Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

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Koordinaten: 48° 12′ 35″ N, 16° 22′ 59″ O

OsterreichÖsterreich  Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Österreichische Behörde
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Oberste Bundesbehörde
Hauptsitz Wien
Behörden­leitung Andrä Rupprechter, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Haushaltsvolumen 2,77 Mrd. EUR (2015)[1]
Website www.bmlfuw.gv.at
Sitz des Landwirtschaftsministerium im ehemaligen Kriegsministerium Stubenring 1

Die seit 2000 als Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (abgekürzt BMLFUW, klangvoll Ministerium für ein lebenswertes Österreich[2]) bezeichnete österreichische Verwaltungseinrichtung des Bundes ist vor allem zuständig für Agrarpolitik, Forstpolitik, Jagd, Fischerei, Weinrecht, Wasserrecht sowie den Umwelt- und Tierschutz. Damit umfasst es die Aufgaben eines Landwirtschaftsministeriums und eines Umweltministeriums.

Bundesminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der derzeitig amtierenden Bundesregierung Kern ist Andrä Rupprechter (ÖVP) Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Kompetenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BMLFUW ist zuständig für:

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Symbol von die Wildbach – bei einer Wildbachverbauung im Ennstal
Bundesamt für Weinbau, Weinprüfstelle in Krems

Das BMLFUW ist folgendermaßen gegliedert:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die früheren Minister für Ackerbau bzw. Land- und Forstwirtschaft seit 1867, siehe → Liste der österreichischen Landwirtschaftsminister

Ackerbauministerium in Österreich-Ungarn (1867–1918)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das k.k. Ackerbauministerium für Cisleithanien (Österreichische Länder: Habsburgische Erblande und Böhmische Krone) wurde 1867 gegründet. Neben den landwirtschaftlichen Angelegenheiten waren ihm von Anfang an auch die forstlichen unterstellt, sowie Jagd und Fischerei, wie auch die des Wasserbaues (soweit es sich nicht um Angelegenheiten des Verkehrs oder militärische Interessen handelte).[7] Ein wichtiges Jahr ist diesbezüglich 1884, das als Gründungsjahr der heutigen Bundeswasserbauverwaltung (Meliorationsgesetz, heute Wasserbautenförderungsgesetz) wie auch der Wildbach- und Lawinenverbauung gilt.

Erster Minister war Alfred Józef Potocki.

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft in der Ersten Republik (1918–1934)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ersten Republik hieß das Ministerium von 1918 bis 1919 Staatsamt für Landwirtschaft, dann Staatsamt für Land- und Forstwirtschaft. Erster republikanischer Staatssekretär war ab 12. November 1918 Josef Stöckler. Ab 1920 hieß das Amt Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, erster Bundesminister Österreichs war Karl Renner ab 24. Juni 1920.

Ministerium im Bundesstaat bis zum „Anschluss“ (1934–1938)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem „Anschluss“ Österreichs hörte das Ministerium 1938 auf zu bestehen.

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft in der Zweiten Republik (1945–2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zweiten Republik wurde April 1945 provisorisch wieder ein Staatsamt für Land- und Forstwirtschaft eingerichtet, Staatssekretär war Rudolf Buchinger. Dann wurde das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft wiederhergestellt, erster Minister nach dem Zweiten Weltkrieg war Josef Kraus ab dem 26. Sep. 1945.

Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz (1972–1978)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 2. Februar 1972 wurden Belange des Umweltschutzes aus drei anderen Ressorts zusammengefasst und zunächst mit dem Gesundheitsressort verbunden. 1975 kam mit dem neuen Forstgesetz die Wildbach- und Lawinenverbauung, die dem Forstwesen eingegliedert wurde (vorher Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung), damit wurde die Agenden der Wasserwirtschaft, soweit sie Bundessache sind, aufgewertet.

Erste Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz war Ingrid Leodolter.

Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (1978–2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. April 1978 gab die Umweltministerin Marilies Flemming den Aufgabenbereich Gesundheit ab und übernahm stattdessen den Aufgabenbereich Jugend und Familie. Diese Kombination von Familien- und Umweltministerium war von 4. Mai 1995 bis 1. Mai 1996 unterbrochen, als Martin Bartenstein einzig Umweltminister war. Jedoch übernahm er kommissarisch am 12. März 1996 und definitiv am 1. Mai 1996 wieder zusätzlich das Familienressort.

Aufgabenkombination des Lebensministeriums (2000–2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 wurden in der Regierung Schüssel I die Umweltzuständigkeiten des Umweltministeriums mit dem Landwirtschaftsministerium vereint. Die Zuständigkeiten für Jugend und Familien des Umweltministeriums gingen in das Sozialministerium über.

2004 rief der damalige Umweltminister Josef Pröll die vierwöchige Aktion Nachhaltige Wochen ins Leben, die einmal jährlich auf ökologische und sozialverträgliche Produkte aufmerksam machen soll, mit dem Ziel, ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu schaffen.[8] 2010 wurde die Aktion nach Amtsantritt von Nikolaus Berlakovich unter dem Namen „Bewusst kaufen“ als ganzjährige Initiative fortgeführt.[9]

Ein Projekt zur Förderung der traditionellen Küche in Österreich wurde 2009 mit dem Projekt Traditionelle Lebensmittel geschaffen, in dem in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich Produkte erfasst werden, die mindestens drei Generationen oder 75 Jahre in der jeweiligen Region verankert sind.[10]

Um die Bedeutung der Lebensmittel aus der eigenen Region zu stärken, wird seit 2011 die Dachmarke Genuss Region Österreich gemeinsam mit der Agrarmarkt Austria vergeben.[11]

Umstrukturierung 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März präsentierte der seit Dezember 2013 amtierende Minister Rupprechter sein politisches Grundsatzprogramm[12] und kündigte zugleich einen strukturellen Umbau des BMLFUW an. So soll die Sektion I (Recht) aufgelöst werden. Weiters verkündete der Minister die Umbenennung des BMLFUW von Lebensministerium in Ministerium für ein lebenswertes Österreich[13].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Dornik: 100 Jahre Landwirtschaftsministerium, Festschrift, Hrsg. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. Österreichischer Agrarverlag, Wien 1967. (Auszüge in der Google-Buchsuche)
  • Bericht über die Thätigkeit des K.k. Ackerbau-Ministeriums. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1874–1899. (Siebenbändige Reihe, ÖNB-Signatur LZ01019922)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesfinanzgesetz 2015. Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 14. Januar 2016 (PDF; 4,12 MB, Seite 431, 454).
  2. http://www.bmlfuw.gv.at/ abgerufen am 25. April 2014
  3. Organigramm des Lebensministeriums
  4. a b Dienststellen des Lebensministeriums, lebensministerium.at
  5. Bundesgesetz über die Bundesämter für Landwirtschaft und die landwirtschaftlichen Bundesanstalten StF: BGBl. I Nr. 83/2004 (ris.bka)
  6. Bundesamt für Wasserwirtschaft
  7. Vergl. dazu K.K. Ackerbau-Ministerium: Geschichte der österreichischen Land- und Forstwirtschaft und ihrer Industrien 1848-1898. Festschrift , 3. Band, Verlag M. Perles, Wien 1899, Abschnitt II. Wasserbau und Meliarisationswesen, insb. die Kapitel 1. (Starkenfels: Gesetzliche Grundlagen) und 2. (Schrey: Allgemeine Darstellung), S. 155 ff (archive.org).
  8. wirtschaftszeit.at „Eine Initiative bringt's nachhaltig – Nachhaltige Wochen 2004“ vom 14. September 2004, abgerufen am 23. Februar 2012
  9. oekonews.at „Initiative Bewusst kaufen“ vom 21. Mai 2010, abgerufen am 23. Februar 2012
  10. Traditionelle Lebensmittel abgerufen am 12. Oktober 2014
  11. Die Marke GENUSS REGION ÖSTERREICH abgerufen am 30. März 2012
  12. http://www.bmlfuw.gv.at/ministerium/der-minister/grundsatzprogramm.html abgerufen am 25. April 2014
  13. http://derstandard.at/1395364069255/Rupprechter-spart-zwei-Sektionen-ein