Bund der Freunde der Sowjetunion

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Der Bund der Freunde der Sowjetunion (BdFSU) war eine am 4. November 1928 gegründete und 1933 verbotene kommunistische Organisation in Deutschland, mit dem Ziel einen aus ihrer Sicht drohenden Krieg gegen die Sowjetunion zu verhindern.[1]

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bund folgte der Doppelaufgabe in allen kapitalistischen Ländern eine Massenorganisation der Arbeiter zur Verteidigung der Sowjetunion gegen „imperialistische Angriffe“ zu bilden und dies mit dem Kampf gegen Kapitalismus und Sozialfaschismus zu verbinden.[2] Auf der Mitgliedskarte des BdFSU stand: „Zweck und Ziel des BDFSU ist die Zusammenfassung aller Kräfte, die den imperialistischen Krieg bekämpfen und bereit sind, die Sowjetunion zu verteidigen, sowie die weitere Aufklärung über die wirkliche Lage der Sowjetunion zu verbreiten.“[3] In einer Rede vor dem Zentralkomitee der KPdSU am 5. Juli 1928 erinnerte Josef Stalin das ausländische Proletariat daran:

„das Proletariat der UdSSR in seinem Kampf gegen innere und äußere Feinde zu unterstützen, gegen einen auf die Erdrosselung der proletarischen Diktatur in der UdSSR gerichteten Krieg zu kämpfen, den direkten Übergang der Armeen des Imperialismus auf die Seite der proletarischen Diktatur in der UdSSR im Falle eines Überfalls auf die UdSSR zu propagieren.“[4]

Der Bund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BdFSU war der deutsche Ableger der im November 1927 in Moskau gegründeten „Internationalen Vereinigung der Freunde der Sowjetunion“ und stand der KPD nahe. Der französische Ableger hieß „Amis de l'Union“. Im September 1928 wurde das Berliner Komitee des Bundes gegründet, welcher den Gründungskongress am 4. November im Kongresssaal des Preußischen Herrenhauses in Berlin organisierte. Auf diesem Gründungskongress wurde ein Reichskomitee gewählt, dessen 1. Vorsitzender Max Hodann (1894–1946) wurde.[5] Weiterhin arbeitete im Vorstand Walter Stoecker, der auch den Internationalen Bund der Freunde der Sowjetunion leitete. Sitz der Gesellschaft war in Berlin, Dorotheenstr. 19.[6]

Max Hodann war zugleich auch Herausgeber der Bundeszeitschrift. Die Zeitschrift hieß bis März 1930 „Der drohende Krieg“, bis Juni 1932 „Freund der Sowjets“ und dann „Sowjet-Rußland von heute“.

Als Zielgruppe für seine Aktivitäten sah der Bund Arbeiter und Intellektuelle. Die Tätigkeit des Bundes umfasste vor allem die Herausgabe von Publikationen, Reisen von Arbeiterdelegationen in die Sowjetunion, Versammlungen, Vorträge, darunter Lichtbildvorträge, Ausstellungen, Filmvorführungen persönliche Begegnungen.

Zu seinem Höhepunkt 1932 hatte der Bund etwa 50.000 Mitglieder, und die Zeitschrift hatte eine Auflage von 23.000 Stück.

Eine ähnliche Organisation war die Gesellschaft der Freunde des neuen Rußland, deren Tätigkeiten sich überschnitten.

Die Organisation wurde mit Beginn der Nazidiktatur verboten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Remer: Der Bund der Freunde der Sowjetunion und seine Tätigkeit auf kulturellem Gebiet. In: Heinz Sanke (Hrsg.): Deutschland Sowjetunion, Aus fünf Jahrzehnten kultureller Zusammenarbeit. Berlin 1966, S. 117–126.
  • Christoph Mick: Sowjetische Propaganda, Fünfjahrplan und deutsche Russlandpolitik 1928–1932. Stuttgart 1995, S. 92–109.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mick, S. 94 f.
  2. Mick, S, 142.
  3. Mick, S. 135.
  4. Zit. n. Mick, S. 129 f.
  5. Hans Hecker, Frank Kämpfer, Reisen zu den Sowjets 1921-1941, LIT Verlag Münster 2003, S. 584 f.
  6. Hans-Rainer Sandvoß: Die »andere« Reichshauptstadt: Widerstand aus der Arbeiterbewegung in Berlin, S. 336 (online)