Bullshit Jobs

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Bullshit Jobs. Vom wahren Sinn der Arbeit ist ein 2018 in englischer Sprache als Bullshit Jobs: A Theory veröffentlichtes Buch des US-Amerikaners David Graeber (1961–2020), Ethnologe, Anarchist und Wirtschaftsprofessor an der London School of Economics and Political Science. Es basiert auf dem von Graeber im August 2013 im Magazin Strike! veröffentlichten Artikel On the Phenomenon of Bullshit Jobs: A Work Rant. Mit dem Begriff Bullshit bezieht er sich auch inhaltlich auf Harry Frankfurt und dessen Schrift On Bullshit.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bullshit Jobs konstatiert Graeber, dass ein Großteil heutzutage verrichteter Arbeit aus Fake Work bestehe und keinen gesellschaftlichen Nutzen erbringe. Dies führe einerseits zu psychischen Problemen bei den Menschen, die diese Arbeit – besser „Lüge von der Arbeit“ – verrichten müssen, andererseits werde sehr viel gesellschaftliches Potential vergeudet. Die Nutzlosigkeit solch vermeintlicher Arbeit misst Graeber daran, dass Menschen, die nach eigenen Angaben Bullshit-Jobs haben, überzeugt davon sind, dass die Welt ohne ihre Jobs nicht schlechter wäre. Bullshit-Jobs seien ein Symptom gesellschaftlicher Wertvorstellungen, die es für vorteilhafter einstufen, sinnlose Erwerbsarbeit zu verrichten, als keiner Erwerbsarbeit nachzugehen. Jegliche Arbeit sei zu unterschiedlichem Grad care work, also Arbeit, bei welcher Mitmenschen geholfen werde. Je höher der Grad an care work in einer Arbeit, desto wahrscheinlicher sei es, dass die Arbeit als sinnhaft wahrgenommen werde. Allerdings gelte tendenziell auch, dass gerade Arbeit mit einem hohen Anteil an care work weniger gut bezahlt sei.

Bullshit jobs vs. shit jobs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bullshit jobs grenzt Graeber von „shit jobs“ ab, die zwar prekär sind, jedoch in der Überzeugung der Beschäftigten einen gesellschaftlichen Nutzen haben (etwa Berufe im Bereich Zeitarbeit, Dienstleistungen und Gebäudereinigung). Bullshit jobs sind im Gegensatz zu „shit jobs“ häufig überdurchschnittlich gut bezahlt.

Typen von Bullshit jobs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Menschen verbringen nach eigenen Angaben an ihrem Arbeitsplatz zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit mit sinnfreien Tätigkeiten. Graeber identifiziert jedoch fünf Jobtypen, die in Gänze als Bullshit-Jobs klassifiziert werden können:

  1. „Lakaien“ (flunkies) sind Jobs, deren eigentlicher Sinn darin besteht, ihre Vorgesetzten wichtig aussehen zu lassen; z. B. Rezeptionisten.
  2. „Schläger“ (goons) werden nur gebraucht, um Schläger anderer Unternehmen in Schach zu halten; z. B. Unternehmensanwälte, PR-Spezialisten.
  3. „Flickschuster“ (ducttapers) lösen die Symptome von Problemen temporär, ohne die Wurzel der Probleme anzugehen; z. B. Programmierer, die fehlerhaften Code reparieren.
  4. „Kästchenankreuzer“ (boxtickers) seien mit der Dokumentation von Arbeit beschäftigt, ohne selbst nützliche Arbeit zu verrichten.
  5. „Aufgabenverteiler“ (taskmasters) kreieren und verteilen sinnlose Aufgaben; z. B. mittleres Management.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Graeber: Bullshit Jobs: A Theory. Simon & Schuster, 2018, ISBN 978-1501143311 (englisch).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensionen:

Interviews:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]