Bundesrealgymnasium Linz Fadingerstraße

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Aufgestockter Trakt des Bundesrealgymnasiums an der Bethlehemstraße
Das BRG Fadingerstraße 2014 vom Turm des "Höhenrausch" aus gesehen

Das Bundesrealgymnasium Linz Fadingerstraße (kurz BRG Linz Fadingerstraße) ist ein Bundesrealgymnasium in der Stadt Linz in Oberösterreich. Das am zweiten und heutigen Schulstandort Fadinger Straße/Ecke Bethlehemstraße in der Linzer Innenstadt im Jahr 1909 errichtete Schulgebäude steht unter Denkmalschutz.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1708 bis 1828 gab es in Linz eine hochschulartige Ingenieurschule. 1843 wurde in Linz für Lehrlinge und Gesellen eine Gewerbeschule errichtet. 1849 kam für Österreich ein neuer Schulorganisationsentwurf für Gymnasien und Realschulen heraus. Daraufhin wurde in Linz bereits im gleichen Jahr eine unselbständige Realschule errichtet, die Schüler im Anschluss an die 4. Klasse der Normalschule aufnahm.

K.k. Staats-Realschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linzer Bürgerschaft und der damalige Landesschulinspektor für Pflichtschulen, Adalbert Stifter, setzten sich Mitte des 19. Jahrhunderts für eine selbständige Realschule ein, welche Anfang März 1851 vom Unterrichts- und Kultusministerium generell genehmigt wurde. Am 9. April 1851 erfolgte die Genehmigung für eine Unterrealschule und 1852 für eine Oberrealschule. Mit vereinten Bemühungen von Bürgerschaft, Linzer Gewerbeverein, der Stadt Linz, vom Land und der Schulbehörde wurde das Gebäude des Linzer Gewerbevereins in der Steingasse bis Ende September 1851 für den Schulbetrieb hergerichtet. Eine Erweiterung des Gebäudes und des Schulbetriebs für die Oberrealschule wurde bis 1852 fertiggestellt. Adalbert Stifter war Mitglied des Errichtungskomitees, erstellte den Lehrplan, und wurde für die ersten fünf Jahre zum zuständigen Landesschulinspektor bestellt.

Wegen der unzulänglichen Gebäudeverhältnisse in der Steingasse wurde schon in den 1890er Jahren ein Schulneubau verlangt. 1903/1904 wurde der Neubau generell bewilligt. Daraufhin gründete sich im April 1905 ein Aktionskomitee, und am 4. April 1908 erfolgte der Baubeginn auf einem Grundstück an der Fadinger Straße/Ecke Bethlehemstraße. Der im Zentrum der Linzer Innenstadt – zwischen dem Elisabethinen-Krankenhaus und dem heutigen Passage-Kaufhaus – gelegene Schulneubau wurde am 19. September 1909 eröffnet.

Bundesrealgymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1918, nach dem Weltkrieges und der Gründung der Republik, wurde das habsburgische Wappen über dem Portal entfernt. Am 2. und 3. Juli 1926 wurde bezogen auf die Gründung der Unterrealschule im Jahre 1851 eine 75-Jahr-Feier der Schule abgehalten und dabei für die Gefallenen des Weltkrieges ein Kriegerdenkmal enthüllt. Im Nationalsozialismus wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges der Unterstützungsverein und die Elternvereinigung der Schule aufgelöst. 1945, nach dem Ende des Krieges, dauerte es mehrere Jahre, bis wieder ein geordneter Schulbetrieb möglich war. 1951 zur 100-Jahr-Feier wurde die Vereinigung ehemaliger Linzer Realschüler als Absolventenverband und Unterstützungsverein gegründet. Erster Obmann war der ehemalige Direktor der Schule Rudolf Klemt. 1951, einige Monate später, wurde auch eine Elternvereinigung gegründet. Unter dem Direktor Alois Moser wurde die Aufstockung der Schule projektiert und bis zur 110-Jahr-Feier 1961 realisiert. 1967 wurde mit einer Veranstaltung das ergänzte Kriegerdenkmal für beide Weltkriege enthüllt.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1936–1938 Hans Commenda junior
  • vor 1951 ? Rudolf Klemt
  • um 1950/1961 Alois Moser
  • bis 2015 Reinhard Pichler
  • 2016 Christina Pirklbauer, Interim
  • 2016 Sylvia Bäck[1]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Steingasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Staats-Realschule in der Steingasse zwei Schüler, welche später in unterschiedlicher Weise Karriere machten.

  • Adolf Hitler (1889–1945) trat 1900 als 11jähriger in die 1. Klasse ein. Wegen ungenügender Leistungen in Mathematik und Naturgeschichte wiederholte er im Schuljahr 1901/02 die 1. Klasse. Als 1904 die Wiederholung der 3. Klasse drohte, wechselte Hitler an die Staats-Realschule in Steyr.
  • Ludwig Wittgenstein (1889–1951) besuchte die Schule von 1903 bis 1906.

in der Fadingerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ty Tender (* 1943), Sänger, Entertainer und Interpret des Rock'n'Roll

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulgebäude an der Fadingerstraße wurde nach den Plänen des Beamten des Bauamtes der Stadt Linz Architekt Karl Bundsmann (1871–1921) unter der Bauführung von Gustav Steinberger und Matthäus Schlager von 1908 bis 1909 erbaut und steht exemplarisch für den Übergang vom Historismus zum Jugendstil. Das mächtige Schulgebäude hat den Grundriss mit einem nach Westen offenen U. Zwei Längstrakte in der Bethlehemstraße und Fadingerstraße sind mit einem etwas größeren und höheren Eckpavillon verbunden. 1960 erfolgte mit Herbert Jandaurek eine Aufstockung, wobei der nördliche zweigeschoßige Trakt in der Pochestraße mit dem Festsaal nicht aufgestockt wurde.

In der Schule zeigt eine Bronzebüste von Franz Strahammer den k.k. Schulrat Adalbert Stifter. Im Stiegenhaus befindet sich ein Kriegerdenkmal von Adolf Wagner von der Mühl.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Linz 2009. Bauten im Straßenverbund, Fadingerstraße Nr. 4, Bundesrealgymnasium, S. 256–257.
  • Bundesrealgymnasium 1908 Karl Bundsmann. S. 31. In: Andrea Bina, Lorenz Potocnik (Hrsg.): Architektur in Linz. 1900–2011. Springer, Wien 2012, ISBN 978-3-7091-0825-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesrealgymnasium Linz Fadingerstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Chefs für Linzer Traditionsgymnasien Oberösterreichische Nachrichten, 7. Juli 2016

Koordinaten: 48° 18′ 17″ N, 14° 17′ 35″ O