Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch

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Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch (BG+BRG)
Schulform Gymnasium
Gründung 1649
Adresse

Rebberggasse 25-27

Ort Feldkirch
Bundesland Vorarlberg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 15′ 6,7″ N, 9° 36′ 44,5″ OKoordinaten: 47° 15′ 6,7″ N, 9° 36′ 44,5″ O
Träger Republik Österreich
Schüler 689 (Stand: 2015/16)[1]
Lehrkräfte 78 (Stand: 2015/16)[2]
Leitung Ulrich Sandholzer
Website www.bgfeldkirch.at
Die sogenannte „Kiste“ in der Feldkircher Altstadt beherbergte das Gymnasium von 1860 bis 1973

Das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch (kurz: BG+BRG Feldkirch) ist eine allgemeinbildende höhere Schule in Feldkirch im österreichischen Vorarlberg. Im Schuljahr 2012/2013 besuchten 761 Schüler und Schülerinnen das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch, im Schuljahr 2015/16 waren es 689.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Erwähnung einer Feldkircher Lateinschule, die sich in der Nähe des Bludenzer Tores befand, ist um 1438 dokumentiert. 1648 beschloss der Stadtrat auf Drängen der Jesuiten, ein Gymnasium zu errichten. Der Bau des Gymnasiums dauerte zwei Jahre und die Kosten wurden von der Stadt Feldkirch übernommen. Schließlich erfolgte die Gründung am 7. April 1649. Die damals übliche Unterrichtssprache war Latein. Es waren 30 Schüler und zwei Lehrer an der Schule. Beim Stadtbrand 1697 befand sich auch das Gymnasium unter den betroffenen Häusern. Die Studierenden wurden ins ehemalige Siechenhaus nach Levis übersiedelt.

Unter Maria Theresia drohte eine Auflösung des Feldkircher Gymnasiums. Es gab Aufnahmsprüfungen in den Fächern: Religion, Lesen, Schönschreiben, Latein (deklinieren, konjugieren, komparieren) und in Rechnen. Der Schüler musste mindestens zehn Jahre alt sein und ein Zeugnis der deutschen Hauptschule besitzen. Ab 1785 wurde Schulgeld verlangt. Daraufhin verließen so viele Schüler das Gymnasium, dass auf dieses Geld wieder verzichtet werden musste. 1793 wurde die Rutenprobe als Strafe wieder eingeführt.

Um 1780 bestanden drei Grammatikalklassen (Fächer: Religionslehre, Latein, Griechisch, Geschichte, Geographie, Arithmetik, Algebra, Geometrie, Naturgeschichte, Physik, Deutsch, Schönschreiben und Gesang) und zwei Humanitätsklassen (Poesie, Rhetorik).

1809 wurde die Schule in das Prioratsgebäude, das heute die Stadtwerke beherbergt, übersiedelt. 1838 unterrichtete der erste weltliche Lehrer an einem Gymnasium. 1849 gab es den ersten Direktor als Anstaltsleiter. Am 19. November 1860 wurde das neue Gymnasialgebäude bei der Johanneskirche eingeweiht.

In den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts wurden die Jesuiten vom Vorarlberger Landtag zur Aufgabe der Leitung und Lehrtätigkeit am Feldkircher Stadtgymnasium gedrängt. Die Jesuiten gründeten in der Folge die „Stella Matutina“ in Feldkirch.

1869 wurde die Schule erstmals mit neu gewähltem weltlichem Lehrkörper geführt. 1910 kam die erste Schülerin an das Gymnasium. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Schule als Reservelazarett verwendet. 1923 erhielt sie den Titel „Bundesgymnasium“.

1970 wurde in Altenstadt, Rebberggasse, das neue Gymnasium erbaut, das im Wintersemester 1973/74 den Schulbetrieb aufnahm. Im Jahr 2001 wurde ein Anbau fertiggestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Professoren
  • Josef Wichner (1852–1923), Schriftsteller (ebenfalls auch Schüler)
  • Reinhold Bilgeri, Musiker, Literat, Drehbuchautor und Filmemacher
  • Harald Walser, Abgeordneter im Österreichischen Nationalrat (Die Grünen), für die Zeit seines Mandates als Direktor der Schule karenziert
  • Rainer Gögele, ehemaliger Landesrat in der Vorarlberger Landesregierung (ebenfalls auch Schüler)
  • Werner Nagel, Philologe
Ehemalige Schüler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch: Jahresbericht 2015/16. In: bgfeldkirch.at. S. 64, abgerufen am 13. August 2017 (PDF; 4,3 MB).
  2. Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch: Jahresbericht 2015/16. In: bgfeldkirch.at. S. 59–63, abgerufen am 13. August 2017 (PDF; 4,3 MB).
  3. Finanzminister Dr. Hans Jörg Schelling. In: bmf.gv.at. Bundesministerium für Finanzen (Österreich), abgerufen am 13. August 2017.