Bundesgartenschau 1995

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Bundesgartenschau 1995
Ort Eliaspark, Spreeauenpark
Eröffnung 29. April 1995
Eröffnet von Roman Herzog
Abschluss 8. Oktober 1995
Investitionen 140 Mio. Euro
Besucher 2,4 Mio.

Die Bundesgartenschau 1995, kurz BUGA 95, fand vom 29. April bis 8. Oktober 1995 im brandenburgischen Cottbus statt. Nur wenige Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung stattfindend, handelte es sich um die erste Bundesgartenschau in Brandenburg und in den neuen Bundesländern.

Geschichte und Gartenschaugelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Bundesgartenschau 1995

Die Stadt Cottbus, welche zuvor ursprünglich eigentlich erst im Jahr 2000 die Buga ausrichten sollte, sprang nach der Absage Berlins 1993 kurzfristig als Ersatzveranstaltungsort ein. Berlin hatte zuvor auf Grund seiner anstehenden Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 einen Rückzieher machen müssen.[1][2]

Die Bundesgartenschau wurde schließlich am 29. April 1995 in Cottbus durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eröffnet.[3]

Das Zentrum der Bundesgartenschau in Cottbus stellten die Areale des bereits seit 1902 bestehenden Eliasparks und das des für die Veranstaltung eigens geschaffenen Spreeauenparks dar. Als Buga-Maskottchen wurde Otti der Fischotter präsentiert, der in einem vorangegangenen Kinderwettbewerb gewählt worden war.[4]

Parkanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerngebiet der Bundesgartenschau 1995

Der reichlich drei Hektar umfassende Eliaspark war ursprünglich durch eine Stiftung des Cottbuser Tuchfabrikanten Hermann Elias entstanden. Für die Bundesgartenschau wurde der Eliaspark neu gestaltet, wodurch neue Wege, Spiel- und Sportanlagen sowie ein Wasserspielplatz entstanden.[5]

Der damals 55 Hektar große Spreeauenpark wurde im Vorfeld der Bundesgartenschau neu geschaffen. Die Anlage bildet an der Spree seither eine Brücke zwischen den innerstädtischen Grünflächen und dem bekannten Branitzer Park im Südosten der Stadt. Im Nordwesten des Parks ist eine 1,2 Hektar großer Parkweiher zufinden. Des Weiteren wurden auf dem Areal ein Rosengarten, ein Rhododendronhain, Wiesenlandschaften mit Wechselpflanzungen sowie ein Apotheker- und Bauerngarten geschaffen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist hier der Tertiärwald mit Pflanzen und Gehölzen aus verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen, Findlingen aus der Eiszeit und etwa 1200 Jahre alten fossilen Mammutbaumstubben. Er soll eine lebende Nachbildung eines Urwaldes der Braunkohlezeit darstellen. Dieses Projekt wurde ebenfalls im Zuge der Buga 95 eröffnet.[6][7]

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Cottbuser Tierpark. Der Eingangsbereich des bereits zum Außenpark des Branitzer Parks gehörenden Tierparks erfuhr, wie auch weitere städtische Grünanlagen (z. B. Puschkinpromenade), ebenfalls eine Neugestaltung.

Hallenschauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um ausreichend Ausstellungsflächen für die 22 Blumenhallenschauen der Bundesgartenschau zu haben, wurden eigens Hallen errichtet. Diese unmittelbar am Streeauenpark gelegenen Hallen sind heute Bestandteil des Cottbuser Messegeländes.[8]

Parkeisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zentraler Hauptbestandteil der Bundesgartenschau 1995 wurde die seit 1954 bestehende Cottbuser Parkeisenbahn, ursprünglich Pioniereisenbahn Cottbus. Die Schmalspurbahn führt mit einer Länge von 3,2 Kilometern vom Branitzer Park über Spreeauen- und Eliaspark zum Bahn- und Betriebshof Sandower Dreieck am an der Bahnstrecke Cottbus–Forst (Lausitz) gelegenen Bahnhof Cottbus-Sandow. Mit ihr wurde eine verkehrstechnische Anbindung der Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen geschaffen. Im Vorfeld der Bundesgartenschau wurden Teile der Strecke umverlegt und bis zum eigens neu errichteten Sandower Dreieck verlängert.[9] Die offizielle Übergabe der neuen Anlagen erfolgte am 28. März 1995, die erste Fahrt einen Tag später. Bis zum Ende der Bundesgartenschau hatte die Cottbuser Parkbahn 600.000 Fahrgäste zu verzeichnen, was bis in die Gegenwart die erfolgreichste Saison in der Geschichte der dieser Schmalspurbahn darstellt.[10]

Fazit und Nachhaltigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buga 95 kostete etwa 140 Millionen D-Mark.[1] Sie wurde mit etwa 95 Millionen Mark an Fördermitteln von Land und Bund bezuschusst.[11] Auf Grund der Bundesgartenschau wurden in Cottbus mehr als 1 Milliarde D-Mark investiert. Die Bundesautobahn 15 wurde eigens ausgebaut und die Grünanlagen der Stadt wurden zu einem großen Teil saniert. Außerdem wurde aus den einstigen Ausstellungshallen der Bundesgartenschau ein Messe- und Congresszentrum.[1][12] Das Beherbergungsangebot durch Hotels und Pensionen in der Stadt verfünffachte sich.[8] Des Weiteren wird seit der Buga 95 in Cottbus die Ehrenmedailie der Stadt Cottbus für außergewöhnliche Verdienste um das Gemeinwohl vergeben.[13]

Probleme gab es Medienangaben zufolge im Nachhinein zunächst hauptsächlich mit der Nachnutzung der Gartenschauflächen. Folgekosten für den Erhalt und Betrieb der Anlagen sowie Belastungen durch aufgenommene Kredite hatte man im Vorfeld unterschätzt.[1] Insgesamt hatte Cottbus durch die Buga aber einen großen Image-Gewinn zu verzeichnen und der Bekanntheitsgrad der Stadt konnte wesentlich gesteigert werden.

Inzwischen gibt es in Cottbus auch Gedankenspiele, sich erneut um die Bundesgartenschau zu bewerben, wobei zuletzt die Bundesgartenschauen 2025 und 2027 in den Fokus rückten.[12][14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesgartenschau 1995 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Susanne Rost: „Der einstige Buga-Park von Cottbus leidet unter einem dramatischen Besucherschwund“ in Berliner Zeitung, 30. Mai 2001.
  2. „BuGa: Vor 20 Jahren war Cottbus Deutschlands Thema Nr.1“ in Der Märkische Bote, 24. April 2015.
  3. Werner Kolhoff: „Der Deutschland den Ruck bringen wollte“ in Lausitzer Rundschau, 11. Januar 2017.
  4. Neues Deutschland: Fischotter ist Buga-Maskottchen, 18. Dezember 1993.
  5. Der Eliaspark auf der städtischen Homepage von Cottbus, abgerufen am 27. Mai 2017.
  6. Der Spreeauenpark auf der Homepage der Cottbuser Congress, Marketing und Tourismus GmbH, abgerufen am 27. Mai 2017.
  7. Der Spreeauenpark auf der Homepage www.cottbus-und-umgebung.de (Memento des Originals vom 27. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cottbus-und-umgebung.de, abgerufen am 27. Mai 2017.
  8. a b Die Bundesgartenschau 1995 auf der Homepage der Bundesgartenschau, abgerufen am 27. Mai 2017.
  9. Peggy Kompalla: „Kleine Bahn träumt groß“ in Lausitzer Rundschau, 26. April 2017
  10. Die Geschichte der Cottbuser Parkbahn auf deren Homepage, abgerufen am 28. Mai 2017.
  11. Thomas Klein: „Ein Glücksfall für Cottbus?“ in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. April 2001.
  12. a b Tilo Berger: „Cottbus will 2025 die Bundesgartenschau“ in Sächsische Zeitung, 11. Januar 2016.
  13. Stephan Meyer: „Cottbus vergibt zum 21. Mal Ehrenmedaillen und pfeift auf eigene Regel“ in Lausitzer Rundschau, 4. Dezember 2016.
  14. Peggy Kompalla: „Cottbus macht Buga-Wunsch für 2025 oder 2027 offiziell“ in Lausitzer Rundschau, 26. Juni 2016.

Koordinaten: 52° 25′ 4″ N, 13° 2′ 48″ O