Bund der Freien Waldorfschulen

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Der Bund der Freien Waldorfschulen e. V. (BdFWS) ist der Zusammenschluss der Waldorfschulen in Deutschland mit Sitz in Stuttgart. Korporative Mitglieder sind derzeit 233 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie 8 Seminare und Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 1700 persönliche Mitglieder.[1]

Der Bund vertritt die Interessen der Waldorfschulen und übernimmt gemeinsame Aufgaben, greift als föderative Vereinigung jedoch nicht in die Autonomie der einzelnen Schulen ein. Unter anderem übernimmt er die Beratung von Gründungsinitiativen für Waldorfschulen,[2] die zunächst immer von Privatpersonen (Eltern oder Erziehern) ausgehen.[3] Als Markenrechtsinhaber des Waldorfschul-Namens kann der Bund einzelnen Schulen den Namensgebrauch untersagen.[4] Weitere Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Öffentlichkeitsarbeit und in politischen Aktivitäten im Sinne der Waldorfschulen.

Zur Erfüllung seiner Aufgaben beschäftigte der BdFWS 2013/2014 in Hamburg und Stuttgart 27 Mitarbeiter, die einen Etat von 3,756 Millionen Euro verwalteten. Dieser Etat wurde zu großen Teilen aus den Beiträgen der Mitgliedsschulen finanziert (3,090 Millionen Euro). Zusätzliche 9,5 Millionen Euro (ebenfalls durch die Mitgliedsschulen aufgebracht) wurden für die Lehrerbildung verwendet.[5]

Seit 1984 betreibt der Bund eine Pädagogische Forschungsstelle, unter anderem zur Herausgabe von Fachpublikationen. Daneben veröffentlicht er die Zeitschrift Erziehungskunst, die als Organ für ihn und andere nahestehende Vereine fungiert. Im Jahr 2001 begründete er die Waldorfstiftung zur finanziellen Unterstützung von Waldorfschulen.

Einen dem Bund der Freien Waldorfschulen entsprechenden Zusammenschluss gibt es auf europäischer Ebene im European Council for Steiner Waldorf Education (ECSWE). Daneben existiert die so genannte Internationale Assoziation für Waldorfpädagogik in Mittel-, Osteuropa und weiter östlich liegenden Ländern (IAO) zur Koordination in diesen Regionen.[6]

Vereinbarung zur Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 verabschiedeten die im Bund der Freien Waldorfschulen zusammengeschlossenen Schulen eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit, in der sie sich unter anderem zur Qualitätsentwicklung verpflichten:

  • 1. Die im Bund zusammengeschlossenen Schulen wollen Bewusstsein für Qualitätsfragen der pädagogischen Arbeit entwickeln. Sie erkennen deshalb an, dass es einer differenzierten Darstellung ihrer besonderen pädagogischen Prägung sowie ihrer Sozialgestalt in der Öffentlichkeit bedarf.
  • 2. Jede Schule formuliert ihr Schulprofil und dokumentiert ihre Ziele und Verfahren in folgenden Arbeitsfeldern:
    • Pädagogische Arbeit (Ziele und Wege)
    • Organisations- u. Selbstverwaltungsstruktur
    • Personal- u. Organisationsentwicklung
    • Evaluation
    • Konfliktbearbeitung

Diese Vereinbarungen sind Bestandteil des gemeinsamen Leitbildes der Waldorfschulen in Deutschland.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Kiersch: Die Waldorfpädagogik | Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners. 12. Auflage. 2010, ISBN 978-3-7725-1247-6.
  • Henning Kullak-Ublick: Jedes Kind ein Könner - Fragen und Antworten zur Waldorfpädagogik. 2014, ISBN 978-3-7725-2725-8.
  • Frans Carlgren: Erziehung zur Freiheit. 10. aktualisierte Auflage. 2009, ISBN 978-3-7725-1619-1.
  • Zeitschrift Erziehungskunst[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bund der Freien Waldorfschulen: waldorfschule.de, abgerufen 25. Juni 2012.
  2. Vgl. Walter Hiller: Der Bund der Freien Waldorfschulen. In: Inge Hansen-Schaberg, Bruno Schonig: Basiswissen Pädagogik. Reformpädagogische Schulkonzepte Band 6: Waldorf-Pädagogik. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2002, ISBN 3-89676-503-5, S. 275 ff.
  3. Vgl. Heiner Ullrich: Reformpädagogische Schulkultur mit weltanschaulicher Prägung - Pädagogische Prinzipien und Formen der Waldorfschule. In: Inge Hansen-Schaberg, Bruno Schonig: Basiswissen Pädagogik. Reformpädagogische Schulkonzepte Band 6: Waldorf-Pädagogik. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2002, ISBN 3-89676-503-5, S. 143.
  4. Z. B. Freie Waldorfschule Kempten legt ihren Namen ab. In: Allgäuer Zeitung. 10. Oktober 2008, abgerufen 11. Juni 2012.
  5. Jahresbericht 2014. Bund der Freien Waldorfschulen, S. 8ff, abgerufen am 11. November 2014 (PDF).
  6. Bund der Freien Waldorfschulen: waldorfschule.de, abgerufen 25. Juni 2012.
  7. Gemeinsames Leitbild der Waldorfschulen (PDF), abgerufen 29. Dezember 2009.
  8. Erziehungskunst