Bufleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bufleben
Bufleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bufleben hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs­gemeinschaft: Mittleres Nessetal
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 13,17 km²
Einwohner: 1028 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 03621
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 006
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 15
99869 Goldbach
Bürgermeister: Andreas Döring (BI)
Lage der Gemeinde Bufleben im Landkreis Gotha
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Über dieses Bild
St.-Cyriakus-Kirche
Reliefstein an der Kirche mit Erbauungsjahr
Bronzezeitlicher Grabhügel

Bufleben ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal und besteht aus den Ortsteilen Bufleben, Hausen und Pfullendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bufleben liegt 6 Kilometer nordöstlich von Gotha im Nessetal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde vom 18. Mai 874 wird Bufileba nebst anderen 116 Orten in Thüringen als dem Stift Fulda zehntpflichtig erwähnt. Erzbischof Liubert zu Mainz als auch der Abt Sigehard zu Fulda machten das Recht der Zehnterhebung für sich geltend. Den Streit darüber entschied König Ludwig der Deutsche (840-876) am Hofe zu Ingelheim zu Gunsten der Abtei Fulda.[2] Der Ortsteil Pfullendorf wurde 1166, der Ortsteil Hausen wurde 1123 erstmals erwähnt. Im Jahr 1524 fand der „Bufleber Bierkrieg“ statt, als sich die Buflebener gegen das herzogliche Verbot des eigenen Bierbrauens auflehnten. Der Ort gehörte bereits 1421 zum Amt Gotha, welches seit 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, seit 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha gehörte. Die Eröffnung der Saline in Bufleben 1828 führte zu wirtschaftlichem Aufschwung. 1936 wurde die Saline stillgelegt. 1974 fand die Eingemeindung Hausens und Pfullendorfs nach Bufleben statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gemeinderatswahl 2009 fielen 51,5 % der Stimmen auf die Bürgerinitiative Bufleben und 48,5 % der Stimmen auf die Freie Wählergemeinschaft Nessetal. Die Bürgerinitiative hält somit 7 Sitze im Gemeinderat und die Wählergemeinschaft 5 Sitze.[3]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Andreas Döring wurde im April 2012 gewählt und gehört der Bürgerinitiative Bufleben an. Vor der Wahl hatte er die Gemeinde kurzzeitig kommissarisch geleitet, nachdem sein Vorgänger vorzeitig die Amtsgeschäfte niederlegte.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen, Bufleben und Pfullendorf sind evangelische Kirchdörfer. Seit 1912 werden die Pfarrstellen Hausen, Pfullendorf und Bufleben gemeinsam von Bufleben aus verwaltet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nessetalbahn von Bufleben über Friedrichswerth nach Großenbehringen war eine eingleisige Nebenbahn, die von der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde abzweigte. Sie wurde am 28. September 1995 für den Personenverkehr stillgelegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, im Januar 1945, wurden zwei KZ-Häftlinge, vermutlich Zwangsarbeiter unbekannter Nationalität, erschossen. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof.[5]
  • Am nördlichen Ortsrand befindet sich ein Grabhügel, "Mühlhög" genannt, mit einem Durchmesser von 24 m und einer Höhe von 3,50 m. Sein Name vermittelt einen falschen Eindruck: Es hat auf ihm wohl nie eine Mühle gestanden. Größe und Lage des Hügels lassen vermuten, dass er in der Bronzezeit (etwa 2.000-1.000 v.Chr.) aufgeschüttet wurde. Auf der Kuppe steht eine Linde in einer Delle, die auf einen Ausgrabungsversuch hinweist. Archäologen versuchten im 18./19. Jahrhundert durch einen Schacht in das Innere des Grabhügels zu gelangen, weil sie dort eine Grabkammer mit wertvollen Grabbeigaben vermuteten. In der Nähe des Hügels wurde eine Lanzenspitze gefunden[6]
  • In der flachen Nesseaue zwischen Bufleben und Hausen steht eine Bockwindmühle. (Siehe Liste der Windmühlen in Thüringen)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cyriacus Schneegaß (* 1546 in Bufleben † 1597 in Friedrichroda), deutscher evangelischer Pfarrer und Kirchenlieddichter.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Guido Reinhardt: Geschichte des Marktes Gräfentonna, Langensalza 1892.
  3. wahlen.thueringen.de, amtliche Ergebnisse, aufgerufen am 12. März 2014
  4. Thüringer Allgemeine: Andreas Döring droht in Bufleben vor Wahl schon Ärger, aufgerufen am 12. März 2014
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 107, ISBN 3-88864-343-0
  6. Infotafel am Grabhügel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bufleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien