Bundesautobahn 62

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 62 in Deutschland
Bundesautobahn 62
Karte
Verlauf der A 62
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 79 km

Bundesland:

Die Bundesautobahn 62 (Abkürzung: BAB 62) – Kurzform: Autobahn 62 (Abkürzung: A 62) – ist eine deutsche Autobahn und führt vom Dreieck Nonnweiler nach Pirmasens. Teile der Strecke sind nur mit einer Richtungsfahrbahn ausgestattet und als Kraftfahrstraße beschildert.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A 62 beginnt am Dreieck Nonnweiler, das sich im nördlichen Saarland befindet, als nach Osten führende Verlängerung der Richtungsfahrbahnen der A 1 aus Richtung Trier. Will man der A 1 weiter in Richtung Saarbrücken folgen, muss man die Hauptfahrbahn verlassen. Gleichzeitig befindet sich im Dreieck noch die Anschlussstelle Otzenhausen, die gleichzeitig die Verbindung von der A 62 auf die A 1 in Richtung Saarbrücken darstellt.

Die ersten Kilometer der Strecke führen durchs Saarland. Südlich der Autobahn befindet sich der Bostalsee, ein touristisch genutzter Stausee auf dem Gebiet der Gemeinde Nohfelden, der über die Anschlussstelle Nohfelden-Türkismühle (3) erreicht werden kann. Die Trasse der A 62 ist überaus kurvig, da sie durch die Mittelgebirge Hunsrück und Nordpfälzer Bergland führt.

Auf den nächsten Kilometern bis zur Anschlussstelle Reichweiler (6) wechselt die Autobahn mehrfach zwischen den Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz und führt mehr in südöstliche Richtung. Das Gebiet ist äußerst dünn besiedelt und ländlich geprägt, daher ist die Verkehrsdichte der Autobahn relativ gering. Bei Hütschenhausen wird die Ebene des Landstuhler Bruchs erreicht und am Kreuz Landstuhl-West (10) die A 6 (Saarbrücken–Waidhaus) gekreuzt.

Südlich des Autobahnkreuzes steigt die Strecke aus der Ebene an und führt westlich und südlich um die Stadt Landstuhl herum. Das Landstuhl Regional Medical Center, Militärkrankenhaus der US Army, befindet sich in unmittelbarer Nähe und ist über die Anschlussstelle Landstuhl-Atzel (11) zu erreichen.

Hinter der Anschlussstelle führt die A 62 durch den 536 m langen Hörnchenbergtunnel auf die Sickinger Höhe. Ab Bann (12) ist nur die östliche Richtungsfahrbahn gebaut worden, über die der Verkehr jeweils einspurig geführt wird. Auf einem kurzen Abschnitt bei Höheinöd wurde mittlerweile die zweite Richtungsfahrbahn erbaut und somit beide Fahrtrichtungen zweispurig betrieben, allerdings ist die Autobahn hier nach wie vor als Kraftfahrstraße beschildert. Unmittelbar östlich der Straße befindet sich der Pfälzer Wald.

Die Schwarzbachtalbrücke ist mit etwa 100 Metern Höhe das höchste Bauwerk der Strecke. Sie ist derzeit allerdings ebenfalls nur für eine Richtungsfahrbahn ausgelegt. Während alle Überführungen der A 62 in diesem Abschnitt bereits breit genug für eine zweite Richtungsfahrbahn ausgelegt wurden, müsste zum kompletten Ausbau der Autobahn ein zweites Bauwerk parallel über das Schwarzbachtal gebaut werden. Gleiches gilt für die weiter nördlich gelegene Talbrücke Weselberg.

Nur das kurze Stück zwischen den Anschlussstellen Pirmasens (15) und Pirmasens-Winzeln (16) ist wieder als Autobahn ausgebaut und beschildert. Ab hier führen die Fahrbahnen der A 62 weiter als A 8 in Richtung Luxemburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A 62 wurde bereits in den 1960er Jahren als Teil einer Autobahnstrecke mit der Bezeichnung A 76 geplant, die von Schweich bis Stuttgart führen sollte. Die realisierten Abschnitte dieser Strecke tragen heute die Bezeichnungen A 1 und A 62, ein Teilstück des nicht realisierten Abschnittes trug später die Nummer A 82. Letztere sollte durch den Pfälzer Wald über Bad Bergzabern bis Karlsruhe geführt werden, dort die heutige A 5 kreuzen und parallel zur heutigen A 8 nach Stuttgart führen.[1][2]

Das erste freigegebene Teilstück war der 8 km lange Abschnitt Kreuz Landstuhl-West bis AS Glan-Münchweiler. Dieser wurde am 6. September 1966 für den Verkehr freigegeben.[3] Zwei Jahre später, am 28. Dezember 1970, wurde die Autobahn in nördliche Richtung um 9 km bis zur AS Kusel verlängert[4] und weitere anderthalb Jahre später, am 26. Juli 1972, um 6,1 km bis zur AS Reichweiler.[5][6] Im darauffolgenden Jahr 1973 wurden 2,7 km bis zur AS Freisen fertiggestellt.[7]

Erst 1980 wurde ein weiteres Teilstück in nördliche Richtung fertiggestellt, nämlich die 9,4 km lange Verlängerung von der AS Freisen zur AS Birkenfeld.[8] Da 1974 eine neue Autobahnnummerierung eingeführt wurde, trug die Strecke hier bereits die Bezeichnung A 62. Im nächsten Jahr, 1981, wurde die A 62 von Dreieck Nonnweiler her in Richtung Osten zur AS Nohfelden-Türkismühle für den Verkehr freigegeben,[9] die Lücke in nördlichen Abschnitt wurde allerdings erst 1988 geschlossen.[10] Seitdem ist die A 62 zwischen A 1 und A 6 durchgängig befahrbar.

Das Teilstück zwischen Landstuhl und Pirmasens wurde in den 1980er und 1990er Jahren fertiggestellt. 1981 wurde der 6,9 km langen Abschnitt von Pirmasens bis Thaleischweiler-Fröschen fertiggestellt. Dieser wurde aufgrund des geringen Verkehrs zum großen Teil nur mit einer Richtungsfahrbahn ausgestattet. Schon 1978 wurde mit dem Bau der Schwarzbachtalbrücke begonnen, die 1985 fertiggestellt wurde, allerdings zunächst noch nicht in Betrieb ging.

Im Jahr 1990 wurde im Rahmen der Aktion Lindwurm die bereits fertiggestellte, aber noch nicht dem Verkehr übergebene Trasse der A 62 für einen Abtransport chemischer Waffen aus einem Munitionsdepot bei Clausen zum Miesau Army Depot und weiter zum Hafen Nordenham genutzt. Während sowohl die Schwarzbachtalbrücke als auch der Hörnchenbergtunnel fertiggestellt waren, musste zum Anschluss an das Kreuz Landstuhl-West ein provisorischer Schotterweg aufgeschüttet werden.[11]

Komplett fertig wurde die Autobahn im Jahr 1991, als die zwei- bzw. einbahnigen Teilstücke Kreuz Landstuhl-West bis AS Bann und AS Bann bis AS Weselberg für den Verkehr freigegeben wurden.[12]

Von September 2013 bis November 2014 wurde auf einer Länge von 3,6 km zwischen der Anschlussstelle Weselberg und der Schwarzbachtalbrücke (bei Höheinöd) die zweite Richtungsfahrbahn gebaut. Gleichzeitig soll der dortige Parkplatz Sickinger Höhe in eine Anschlussstelle umgebaut werden.[13][14] Durch den Ausbau sollen gefährliche Wendemanöver von Parkplatz aus unterbunden, gleichzeitig das Überholen erleichtert werden.

Mautpflicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Abschnitt Landstuhl–Pirmasens muss LKW-Maut bezahlt werden, da die Strecke offiziell zwar keine Autobahn, aber dennoch als Bundesautobahn gewidmet ist, und die Maut auf Bundesautobahnen gilt, unabhängig davon, ob die Strecke eine Autobahn ist oder nicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gunther Schüssler: Wirtschaft und Verkehr im Ostertal. Im St. Wendeler Land, XIV. Ausgabe 1974, Im Ostertal
  2. Nummerierung des deutschen Autobahnnetzes nach West-Modell vor 1974 (unvollständig)
  3. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1968 auf autobahn-online.de
  4. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1970 auf autobahn-online.de
  5. Theo Schäfer: Türkismühle – Kusel. Die Eisenbahnverbindung zwischen Nahe und Westpfalz, Verlag und Buchversand Helene + Theo Schäfer, 2006
  6. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1972 auf autobahn-online.de
  7. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1973 auf autobahn-online.de
  8. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1980 auf autobahn-online.de
  9. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1981 auf autobahn-online.de
  10. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1988 auf autobahn-online.de
  11. "Das Zeug liegt in Clausen" Zeitungsbericht zum 25-jährigen Jubiläum der Aktion Lindwurm, 28. Juli 2015
  12. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1991 auf autobahn-online.de
  13. A 62: Ausbauarbeiten bei Höheinöd LBM Kaiserslautern
  14. A 62: Freie Fahrt auf vier Spuren Pirmasenser Zeitung vom 15. November 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 62 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien