Bundesautobahn 36

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Bundesautobahn 36 in Deutschland
Bundesautobahn 36
Karte
Verlauf der A 36
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Vienenburg
(51° 56′ N, 10° 35′ O)
Straßenende: Ilberstedt
(51° 48′ N, 11° 41′ O)
Gesamtlänge: 89 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Status: Höherstufung von B6 geplant
künftige A 36 bei Quedlinburg, hier noch als Bundesstraße 6.
künftige A 36 bei Quedlinburg, hier noch als Bundesstraße 6.

Bundesautobahn 36 (Abkürzung: BAB 36) – Kurzform: Autobahn 36 (Abkürzung: A 36) – ist die künftige Bezeichnung für die bestehende, umgangssprachlich Bundesstraße 6n genannte, vierstreifig ausgebaute autobahnähnliche Straße von der A 395 bei Vienenburg bis Autobahnkreuz zur A 14. [1]

Zudem war sie die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführte Projektbezeichnung einer geplanten Autobahn, die von Hameln (Dreieck mit A 35) über Elze oder Alfeld, nördlich Bockenem (Kreuz mit A 7), Goslar, Bad Harzburg (Kreuz mit A 369 bzw. der heutigen B 4) zur innerdeutschen Grenze bei Stapelburg verlaufen sollte.

Ursprüngliche Planung in den Jahren 1971 bis 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971–1974[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der zwischen 1975 und 1980 vorgesehenen Bundesautobahn 36

Im aus dem Jahre 1971 stammenden Plan für den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 war zwischen dem Raum Lemgo, Hameln, Alfeld, Goslar, Bad Harzburg und der innerdeutschen Grenze eine Autobahnverbindung unter der internen Bezeichnung A 106 vorgesehen.[2][3]

1975–1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Neustrukturierung der Autobahnnumerierung ab 1. Januar 1975 erhielt das Vorhaben zwischen Hameln und der innerdeutschen Grenze die neue Bezeichnung Bundesautobahn 36, während der westlich Hameln gelegene Teil der bisherigen A 106 modifiziert und der neuen A 35 zugeordnet wurde. Zwischen Hameln und Bockenem existierten in den Plänen unterschiedliche Trassierungen über Elze oder Alfeld. Auch im Raum Goslar wurde die ortsnahe Trassierung der A 106 durch eine weiträumige nördliche Umgehung in der Planung ersetzt.[4] [5] Nach dem Ersten Gesetz vom 5. August 1976 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1976, Teil I, S. 2093) war die A 36 fast vollständig dem möglichen weiteren Bedarf zugeordnet. Lediglich ein kurzer Abschnitt zwischen Goslar (B 82) und der B 4 nördlich Bad Harzburg war zweistreifig in die Dringlichkeitsstufe Ia gesetzt.

1980–1986[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bundesverkehrswegeplan 1980 und dem Zweiten Gesetz vom 25. August 1980 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1980, Teil I, S. 1614) kam das Aus für dieses Autobahnprojekt. Auf der bisherigen Trasse der A 36 zwischen Hameln und dem Raum nördlich Goslar sowie zwischen Bad Harzburg und der innerdeutschen Grenze bestanden auch keine anderen Planungen. Der bereits begonnene Abschnitt der A 36 zwischen Bad Harzburg und Goslar wurde nunmehr als vierstreifiger Neubau der B 6n klassifiziert. Daran anschließend war zwischen Goslar (B 241), Hahndorf, Jerstedt und Langelsheim ein zweistreifiger Neubau der B 82 in Bedarfsstufe I vorgesehen. Zwischen Langelsheim und Rhüden bestanden keine Planungen zum Neu- oder Ausbau der B 82. Bei Rhüden sollte an die B 82 ein zweistreifiger Neubau über Brunsen (nördlich Einbeck) bis nördlich Holzminden unter der Bezeichnung B 82n angeschlossen werden. Davon war die OU Brunsen in die Bedarfsstufe I, die restliche Strecke jedoch in die Bedarfsstufe II eingeordnet. Bei Holzminden sollte die Strecke in die Ortsumgehung im Zuge der B 64 (Bevern–Holzminden–Höxter) münden. Zudem sollte an die zweite Ortsumgehung von Holzminden im Zuge der B 497 ein zweistreifiger Bundesstraßenneubau als B 239n über Schwalenberg, Steinheim nach Horn-Bad Meinberg anschließen und dort in den vierstreifigen Streckenzug der B 239n über Detmold, Lage, Bad Salzuflen, Herford nach Kirchlengern münden. Die Verbindung Holzminden-Horn-Bad Meinberg war nur in der Dringlichkeitsstufe II vorgesehen.

1986–1993[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch mit dem Dritten Gesetz vom 21. April 1986 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen (BGBl. 1986, Teil I, S. 557) blieb die ursprüngliche Planung zur A 36 unberücksichtigt. Hingegen änderten sich die Vorhaben zu den Bundesstraßen 6, 82 und 239. Die weiträumige nördliche Umgehung von Goslar wurde ersetzt durch eine vierstreifige stadtgebietsquerende Trassierung. Zwischen Goslar und Langelsheim war nunmehr eine Führung südlich der alten B 82 angedacht. Im Bedarfsplan war zwar die Strecke Rhüden–Holzminden als B 82n weiter enthalten (weitere Planung). Die B 239n Holzminden–Horn-Bad Meinberg war jedoch nur noch zwischen Steinheim und Bad Meinberg (vordringlicher Bedarf) sowie zwischen Fürstenau und Vörden (vordringlicher Bedarf, z. T. laufendes Vorhaben) enthalten; die Strecke Vörden–Steinheim sollte nicht in der Baulast des Bundes realisiert werden. Die Verbindung Holzminden–Fürstenau war gänzlich entfallen.

1993–2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bedarfsplan des Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993 (BGBl. 1993, Teil I, S. 1877) enthielt die frühere A 36-Planung zwischen Hameln und Goslar ebenfalls nicht. Westlich Goslar war die OU Langelsheim/Astfeld als laufendes Vorhaben eingestellt. Der Neubau einer B 82 zwischen Rhüden und Holzminden war mit modifizierter Trasse weiter enthalten (weiterer Bedarf). Die Strecke Fürstenau - Vörden war als laufendes Vorhaben eingestellt. Zwischen dem Raum südwestlich von Steinheim und Horn-Bad Meinberg war die B 239n im vordringlichen Bedarf vorgesehen. Zwischen Vörden und Steinheim blieb es bei einem Neubauprojekt in anderer Straßenbaulastträgerschaft, die Strecke Holzminden - Fürstenau blieb gestrichen.

ab 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bundesverkehrswegeplan 2003 war eine Autobahnverbindung zwischen Hameln und Goslar weiterhin nicht enthalten. Die Verbindung Bad Meinberg - Holzminden - Rhüden (B 239n/B 82n) ist ebenfalls in diesem Plan nicht vorgesehen. Einzig der Bau der zweistreifigen und 8,2 Kilometer langen OU Langelsheim/Astfeld im Zuge der B 82 war als laufendes bzw. fest disponiertes Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan 2003 eingestellt, wobei 4,1 Kilometer bereits 2000 fertiggestellt worden waren und im Jahre 2003 die Reststrecke dem Verkehr übergeben wurde.

Lediglich ein 5,7 Kilometer langes Teilstück zwischen Goslar (B 82) und Bad Harzburg (B 4) wurde 1978 in Angriff genommen. Es wurde in den Jahren 1983 und 1987 als B 6 fertiggestellt:

Abschnitt Jahr km Bemerkung
AD Bad Harzburg–AS Goslar-Oker/Vienenburg 1983 4,2 km vierstreifig, als B 6
AS Goslar-Oker/Vienenburg – Anbindung an B 241 1987 1,5 km vierstreifig, als B 6

Planung und Bau der heutigen Bundesautobahn 36[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung fand die Strecke Bad Harzburg–Bernburg als vierstreifige autobahnähnliche B 6n Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 1992. Im Bedarfsplan des Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993 (BGBl. 1993, Teil I, S. 1877) war die B 6n beginnend am Dreieck Bad Harzburg über Quedlinburg zur A 14 nordwestlich von Bernburg und südwestlich von Bernburg an die A 14 anknüpfend weiter nach Dessau im vordringlichen Bedarf vorgesehen.

Die Verbindung von Bad Harzburg bis Bernburg wurde schrittweise zwischen 2000 und 2011 fertiggestellt:

Abschnitt Jahr km
AS Stapelburg – östlich AS Wernigerode Nord 2000 8,1 km
A 395 – Landesgrenze Niedersachsen/Sachsen-Anhalt 2001 2,7 km
Landesgrenze Niedersachsen/Sachsen-Anhalt – AS Stapelburg 2001 6,2 km
östlich AS Wernigerode-Nord – K 1346 bei Benzingerode 2002 7,5 km
AS Aschersleben West – östlich AS Aschersleben-Nord 2002 5,5 km
K 1346 bei Benzingerode – AS Heimburg 2003 5,0 km
östlich AS Aschersleben-Nord – Aschersleben-Ost 2003 3,8 km
AS Heimburg – östlich AS Blankenburg-Nord 2004 2,9 km
östlich AS Aschersleben-Ost – Ortsverbindungsstraße Strummendorf 2004 1,7 km
östlich AS Blankenburg-Nord – östlich AS Blankenburg-Ost (Ortsumgehung Blankenburg) 2005 5,6 km
östlich AS Blankenburg-Ost – AS Quedlinburg-Zentrum 2006 9,0 km
AS Hoym – AS Aschersleben-West 2006 4,3 km
AS Quedlinburg-Zentrum – AS Quedlinburg-Ost 2007 4,2 km
AS Quedlinburg-Ost – AS Hoym 2007 10,3 km
Ortsverbindungsstraße Strummendorf – östlich AS Güsten 2008 2,8 km
östlich AS Güsten – AS Ilberstedt 2009 5,7 km
AS Ilberstedt – A 14 2011 3,5 km

Die Strecke wurde zwischen Bad Harzburg und der AS Bernburg als B 6 sowie zwischen der AS Aschersleben-West und der AS Bernburg zusätzlich als B 185 gewidmet. Die Verbindung wird auch Nordharzautobahn bzw. Nordharzschnellstraße in Anspielung auf die Südharzautobahn (A 38) genannt. Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt strebt seit 2012 beim Bund die Aufstufung zur Bundesautobahn an.[6] Zur möglichen numerischen Bezeichnung dieser Autobahn machte die Landesregierung keine Angaben.

Im März 2017 wurde bekannt, dass der bestehende, umgangssprachlich Bundesstraße 6n genannte, vierstreifig ausgebaute autobahnähnliche Straße Teil der B6 von der A 395 bei Vienenburg bis Autobahnkreuz zur A 14 zur BAB 36 heraufgestuft werden wird. [7] [8]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bau der künftigen Autobahnsegmente kostete (Stand 2007) circa 475 Millionen Euro, wovon 150 Millionen Euro von der Europäischen Union getragen wurden.
  • Durch den laufenden, unterirdischen Abbau von Salz in der Region um Ilberstedt senkte sich der Boden unter dem Straßenfundament um fast 2,3 Meter ab. Eine Senkung des Bodens um bis zu sieben Meter bis zum Ende des Jahrhunderts wird prognostiziert, der Salzabbau wird voraussichtlich bis etwa 2050 stattfinden. Durch die daraus resultierend geologische Überwachung der Straße wird die kommende Autobahn jetzt schon scherzhaft als "bestüberwachte Straße Sachsen-Anhalts" bezeichnet.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 36 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mz-web.de: Nordharzautobahn wird zur A36 | MZ-ONLINE.DE. (mz-web.de [abgerufen am 30. März 2017]).
  2. Bauleistungen auf Bundesfernstraßen im Jahre 1972. Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985. Anlage zum Straßenbaubericht 1972. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).
  3. Bauleistungen auf Bundesfernstraßen im Jahre 1972. Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985. Anlage zum Straßenbaubericht 1972. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).
  4. Netz der Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Stand 1. Januar 1976. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).
  5. Netz der Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Stand 1. Januar 1976. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).
  6. Rochus Görgen: Bundesstraße soll offiziell zur Nordharzautobahn werden. Mitteldeutsche Zeitung, 8. Mai 2012, abgerufen am 9. Juni 2013 (Internetbeitrag).
  7. mz-web.de: Nordharzautobahn wird zur A36 | MZ-ONLINE.DE. (mz-web.de [abgerufen am 30. März 2017]).
  8. mdr.de: Infrastruktur: B6 wird zur Autobahn hochgestuft | MDR.DE. (mdr.de [abgerufen am 30. März 2017]).
  9. lvz.de: Auf Salz gebaut - Autobahn sackt und sackt. (lvz.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).