Bukow und König

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Polizeiruf 110 Logo.svg Bukow und König
Sender NDR
Aktiv seit 2010
Ort Rostock
Assistenten Anton Pöschel
Volker Thiesler
Fälle 21
Vorgänger Jens Hinrichs
Nachfolger -
Team
Henning Röder
(Leiter der Mordkommission)
(2010–)
Bukow und König (Mecklenburg-Vorpommern)
Bukow und König

Ermittlungsort Rostock

Die Rostocker Kriminalhauptkommissare Alexander Bukow, gespielt von Charly Hübner, und Katrin König, gespielt von Anneke Kim Sarnau, sind fiktive Personen aus der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Team ermittelte erstmals 2010 und löste beim Norddeutschen Rundfunk das Schweriner-Polizeiruf-Team mit Uwe Steimle und Felix Eitner ab. Außer am Ermittlungsort Rostock finden die Dreharbeiten vorwiegend in Hamburg statt. Straßenaufnahmen zeigen immer wieder Hamburg-Wilhelmsburg. Die Dienststelle befindet sich in einer aufgegebenen Zollkontrollstelle an der ehemaligen Freihafengrenze auf der Veddel.[1]

Mit Eoin Moore zeichnet ein Autor für die konstante Entwicklung der Figuren verantwortlich; die Filme mit Bukow und König stellen daher eine Ausnahme dar.[2] Sie weisen eine horizontale Erzählstruktur auf. So wird über mehrere Folgen die Abstammung und frühe Kindheit von Katrin König enthüllt, in einem anderen Handlungsstrang entwickelt sich über mehrere Folgen hinweg zwischen Bukows Frau und seinem Kollegen Thiesler eine Liebesbeziehung, die zum Scheitern von Bukows Ehe und zu Spannungen zwischen Bukow und Thiesler führt.

Nach der Authentizität des beruflichen Hintergrundes der Figur Katrin König befragt, gab die Pressesprecherin der Rostocker Polizei an, dass es absolut unüblich sei, dass eine Fallanalytikerin direkt mit den Ermittlern zusammenarbeitet: „Als Fallanalytiker muss man eine andere Sicht auf die Tat haben.“ Darüber hinaus würden Fallanalytiker auch nicht für die interne Ermittlung eingesetzt.[3]

Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner traten als König und Bukow auch in der Serie Der Tatortreiniger auf.[4]

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anneke Kim Sarnau alias Katrin König
Charly Hübner alias Alexander Bukow

Katrin König[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katrin König ist Fallanalytikerin beim Landeskriminalamt und ermittelt zunächst gegen Alexander Bukow. Nachdem die Ermittlungen gegen ihn ohne Ergebnis abgeschlossen werden, bleibt sie in Rostock und arbeitet dort als Profilerin für die Mordkommission und damit häufig mit Bukows Abteilung zusammen. Ihre psychologischen Methoden stoßen bei Bukow häufig auf Skepsis, werden jedoch weitestgehend akzeptiert.

König wurde als Kind adoptiert. Durch Bukow erkennt sie, dass sie in der DDR geboren wurde und im Alter von vier Jahren in den Westen geflohen ist. Ihren Eltern ist die, für König traumatische, Flucht jedoch nicht gelungen. Ihre Mutter, Ingrid Wernicke, ertrank in der Ostsee, als sie den Koffer ihrer Tochter aus dem Wasser fischen wollte. Ihr Vater wurde vorher von der Staatssicherheit gefasst und im Gefängnis in Bautzen inhaftiert.

In der Folge Im Schatten offenbart sie ihren Kollegen, sich auf eine Stelle in Berlin beworben zu haben. Sie erhält diese Stelle auch, beschließt am Ende der Episode Angst heiligt die Mittel aber, in Rostock zu bleiben.

König vertritt eine linkspolitische Einstellung, die sich unter anderem durch entsprechende politische Plakate und Aufkleber in ihrem Büro äußert.[5]

Alexander „Sascha“ Bukow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Bukow ist in Rostock aufgewachsen, entschied sich aber zur Polizei nach Berlin zu gehen. Dort ist er auf Streife gegangen, hat sein Abitur nachgeholt und es schließlich zum Kriminalhauptkommissar geschafft. Kurz vor dem Abschluss der Ermittlungen einer Sondereinheit verlässt Bukow die Spezialgruppe; die Ermittlungen scheitern kurz darauf. Da man Bukow verdächtigt, korrupt zu sein, wird in Rostock zunächst gegen ihn ermittelt.

Bukow ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Ehe scheitert jedoch an seinen beruflichen Verpflichtungen.

Bukow, der als Jugendlicher auf die schiefe Bahn zu geraten drohte, reagiert häufig emotional, dehnt gern die Regeln und neigt zu Alleingängen. Seine Kollegen zweifeln daher immer wieder an seiner Aufrichtigkeit.[3]

Weitere wiederkehrende Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Kriminalhauptkommissar Henning Röder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röder, gespielt von Uwe Preuss, ist der Leiter der Mordkommission, der er seit Anfang der 1990er Jahre angehört. Er stärkt Bukow häufig den Rücken, insbesondere während der Ermittlung durch Katrin König gegen ihn. Allerdings muss er Bukow häufig zur Ordnung rufen, da dieser oft die Regeln sehr weit auslegt und zu Alleingängen neigt.

Kriminaloberkommissar Anton Pöschel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pöschel, gespielt von Andreas Guenther, hätte gern die Leitung der Abteilung und ist daher anfangs gegenüber Bukow äußerst misstrauisch und feindselig eingestellt. Insbesondere gegenüber seinem Kollegen Thiesler äußert er sich häufig abfällig über Bukow und schreckt dabei auch vor Verdächtigungen nicht zurück.

Kriminaloberkommissar Volker Thiesler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thiesler, gespielt von Josef Heynert, ist zunächst der Vertraute von Bukow in der Mordkommission und steht hinter seinem Chef. Da Bukow aus dienstlichen Gründen häufiger Termine mit seiner Frau nicht einhalten kann, bittet er meist Thiesler ihn zu vertreten. Im Laufe der Zeit kommen sich Bukows Frau und Thiesler dabei näher und haben eine Affäre, was zum Ende von Bukows Ehe führt und das kollegiale Verhältnis der beiden Kommissare nachhaltig belastet.

Veit Bukow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Bukows Vater Veit, gespielt von Klaus Manchen, lebt in Rostock und leitet einen Boxclub (Veits Klub). Er bewegt sich dabei oft an der Grenze zum kriminellen Milieu. Nach dem Scheitern seiner Ehe wohnt Sascha Bukow zeitweise bei ihm.

Vivian Bukow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bukows Frau Vivian, gespielt von Fanny Staffa, ist mit der Arbeitsbelastung ihres Mannes unzufrieden. Im Laufe der Zeit kommt sie Bukows Kollege Thiesler näher und geht mit diesem eine Affäre ein, an der ihre Ehe scheitert.

Samuel „Sami“ Bukow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüngere Sohn der Bukows Samuel, gespielt von Jack Owen Berglund, leidet besonders unter der Trennung seiner Eltern und macht seinen Vater für das Scheitern der Ehe verantwortlich. Seit der Folge Im Schatten taucht er nur noch ohne seinen Bruder auf, wird zunehmend rebellisch und begeht kleinere Straftaten. Die Folge Kindeswohl handelt von der Suche nach Samuel, der gemeinsam mit einem gewalttätigen Kumpel abgehauen ist.

Frederik „Freddie“ Bukow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ältere Sohn der Bukows Frederik wurde gespielt von Lukas Till Berglund. Die Schauspieler, die tatsächlich Geschwister sind, spielten gemeinsam in den Fällen 1 bis 3 und 8 bis 10. Sein Verschwinden wird nur durch ein Telefonat mit seinem Vater in Im Schatten erklärt, in dem er ein gemeinsames Treffen ablehnt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurden Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner für ihre Darstellung von Bukow und König in den Filmen Feindbild und ... und raus bist du für den Grimme-Preis in der Kategorie „Spezial“ nominiert.[6] 2013 erhielt Charly Hübner den Bayerischen Fernsehpreis als bester Darsteller im Polizeiruf Fischerkrieg.[7]

2019 wurde Polizeiruf 110 aus Rostock um die Ermittler Bukow und König der Roland-Filmpreis des Krimifestivals Tatort Eifel zuerkannt.[8][9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Kritik wird der Rostocker Polizeiruf größtenteils positiv besprochen: Christian Buß lobte Bukow und König als stärkstes Ermittlerteam in einem Fernsehkrimi. Auch die kleineren Rollen seien stimmig und jenseits des Klischees.[2]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv lobt ebenfalls: „König und Bukow […] gehören zu den Reihen-Ermittlern, denen man besonders gern zuschaut, weil man sie ‚normal‘ findet, nicht so abgehoben, noch nicht so ritualisiert oder abgenutzt durch den jahrelangen Dauereinsatz und weil sich ihnen, ihren Geschichten, ihrem Milieu das Schlüsselwort ‚Authentizität‘ zuschreiben lässt. Die Sympathie hat gleichsam etwas mit den Darstellern als auch mit der Rolle zu tun, die das Privatleben als etwas Persönlichkeitsstiftendes begreift und nicht als notwendiges Übel. Das Biographische dieses Duos […] [wird] nicht wie gewohnt parallel […] [erzählt], sondern mit der Geschichte des Krimifalls“ kurzgeschlossen, was „sich bei dieser (psycho)physischen Konstellation [der Fälle] als besonders aufregende Variante“ erweist.[10]

Der Focus schreibt: „Sie sind eines der gegensätzlichsten Ermittlerpaare im deutschen Fernsehkrimi – und eigentlich sind sie gar nicht mal ein richtiges Team, der Rostocker Kriminalpolizist Alexander „Sascha“ Bukow (Charly Hübner) und die LKA-Profilerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau).“ „Charly Hübner schafft es, diesen Typ von desillusioniertem, aber leidenschaftlichem Polizisten ohne falsche Schimanski-Attitüde glaubhaft rüber zu bringen.“[11]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fall Folge Titel Erstausstrahlung Drehbuch Regie Besonderheiten
1 311 Einer von uns 18. Apr. 2010 Eoin Moore Eoin Moore
2 312 Aquarius 2. Mai 2010 Edward Berger, Martin Rosefeldt Edward Berger
3 316 Feindbild 6. Feb. 2011 Eoin Moore Eoin Moore Grimme-Preis-Nominierung „Spezial“ 2012 an Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau.
4 319 … und raus bist du! 22. Mai 2011 Wolfgang Stauch Christian von Castelberg Grimme-Preis-Nominierung „Spezial“ 2012 an Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau.
5 325 Einer trage des anderen Last 19. Feb. 2012 Eckhard Theophil Christian von Castelberg
6 330 Stillschweigen 30. Sep. 2012 Eoin Moore Eoin Moore
7 333 Fischerkrieg 20. Jan. 2013 Florian Oeller Alexander Dierbach Bayerischer Fernsehpreis 2013 an Charly Hübner als bester Schauspieler in der Kategorie „Serien und Reihen“.
8 337 Zwischen den Welten 25. Aug. 2013 Thomas Stiller René Heisig
9 341 Liebeswahn 12. Jan. 2014 Thomas Stiller Thomas Stiller
10 346 Familiensache 2. Nov. 2014 Eoin Moore Eoin Moore Uraufführung und Auszeichnung mit dem TV-Produzentenpreis beim Filmfest Hamburg 2014.
11 349 Sturm im Kopf 1. März 2015 Florian Oeller Christian von Castelberg
12 352 Wendemanöver (1) 27. Sep. 2015 Thomas Kirchner, Eoin Moore, Anika Wangard Eoin Moore Doppelfolge, gemeinsam mit den MDR-Ermittlern Brasch und Drexler.
13 353 Wendemanöver (2) 4. Okt. 2015
14 359 Im Schatten 16. Okt. 2016 Florian Oeller Philipp Leinemann
15 361 Angst heiligt die Mittel 1. Jan. 2017 Susanne Schneider Christian von Castelberg
16 365 Einer für alle, alle für Rostock 28. Mai 2017 Wolfgang Stauch Matthias Tiefenbacher
17 369 In Flammen 10. Juni 2018 Florian Oeller Lars-Gunnar Lotz
18 372 Für Janina 11. Nov. 2018 Eoin Moore, Anika Wangard Eoin Moore
19 376 Kindeswohl 7. Apr. 2019 Christina Sothmann, Lars Jessen Lars Jessen
20 380 Dunkler Zwilling 6. Okt. 2019 Damir Lukačević, Peter Palatsik Damir Lukačević Premiere am 1. Oktober 2019 beim Filmfest Hamburg
21 383 Söhne Rostocks 19. Jan. 2020 Markus Busch Christian von Castelberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Polizeiruf aus Rostock? Oder doch aus Hamburg? In: Hamburger Abendblatt. 17. Oktober 2016, abgerufen am 20. November 2016.
  2. a b "Polizeiruf" aus Rostock: Smells Like Team Spirit. In: Der Spiegel. 23. August 2013, abgerufen am 25. April 2015.
  3. a b Wie böse ist Bukow? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. November 2014, abgerufen am 7. April 2015.
  4. Bukow und König in der Internet Movie Database (englisch)
  5. „Der AfD-Aufkleber war keine künstlerische Entscheidung“, Deutschlandfunk Kultur, abgerufen am 23. November 2018
  6. Nominierung für den Grimme-Preis 2012. Abgerufen am 25. Mai 2018.
  7. Bayerischer Fernsehpreis - Großes Theater. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2013, abgerufen am 7. April 2015.
  8. Roland-Filmpreis für Rostocker "Polizeiruf 110". Artikel vom 6. Juni 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  9. Krimifestival: Roland-Filmpreis geht an «Polizeiruf 110» aus Rostock. Artikel vom 6. Juni 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  10. Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 4. Oktober 2016.
  11. Polizeiruf 110: Einer trage des anderen Last bei focus.de, abgerufen am 9. November 2016.