Bund der Industriellen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Bund der Industriellen (BdI), gegründet am 7. November 1895, wurde ins Leben gerufen, um die Interessen der verarbeitenden Industrie gegenüber Politik und konkurrierenden Verbänden zu vertreten.

Seine Entstehung gehört in den Kontext einer Welle von Verbands- und Vereinsgründungen, die im 19. Jahrhundert, besonders stark aber seit der Reichsgründung 1871, das gesellschaftliche Leben in Deutschland veränderte. Laut seiner Satzung bezweckt er „die Wahrung der gemeinsamen Interessen der deutschen Industrie, sowie ein Zusammenwirken in allen die deutsche Industrie betreffenden Fragen.“ Ein Motiv für die Gründung war, dem einflussreichen „Bund der Landwirte“ eine schlagkräftige Interessenvertretung der Industrie entgegenzustellen. Außerdem grenzte er sich vom „Centralverband deutscher Industrieller“ (CDI) ab, der die Montanindustrie vereinte und die Zollschutzpolitik der Regierung unterstützte.

Der BdI, dessen Präsidium zeitweise Gustav Stresemann angehörte, verschaffte ausdrücklich den kleineren und mittleren Betrieben der Leicht- und Fertigindustrie – aber auch der aufstrebenden elektrotechnischen und chemischen Industrie – Gehör. Er plädierte für einen explizit freihändlerischen Kurs.

Nach dem Ersten Weltkrieg vereinigten sich 1919 der CDI und BdI im Reichsverband der Deutschen Industrie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toni Pierenkemper: Gewerbe und Industrie im 19. und 20. Jahrhundert. In: Enzyklopädie Deutscher Geschichte. Nr. 29. Oldenbourg, München 1995, ISBN 3-486-55015-2.
  • Hans-Peter Ullmann: Der Bund der Industriellen. Organisation, Einfluß und Politik klein- und mittelbetrieblicher Industrieller im Deutschen Kaiserreich 1895–1914 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 21). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1976, ISBN 3-525-35972-1.
  • Wilhelm Wendlandt (Hg.): Die deutsche Industrie 1888 – 1913 : Festgabe zum 25jährigen Regierungs-Jubiläum seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. Leopold Weiß, Berlin 1913.