Bundesrealgymnasium Vereinsgasse

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Bundesrealgymnasium Vereinsgasse
Schulform Realgymnasium
Gründung 1855
Adresse

Vereinsgasse 21–23

Ort Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 13′ 23,8″ N, 16° 23′ 4,2″ OKoordinaten: 48° 13′ 23,8″ N, 16° 23′ 4,2″ O
Der Eingangsbereich
Das Schulgebäude in der Vereinsgasse

Das seit 1963 so genannte Bundesrealgymnasium Vereinsgasse, auch als BRG 2 bekannt, ist ein Realgymnasium im 2. Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt. Die anfängliche Unter-Realschule wurde 1855 als eine der ältesten Realschulen Wiens gegründet. Der 1876 fertiggestellte Neubau am endgültigen Standort in der Vereinsgasse 21–23 galt zu seiner Zeit als „modernster Realschulbau Wiens“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Eröffnung bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs wurden nur Knaben aufgenommen. Die Eröffnung der Schule erfolgte am 3. Dezember 1855 als Vollständige k.k. Unterrealschule zu St. Johann in der Wienzeile im bestehenden Volksschulgebäude in der Weintraubengasse (heute auf Nr. 13), zunächst mit zwei Klassen, die aber schon im darauf folgenden Schuljahr durch die Eröffnung der 3. Klasse vervollständigt wurde. Ab 1872 erfolgte die Ausgestaltung zur aufbauenden Oberrealschule.

Da wegen der akuten Raumnot viele Schüler abgewiesen werden mussten, entschloss man sich 1872 zum Ankauf eines Grundstücks beim Volkertmarkt. Der 1872 begonnene Bau wurde 1876 fertiggestellt und galt zu diesem Zeitpunkt als modernster Realschulbau Wiens. Als solcher wurde er bei der Weltausstellung Paris 1878 vorgestellt. 1892 wurde begonnen, elektrisches Licht einzuleiten, 1903 erfolgte die Umstellung des vierstündigen vormittäglichen Unterrichts mit Nachmittagsunterricht auf fünf Vormittagsstunden, 1911 wurde der Turnunterricht neu organisiert, was auch die Einrichtung eines schulärztlichen Dienstes ab 1912 mit sich brachte.

Vom Ersten Weltkrieg bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 wurden bei Aufrechterhaltung des Unterrichts Soldaten im Schulhaus einquartiert, und 1914–1918 wurde zusätzlich Unterricht für galizische Flüchtlingskinder in polnischer Sprache durchgeführt. Am 11. Mai 1919 wurde der Elternverein gegründet, und im Schuljahr 1919/20 erfolgte erstmals die Aufnahme von Schülerinnen. 1922/23 wurde der Lehrplan der „Deutschen Mittelschule“ eingeführt, und seit Herbst 1924 waren Frauen im Lehrkörper vertreten. Die mathematisch-naturwissenschaftliche Oberstufenreform wurde im Herbst 1926 eingeführt. Nach der Wiener Schulreform von Otto Glöckel konnte ab 1927 die achtklassige Realschule eingeführt werden.

Am 15. März 1938 wurde Direktor Wilhelm Illing wegen seiner jüdischen Abstammung vom Dienst suspendiert und 49 jüdische Schülerinnen und Schüler wurden zwangsweise in andere Schulen verlegt (z.B. Margaret Weidenfeld); seit 1989 erinnert eine Gedenktafel in der Eingangshalle an die vertriebenen Schüler. Im Schuljahr 1939/40 wurde die Schule als „Oberschule für Jungen, mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig“ weitergeführt. 1944 wurde das Schulgebäudes durch Bombenangriffe stark in Mitleidenschaft gezogen und in der Schlacht um Wien 1945 durch Artilleriebeschuss weiter beschädigt.

Wiederaufbau und Sanierung (1945–2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Direktor Illing zurückkehren, der Schulstandort blieb erhalten. Bereits im Herbst 1945 konnte ein Notunterricht wieder aufgenommen werden. In den Jahren 1947 bis 1967 musste im Realschulgebäude zusätzlich ein Realgymnasium, das heutige Sigmund-Freud-Gymnasium, untergebracht werden, das damals als RG 2 oder BRG 2 bekannt war.

1963 erfolgte die Umbenennung der Realschule in Realgymnasium (nach dem Schulorganisationsgesetz von 1963) und im Schuljahr 1969/70 lief der Zweig der alten Schulform Realschule endgültig aus. Nach dem Auszug des Sigmund-Freud-Gymnasiums wurde von 1967 bis 1970 an der Planung der Generalsanierung gearbeitet. In den Jahren 1971 bis 1974 wurde der Hoftrakt mit zweitem Turnsaal und Festsaal verwirklicht. Das übrige Haus wurde in den Jahren 1975 bis 1983 modernisiert. Nach der Oberstufenreform 1985, die auch neue Lehrpläne mit sich brachte, wurden von 1982 bis 2000 EDV-Räume geschaffen, im Herbst 1991 wurde Nachmittagsbetreuung eingerichtet und 1992 eine Bibliothek.

Ab 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schuljahr 2001/02 wurde schrittweise auf Fünf-Tage-Woche umgestellt sowie das Fach Netzwerktechnik neu eingeführt. In den Jahren 2004 bis 2008 erfolgten weitere Innensanierungen sowie der Ausbau der Brandschutzeinrichtungen.

Wie im Juni 2014 mitgeteilt wurde, wird das Realgymnasium in den Schuljahren 2014/15 und 2015/16 in einem Ausweichquartier, 1., Schellinggasse 13, untergebracht (bis Juni 2014 Ausweichquartier des BRG 16). Auch andere höhere Schulen Wiens hatten hier vorübergehend ihren Standort. Auf einem freien Grundstück hinter dem BRG Vereinsgasse wird in dieser Zeit ein großer Zubau errichtet, das historische Gebäude modernisiert. Der Schuleingang soll sich vom Herbst 2016 an im Neubau an der Lessinggasse befinden, die die Vereinsgasse beim Gymnasium kreuzt.[1]

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere wichtige Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aushang der Schulgemeinschaft, gesehen 23. Juli 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 150 Jahre BRG 2, Vereinsgasse. Herausgeber Silvia Gäng. Verlag BRG 2 Vereinsgasse, Wien 2005
  • 125 Jahre BRG 2 - Eine Festschrift. Herausgeber und Verleger: Elternverein des BRG 2, Wien 1980
  • 100 Jahre Bundesrealschule - Wien 2, Vereinsgasse 21 - Festschrift. Herausgeber Dir. Oskar Scheck, Wien 1955
  • Erziehung und Unterricht, Band 128, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1978

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesrealgymnasium Vereinsgasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien