Bundelkhand

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Lage von Bundelkhand in Indien
Palast von Orchha (16./17. Jh.) und umgebende Landschaft
Chhatris der Herrscher von Orchha (17./18. Jh.) am Fluss Betwa

Bundelkhand (Hindi: बुंदेलखंड, Bundelkhanḍ) ist eine geographische Region im Norden Indiens. Die Region liegt heute in den Bundesstaaten von Uttar Pradesh und Madhya Pradesh, wobei der größte Teil auf Madhya Pradesh entfällt. Während des Indischen Aufstands von 1857 gehörte Bundelkhand zu den aufständischen Regionen. Seit 1854 war es administrativ Teil der Central India Agency.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von zahlreichen Flüssen (darunter Betwa, Chambal, Ken, Sindh u. a.) mit Wasser versorgte Region Bundelkhand ist überaus fruchtbar. Die wichtigsten Städte der Region sind Jhansi, Datia, Lalitpur, Sagar, Damoh, Orai, Panna, Mahoba, Banda, Narsinghpur und Chhatarpur. Die Städte von Gwalior, Jabalpur und auch Bhopal sind kulturell stark von der Region Bundelkhand beeinflusst, was sich insbesondere im Sprachgebrauch zeigt. Große Teile der der Region liegen in Höhen von ca. 200 bis 300 m ü. d. M.; das die Region in Teilen durchziehende Vindhyagebirge erreicht Maximalhöhen von ca. 600 m.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage des wirtschaftlichen Lebens bildet die Landwirtschaft. In den Klein- und Mittelstädten bildeten sich Handwerk und Handel heraus, denen das Dienstleistungsgewerbe zur Seite trat. Die Minen von Panna sind für ihre Funde an kleineren Diamanten bekannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte Herrscherdynastie der Region waren die Gaharwars, die von den Guptas, den Pratiharas und den Chandellas gefolgt wurden. Im 13. Jahrhundert war das Sultanat von Delhi die bedeutendste Macht in Nordindien, doch überließen sie den Chandelas die Kontrolle über die spätere Region Bundelkhand. Im 14. Jahrhundert wanderten Rajputen vom Stamm der Bundela ein, die im 16. Jahrhundert allmählich die Macht übernahmen und mit den Moguln kooperierten; ihnen verdankt die Region ihren Namen. Zentrum ihrer Macht war das im Jahr 1531 gegründete Orchha; im 17. Jahrhundert entstanden kleinere, quasi unabhängige Teilreiche in Datia, Panna, Ajaigarh und andernorts. Im ausgehenden 17.Jahrhundert revoltierte der Bundela-Anführer Chhatrasal gegen die Zentralgewalt der Moguln unter Aurangzeb und verbündete sich mit den Marathen unter Shivaji.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten Orten von Bundelkhand gehört Khajuraho mit seinem von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuften Tempelbezirk und anderen verstreut liegenden Tempeln aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Die Palastanlage und die Chhatris der Herrscher von Orchha gehören ebenfalls zu den häufiger besuchten Sehenswürdigkeiten der Region. Historisch und künstlerisch bedeutsam sind die nur selten besuchten mittelalterlichen Tempel beim Ort Deogarh.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nördlich an Bundelkhand grenzt die ehemalige Region Avadh (oder Oudh) an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]