Bundesautobahn 111

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Bundesautobahn 111 in Deutschland
Bundesautobahn 111
 European Road 26 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 111
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Autobahndreieck Kreuz Oranienburg
(52° 42′ N, 13° 12′ O)
Straßenende: Autobahndreieck Charlottenburg
(52° 32′ N, 13° 17′ O)
Gesamtlänge: 23 km

Bundesland:

A111DreieckCharlottenburg.JPG
A 111 bei Nacht von der Heckerdammbrücke am Dreieck Charlottenburg
Abschnitt der A 111 vor dem Tunnel Ortskern Tegel
Bau der A 111 am Grenzübergang zwischen Stolpe und Heiligensee, 1982

Die Bundesautobahn 111 (Abkürzung: BAB 111) – Kurzform: Autobahn 111 (Abkürzung: A 111), auch Zubringer Oranienburg genannt – verläuft komplett seit Dezember 1987 im Norden Berlins und verbindet die Berliner Stadtautobahn (A 100) mit dem Berliner Ring (A 10) vom Dreieck Charlottenburg über das ehemalige Kreuz Reinickendorf zum Kreuz Oranienburg. Zwischen den Anschlussstellen Schulzendorfer Straße und Waidmannsluster Damm verlief die Straße lange Zeit als B 111 ohne historischen Bezug zur eigentlichen Bundesstraße 111 in Mecklenburg-Vorpommern.

Die A 111 wurde von 31. Dezember 1987 bis zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 für den Transitverkehr durch die DDR nach Hamburg und Malmö (Schweden) mit dem Grenzübergang Heiligensee/Stolpe genutzt.

Von 1975 bis zur Wiedervereinigung wurde die Autobahn als A 11 bezeichnet. Im Zuge der Nummerierung der Autobahnen nach 1990 in Ostdeutschland wurde dann die neue Nummer A 111 zugeordnet.

Tunnel Flughafen Tegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tunnel Flughafen Tegel Berlin, kürzer Tunnel Flughafen Tegel (TFT), wurde 1979 im Zuge des Baus der A 111 in Betrieb genommen.[1] Die Länge der Tunnelröhre Ost (Fahrtrichtung Nord) beträgt 967 m, die Tunnelröhre West (Fahrtrichtung Süd) erstreckt sich über eine Länge von 878 m.[1] Die zwei getrennten Tunnelröhren wurden in offener Bauweise in einer Baugrube mit Grundwasserabsenkung errichtet und anschließend abgedeckt, sodass die Start- und Landebahn des Flughafens darüber liegt. Die Außenwandstärken betragen 80 cm, die Mittelwand wurde mit einer Dicke von 60 cm konzipiert. Die Sohlplatte hat eine Regelplattenstärke von 1,20 m. Die Stärke der Deckenplatte beträgt im Mittel einen Meter. Die lichte Weite innerhalb der beiden Tunnelröhren beträgt jeweils ca.10,50 m, die lichte Höhe wurde mit 5,50 m konzipiert und ist mit Ausbauten bei minimal 4,81 m.[1] Aufgrund von verschärften Sicherheitsrichtlinien für Straßentunnel (unter anderem 2004/54/EG vom 29. April 2004) und der in den 1990er Jahren erforschten Undichtigkeiten des Tunnels wurde eine Grundinstandsetzung geplant,[1] die beginnend mit dem 8. November 2006 für 18 Monate mit einer Vollsperrung durchgeführt wurde.[2]

Transponder in der Asphaltdecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2011 erfolgte auf einem 7,5 Kilometer langen Abschnitt der A 111 bei Hennigsdorf während der Erneuerung der Asphaltdecke der Einbau von Transpondern im Abstand von je 50 Metern. Mit diesem Pilotprojekt, das rund vier Millionen Euro kostete, werden über die Chips alle relevanten Daten ab dem Tag des Einbaus der neuen Asphaltdecke gespeichert. Laut der beauftragten Forschungsfirma Kirchner führt das erstmals zu einer exakten Erfassung aller Parameter des Herstellungsprozesses wie Lufttemperatur, Windstärke, Temperatur und Feuchtigkeit des Untergrundes sowie Abweichungen der vorgegebenen optimalen Werte des Baumaterials. Diese Gütekontrolle ermöglicht es, die besten Varianten zu ermitteln, die dann wiederum zu einer längeren Haltbarkeit später herzustellender Straßendecken führen sollen. Die Chips sind einen Millimeter dick und haben einen Durchmesser von zehn Millimetern. Sie bleiben bis zur folgenden Fahrbahnerneuerung in der Decke, die Daten können jederzeit abgerufen werden. Als Nächstes wird daran gearbeitet, die Datenchips zur Steuerung der Verkehrsströme, der Winterdienste oder gar zur Fahrbahnheizung weiterzuentwickeln.[3]

Geplante Sanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des baulichen Zustands ist voraussichtlich ab dem Jahr 2021 eine grundhafte Sanierung des Berliner Abschnitts der A 111 erforderlich. Dies umfasst neben der Erneuerung der Fahrbahn auch die Sanierung der Tunnel Beyschlagsiedlung, Forstamt Tegel und Tegel Ortskern sowie der Ersatzneubau der abgängigen Brücken in diesem Streckenabschnitt. Mit der Planung und Durchführung der Baumaßnahmen wurde die DEGES beauftragt.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Omnibus-Haltestelle Hinckeldeybrücke nahe dem Flughafen Tegel, die von der Linie M21 bedient wird, ist die einzige Bushaltestelle in Deutschland an einer Autobahn. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es auch auf der Berliner Stadtautobahn mehrere Bushaltestellen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 111 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d BAB A 11 Tunnel Flughafen Tegel Berlin – Grundinstandsetzung und betriebs- und sicherheitstechnische Nachrüstung. SSF Ingenieure. Abgerufen am 5. Januar 2017.
  2. Grundinstandsetzung und Erneuerung des Tunnel Flughafen Tegel (TFT) beginnt am 8. November 2006. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. 1. November 2006.
  3. Jens Blankennagel: Straße mit Gedächtnis. Bei einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt werden erstmals Chips im Asphalt versenkt. In: Berliner Zeitung, 23. November 2011, S. 22
  4. Drucksache 18/12380. Abgeordnetenhaus Berlin, 17. Oktober 2017; abgerufen am 3. November 2017 (PDF).