24-Zweitakt bis 1926 gefertigt. Ihr folgte u. a. die EM 24-Viertakt, die zu den besten Motorrädern ihrer Zeit zählte und v. a. im Rennsport erfolgreich war. Im Zuge des allgemeinen Motorradbooms verlegte die expandierende Firma, die inzwischen rund 40 Mitarbeiter beschäftigte, 1926 ihren Sitz in die Rathenaustr. 16. Lediglich der Motorenbau verblieb am alten Standort. Fehlendes Kapital und das Ausscheiden der Gründer (so ging etwa Roder als erster Konstrukteur zu Zündapp nach Nürnberg) leiteten den Niedergang dieser einzigen E Motorradfabrik ein, die bis zu ihrer Stilllegung 1931 rund 2000 Maschinen produziert hatte. 1934 wurde die Firma aus dem Handelsregister gestrichen. Quellen: StadtAE III.109.E.1.; 33.Nr.2.E.1–17. Literatur: Planert, R./Funk, T.: Die Geschichte der ERMAG, E o.J. (1985); Reinwald, T.: Motorräder aus Nürnberg, E 1994, 115ff. Autor: MB
  8. Motorräder aus Nürnberg: Albert Roder. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  9. siebenkees.de - UNTERNEHMEN. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  10. Statistik Kommunal für Buckenhof. Bayerisches Landesamt für Statistik, 2019, abgerufen am 20. April 2020.
  11. Landratsamt Erlangen-Höchstadt: Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Buckenhof. Landratsamt Erlangen-Höchstadt, 19. Mai 2006, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  12. nordbayern.de
  13. Manuela Meyer: Gemeinde als Geldgeber (Interview mit dem Buckenhofer Bürgermeister). In: nordbayern.de. nordbayern.de, 12. August 2009, abgerufen am 23. April 2020.
  14. Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth: Danke. Abgerufen am 23. April 2020 (deutsch).
  15. EUNIS -Site factsheet for Nürnberger Reichswald. Abgerufen am 22. April 2019.
  16. Südumgehung. Abgerufen am 22. April 2019 (deutsch).
  17. Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth: Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth - Es geht los........... (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 26. September 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/buckenhof.vg-uttenreuth.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. Moderne Läden im Schatten des Spardorfer Schornsteins. Abgerufen am 1. März 2019.
  19. GELEBTE ENERGIEWENDE - SOLARPARK UTTENREUTH IM LANDKREIS ERLANGEN-HÖCHSTADT - SO SORGEN KOMMUNEN UND BÜRGERENERGIE FÜR KLIMASCHUTZ. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  20. Eintrag zum Wappen von Buckenhof in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  21. 14 Bürgermeister hoffen auf einen Ost-Ast der StUB. Abgerufen am 23. April 2020.
  22. Erlangen: "Ostast" der StUB soll wachsen und gedeihen. Abgerufen am 23. April 2020.