Bulgarien beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Bulgariens
Übertragende Rundfunkanstalt
BNT
Erste Teilnahme
2005
Anzahl der Teilnahmen
11 (Stand 2017)
Höchste Platzierung
2 (2017)
Höchste Punktzahl
615 (2017)
Niedrigste Punktzahl
7 (2009 SF)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
76,90 (Stand 2016)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,53 (Stand 2016)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Bulgariens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eliza und Stojan, 2013 in Malmö
Poli Genowa, 2016 in Stockholm

Bulgarien nimmt seit 2005 regelmäßig am Eurovision Song Contest teil. Der erste Beitrag Lorraine von Kaffee qualifizierte sich jedoch nicht fürs Finale, ebenso wie das folgende Let Me Cry Mariana Popowas. Mit dem Lied Water gelang Eliza Todorowa und Stojan Jankulow 2007 der Finaleinzug und dort der fünfte Platz. In den darauffolgenden Jahren schieden das Deep Zone Project mit DJ Balthazar 2008, Poli Genowa 2011 sowie Sofi Marinowa 2012 knapp aus, Krassimir Awramow und Miroslaw Kostadinow 2009 und 2010 hingegen als drittletzte ihres Halbfinales recht deutlich. 2013 traten zum zweiten Mal Eliza Todorowa und Stojan Jankulow, die bis dahin einzigen Finalteilnehmer Bulgariens, für ihr Land an, scheiterten jedoch diesmal ebenfalls im Halbfinale. Mit diesem insgesamt achten verpassten Finale teilte sich Bulgarien mit den Niederlanden und Slowenien den Negativrekord für das häufigste Scheitern im Halbfinale. 2014 war man erstmals seit der ersten Teilnahme nicht dabei, ebenso 2015, da die für die Teilnahme benötigten Mittel von staatlicher Seite nicht bewilligt wurden. Bei der Rückkehr 2016 konnte sich Poli Genowa als erste Kandidatin aus Bulgarien seit 2007 für das Finale qualifizieren und erreichte dort den vierten Platz. 2017 nahm Kristian Kostow für Bulgarien teil. Mit dem 2. Platz brach er den Rekord von Poli Genova im Jahr davor und holte somit die beste Platzierung, die Bulgarien je im Contest erreicht hat.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Water einen englischen Titel hatte, wurde es in Bulgarisch gesungen, was das erste Auftreten der Sprache beim Wettbewerb markiert. Auch Na inat (2011) wurde komplett in Landessprache gesungen, Angel si ti (You Are an Angel) enthielt neben bulgarischen auch englische Zeilen, es existieren aber auch eine rein englische und bulgarische Fassung. Der Beitrag Sofi Marinowas von 2012 enthielt Textzeilen in Türkisch, Griechisch, Spanisch, Serbokroatisch, Französisch, Romani, Englisch, Aserbaidschanisch und Italienisch. Die restlichen Beiträge wurden komplett auf Englisch gesungen, Mariana Popowa nahm jedoch auch eine bulgarische Version von Let Me Cry (2006) auf.[1] Der Beitrag von 2016 wurde auf Englisch gesungen und enthielt lediglich einen mehrfach wiederholten bulgarischen Satz im Refrain.

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle bulgarischen Beiträge bis 2013 wurden in öffentlichen Vorentscheidungen gewählt, die unter verschiedenen Systemen stattfanden. 2005 bis 2007 fand vor dem Finale ein Halbfinale statt. Dort entschied eine Expertenjury, das Finale wurde durch Telefonabstimmung entschieden. Dabei gab es 2005 Vorwürfe, dass Kaffe bereits im Vornherein als Sieger feststanden, weswegen das Duo Slawi Trifonow und Sofi Marinowa sich weigerte, in der Livesendung ihren Beitrag zu singen (dennoch erreichten sie den zweiten Platz).[2] 2008 und 2009 (siehe Be A Star) wurden mehrere Viertelfinale hinzugefügt. 2010 hingegen stellte der vorher nominierte Miro in einer Sendung fünf Lieder vor, ebenso Eliza Todorowa und Stojan Jankulow 2013 mit drei Titeln. Auch 2011 fand nur eine Sendung statt, allerdings mit 19 Interpreten. 2012 fanden zwei Halbfinale vor dem eigentlichen Finale statt. 2016 wurde dann zum ersten Mal komplett intern gewählt. Auch 2017 wurde wieder intern gewählt.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
(Musik/Text)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Platz Punkte Platz Punkte
2005 Kaffe
Каффе
Lorraine
(Wesselin Iwanow / Wesselin Iwanow, Orlin Pawlow)
Englisch Ausgeschieden 19 / 25 49
2006 Mariana Popowa
Мариана Попова
Let Me Cry
(Dani Milew / Elina Gawrilowa)
Englisch Lass mich weinen Ausgeschieden 17 / 23 36
2007 Eliza Todorowa & Stojan Jankulow
Елица Тодорова & Стоян Янкулов
Water
(Eliza Todorowa, Stojan Jankulow / Eliza Todorowa)
Bulgarisch Wasser 5 / 24 157 6 / 28 146
2008 Deep Zone Project & DJ Balthazar
Дийп Зоун Проджект & Диджей Балтазар
DJ, Take Me Away
(Dian Sawow)
Englisch DJ, nimm mich weg Ausgeschieden 12 / 19 56
2009 Krassimir Awramow
Красимир Аврамов
Illusion
(Krassimir Awramow, William Tabanou / Krassimir Awramow, Casie Tabanou, William Tabanou)
Englisch Schein Ausgeschieden 16 / 18 7
2010 Miro
Миро
Angel si ti (You Are an Angel)
Ангел си ти
(Miroslaw Kostadinow / Michail Michailow)
Englisch, Bulgarisch Du bist ein Engel Ausgeschieden 15 / 17 19
2011 Poli Genowa
Поли Генова
Na inat
На инат
(Poli Genowa, Sebastian Arman, Boris Milanow, David Bronner)
Bulgarisch Zum Trotz Ausgeschieden 12 / 19 48
2012 Sofi Marinowa
Софи Маринова
Love Unlimited
(Krum Georgiev & Yasen Kozev / Doni Vasilev)
Bulgarisch1 Grenzenlose Liebe Ausgeschieden 11 / 18 45
2013 Eliza Todorowa & Stojan Jankulow
Елица Тодорова & Стоян Янкулов
Samo shampioni
Само шампиони
(Eliza Todorowa, Kristian Talew)
Bulgarisch Nur Sieger Ausgeschieden 12 / 17 45
2014
2015
Auf Teilnahme verzichtet
2016 Poli Genowa
Поли Генова
If Love Was A Crime
(Borislaw Milanow, Sebastian Armann, Joachim Bo Persson, Poli Genowa)
Englisch, Bulgarisch Wenn Liebe ein Verbrechen wäre 4 / 26 307 5 / 18 220
2017 Kristian Kostow
Кристиан Костов 
Beautiful Mess
(Borislaw Milanow, Sebastian Arman, Joacim Bo Persson, Alexander V. Blay, Alex Omar, Kristian Kostow)
Englisch Herrliches Durcheinander 2 / 26 615 1 / 18  403
1 Der Titel enthält außerdem einige Zeilen in Türkisch, Griechisch, Spanisch, Serbokroatisch, Französisch, Romani, Englisch, Aserbaidschanisch und Italienisch.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Bulgarien:

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 GriechenlandGriechenland Griechenland 81
2 ArmenienArmenien Armenien 66
3 RusslandRussland Russland 54
4 UkraineUkraine Ukraine 48
5 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 46
TurkeiTürkei Türkei 46
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 MazedonienMazedonien Mazedonien 28
2 MaltaMalta Malta 25
3 SpanienSpanien Spanien 22
Zypern RepublikZypern Zypern 22
5 FrankreichFrankreich Frankreich 20
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 ArmenienArmenien Armenien 98
2 TurkeiTürkei Türkei 096
3 UkraineUkraine Ukraine 093
4 MazedonienMazedonien Mazedonien 092
5 GriechenlandGriechenland Griechenland 091
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 MazedonienMazedonien Mazedonien 87
2 Zypern RepublikZypern Zypern 75
3 SpanienSpanien Spanien 049
TurkeiTürkei Türkei 049
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 048

Stand: 2016

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei zehn Contests vergab Bulgarien die Höchstpunktzahl an neun verschiedene Länder, davon viermal an Griechenland und zwei Mal an Aserbaidschan.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
2005 GriechenlandGriechenland Griechenland 1
2006 GriechenlandGriechenland Griechenland 9
2007 GriechenlandGriechenland Griechenland 7
2008 DeutschlandDeutschland Deutschland 23
2009 GriechenlandGriechenland Griechenland 7
2010 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 5
2011 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 11
2012 SerbienSerbien Serbien 3
2013 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 2
2016 ArmenienArmenien Armenien (J) 7
RusslandRussland Russland (T) 3
2017 OsterreichÖsterreich Österreich (J) 16
FrankreichFrankreich Frankreich (T) 12

Stand: 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. diggiloo.net
  2. Roel Philips: Chaos in Bulgarian final won by Kaffe (en) In: esctoday.com. 5. Februar 2005. Abgerufen am 28. Dezember 2011.