Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

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Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
— BDBOS —

Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben logo.svg
Staatliche Ebene Bund
Stellung rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts
Aufsichtsbehörde Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Gründung 1. September 2006
Hauptsitz Berlin
Präsident Andreas Gegenfurtner[1]
Bedienstete 770 Stellen[2]
Netzauftritt www.bdbos.bund.de

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) mit Sitz in Berlin ist eine bundesunmittelbare rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihre Aufgaben sind nach eigenen Angaben „der Aufbau, der Betrieb und die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit eines digitalen Sprech- und Datenfunksystems“ für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Die BDBOS hat ihre Tätigkeit am 2. April 2007 aufgenommen.[3] Darüber hinaus hat die BDBOS am 1. Januar 2019 den Betrieb der Netze des Bundes (NdB) übernommen.

BSI Sicherheitskarte

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wurde durch das BDBOS-Gesetz vom 28. August 2006 errichtet (BGBl. I S. 2039).[4]

Ursprünglich hatte der damalige Bundesinnenminister Otto Schily den Auftrag für den Aufbau und Betrieb des digitalen Behördenfunknetzes ohne Ausschreibungsverfahren mittels einer sogenannten „freihändigen Vergabe“ an die DB-Telematik, eine Deutsche-Bahn-Tochter, vergeben.

Nachdem mehrmonatige Verhandlungen zwischen Bahn und Bund beziehungsweise Ländern über Leistungsumfang und Kosten des Netzaufbaus im Dezember 2006 gescheitert waren, trieben Bund und Länder den Aufbau des Digitalfunks in Eigenregie voran. Die BDBOS soll den Netzaufbau koordinieren.[5] Mit der Unterstützung der höchst komplexen Gesamtsteuerung während des Netzaufbaus hat die BDBOS einen externen Projektsteuerer beauftragt.[6]

BOS-Digitalfunknetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der digitale BOS-Funk in Deutschland ist das weltweit größte Funknetz, das auf dem internationalen TETRA-Standard basiert:

  • über 4.750 Basisstationen versorgen 99,2 Prozent der Fläche Deutschlands mit dem Digitalfunk BOS.
  • über 914.000 Teilnehmer sind im Netz registriert.
  • Die zeitliche Netzverfügbarkeit liegt im Durchschnitt bei 99,97 Prozent.
  • Monatlich werden über 50 Millionen Funksprüche abgesetzt.[2]

Die BDBOS ist seit 1. Januar 2019 auch Eigentümer der ALDB GmbH, die technischer Betreiber des BOS-Digitalfunknetzes ist.[7]

Normung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der PMR-Expo in Leipzig 2007 verteilte die BDBOS ihren Änderungskatalog Endgeräteanforderungen Teil B. In diesem werden in über 400 Punkten für das deutsche Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben die Änderungen gegenüber einem handelsüblichen TETRA-Funkgerät festgeschrieben. Darin werden teilweise absurde Forderungen gestellt wie z. B. Punkt 434 : Es soll im Lieferumfang der Endgeräte das Endgerät selbst enthalten sein. Leider wurde aber in keiner Anforderung etwas so Grundlegendes wie eine einheitliche Steckerbelegung festgeschrieben. Einer von vielen Nachteilen dürfte die fehlende Anschaltung von Rundumtonkombinationen an zukünftige BOSNET-Mobilgeräte, oder die Austauschbarkeit von Sprechgarnituren bei Handfunkgeräten sein.

Für Zertifizierungen nach BDBOS-Gesetz werden Gebühren durch die BDBOS nach der Besonderen Gebührenverordnung des BMI[8] erhoben. Die Bestimmung der Gebühren erfolgt durch das Statistische Bundesamt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BDBOS: Neuer Präsident der BDBOS. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original; abgerufen am 1. Juli 2016.
  2. a b BDBOS: Daten und Fakten zum Digitalfunk BOS (Stand April 2020). Abgerufen am 5. Juni 2020.
  3. Mitteilung des Bundesinnenministeriums zur BDBOS@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmi.bund.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. BT-Drs. 16/1364.
  5. Pressemitteilung des BMI vom 15. März 2007@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmi.bund.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  6. @1@2Vorlage:Toter Link/www.bdbos.bund.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS))
  7. BDBOS - Aktuelles und Presse - BDBOS-Präsident Andreas Gegenfurtner eröffnet zweiten Messetag der PMRExpo 2019. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  8. BMIBGebV - Besondere Gebührenverordnung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat für individuell zurechenbare öffentliche Leistungen in dessen Zuständigkeitsbereich. Abgerufen am 12. April 2020.
  9. Haider et al.: Ermittlung kostendeckender Gebührensätze - Methodik und Anwendung. In: Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Wirtschaft und Statistik. Nr. 5. Wiesbaden 2019 (destatis.de [PDF]).