Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde

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Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
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Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 10. März 1955
Ort Berlin
Vorstand Präsident: Stephan Nießner
Stellv.: Rolf Lange
Weiterer Vorstand:
Jan-Peer Brenneke
Werner Hilse
Bernd Homann
Harald Melwisch
Heinz-Werner Süss
Susanne Langguth
Geschäftsführer Christoph Minhoff (HGF)
Angelika Mrohs
Marcus Girnau
Peter Loosen (Büro Brüssel)
Mitglieder 77 Verbände, 250 Unternehmen und 148 Einzel- und korporative Mitglieder (2015)[1]
Website http://www.bll.de/

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft mit Sitz in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde im Jahr 1955 als Nachfolgeorganisation des Bundes Deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und -händler (ab Dezember 1936 Bund Deutscher Lebensmittel-Fabrikanten und -Händler für Lebensmittelkunde und Lebensmittelrecht, kurz Nürnberger Bund) gegründet, der von 1901 bis 1945 bestand.[2][3][4] Die Gründungsversammlung fand am 10. März 1955 im Grand-Hotel Fürstenhof in Nürnberg statt.[5]

Im Jahr 2010 verlegte der Verband den Sitz seiner Geschäftsstelle vollständig von Bonn nach Berlin, wo seit 2005 ein Hauptstadtbüro bestanden hatte.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Mitgliedern zählen nach Angaben des Verbandes 77 Interessenverbände, 250 Unternehmen sowie 148 Einzelmitglieder und korporative Mitglieder.[1] Sie kommen aus den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Lebensmittelindustrie, Lebensmittelhandel, Zulieferbereiche, Verpackungsindustrie, Chemische Industrie, private Untersuchungslaboratorien, Anwaltskanzleien und Verlage.[6] Die Finanzierung erfolgt durch die Mitglieder aus der Lebensmittelwirtschaft wie Landwirtschaft, Industrie, Gastronomie, es werden jedoch keine Zahlen bekanntgegeben.

In den BLL-Büros in Berlin und Brüssel arbeiten Juristen und Naturwissenschaftler interdisziplinär zusammen. Ihre Aufgabengebiete umfassen die Entwicklung des deutschen, europäischen und internationalen Lebensmittelrechts. Mitglieder des Verbandes arbeiten regelmäßig an der Fortentwicklung des Deutschen Lebensmittelbuches mit, dessen Vorschriften eine entscheidende Grundlage für die operative Tätigkeit vieler Verbandsmitglieder darstellen.[7]

Wahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wirtschaftsverband vertritt er Interessen seiner Mitglieder aus der Lebensmittelwirtschaft. Von Seiten der Wirtschaft, aber auch der Wissenschaft, hier besonders von Vertretern der Ernährungs- und Rechtswissenschaften, wird daher seine wirtschaftspolitischen Bedeutung und wissenschaftlichen Seriosität betont.[8]

Einzelpersonen, einzelne NGOs wie Foodwatch sowie Gegner der Grünen Gentechnik äußern sich negativ bis hin zur Skandalisierung über den Verband und werfen ihm Einflussnahme bei Gesetzgebungsverfahren vor. Greenpeace bekam laut Medienberichten im Jahr 2003 ein internes Papier zum Thema Gentechnik zugespielt, das die Beteiligung des BLL an Pro-Gentechnik-Kampagnen zeige.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BLL: 60 Jahre BLL.
  2. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland: Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde
  3. BLL: Über 100 Jahre Verbandsgeschichte – vom Nürnberger Bund zum BLL.
  4. BLL: Satzung des BLL (Auflage 2010)
  5. Hans-Jürgen Rabe (2005): 50 Jahre BLL. In: BLL (Hrsg.): In Sachen Lebensmittel: 50 Jahre BLL. Ansprachen und Vorträge anlässlich der Jahrestagung 2005. Online unter: [1]. Letzter Zugriff: 16. Juni 2014.
  6. vgl. Mitgliederübersicht auf der Verbandswebsite (Letzter Zugriff: 2. April 2014).
  7. vgl. z.B. Peter Mühlbauer: Geheimsache Fruchtkremfüllung. Telepolis, 10. März 2010.
  8. Helmut Erbersdobler (2005): Editorial 05/05: 50 Jahre BLL
  9. Helmut Lorscheid (21. Oktober 2003): Kampagne für Genfood. In: Telepolis.