Bundesstraße 172b

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Bundesstraße 172b in Deutschland
Bundesstraße 172b
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
  davon in Planung: 3 km

Bundesland:

Sachsen

Ausbauzustand: geplant

Die Bundesstraße 172b ist die geplante Südumfahrung um Pirna. Der Planfeststellungsbeschluss erfolgte im Dezember 2015.[1] Das Vorhaben wurde in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen.[2]

Ziel des Straßenneubaus ist die Reduzierung des Pirnaer Durchgangsverkehrs, die Umgehung des steilen Antieges auf die Hochebene von Pirna-Sonnenstein, sowie eine verbesserte Erreichbarkeit der Gemeinden des Elbsandsteingebirges entlang der Bundesstraße 172.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Planungen für eine Ortsumfahrung der B172 wurden bereits zu DDR-Zeiten im Zusammenhang mit der Planung eines Autobahnneubaus von Dresden nach Prag (heute Bundesautobahn 17) erarbeitet. Allerdings sollte damals nur eine innenstadtnahe Umgehung von der sogenannten Feldschlössschen-Kreuzung über die Einsteinstraße und die Seminarstraße zur sogenannten Hanno-Kurve umgesetzt werden.[3]

Im Zusammenhang mit dem sprunghaften Anstieg des Verkehrsaufkommens auf der B172 nach 1990 wurde schnell deutlich, dass nur mit einer innenstadtfernen Umgehung eine wirkliche Entlastung der Pirnaer Innenstadt vom Durchgangsverkehr erreicht werden kann. In den 1990er Jahren wurden dafür verschiedene Varianten untersucht, die teilweise eine Umfahrung weit im Süden der Stadt in Höhe der Ortsteile Rottwerndorf und Neundorf vorsahen.

Aus den Planungen der DEGES konkretisierte sich als Vorzugsvariante eine Trassenführung heraus, die in Höhe des Einzelgutes Lindigt am Feistenberg vom Autobahnzubringer der B172 abzweigt, etwa in Höhe der Gemarkungsgrenze von Pirna und Zehista das Tal der Seidewitz quert, den Südhang des Kohlberges passiert, in Höhe des Kasernenareals der Südvorstadt das Tal der Gottleuba quert und durch das Waldgebiet der Viehleite die Trasse der "alten" B172 südlich des Stadtteils Sonnenstein erreicht.

Diese sogenannte "Variante 1A" wurde im Januar 2006 durch den Pirnaer Stadtrat bestätigt.[4] beschlossen. Dabei ist ein Anschluss der S 173 Pirna-Berggießhübel im Seidewitztal vorgesehen. Aus ökologischen Gründen wird das Gottleubatal jedoch auf einer Hochbrücke gequert, um den Eingriff in das Waldgebiet der Viehleite zu minimieren, so dass ein Anschluss der S 174 im Gottleubatal nicht möglich ist.

Am 9. August 2006 wurde der Wettbewerb um die Brückenkonstruktion über das Gottleubatal entschieden. Zur Realisierung wurde ein Entwurf der Ingenieurgesellschaft Schüßler-Plan in Zusammenarbeit mit dem Rostocker Architekten André Keipke ausgewählt [5].

Nach Einwänden des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hinsichtlich der hohen Kosten, wurde 2012 die Entwurfsplanung von einem teilplanfreien hin zu einem ampelgeregelten Anschluss Pirna-Sonnenstein geändert.[6][7]

Der Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben wurde im Dezember 2015 erlassen und erlangte im März 2016 Bestandskraft.[8]

Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2016 begann der Grunderwerb der für den Bau und die naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen benötigten Flächen. Die archäologischen Sondierungen begannen im Oktober 2016.

Im Januar 2017 wurde mit den bauvorbereitenden Maßnahmen an der Zehistaer Straße und im Seidewitztal begonnen.[9]

Im Sommer 2017 sollen die eigentlichen Bauarbeiten mit der Brücke über die Seidewitz und die Zehistaer Straße (S 173) beginnen. Es wird von einer Bauzeit von 21 Monaten ausgegangen. Ab Sommer 2018 soll dann der Bau der Hochbrücke über das Gottleubatal mit einer Bauzeit von 34 Monaten erfolgen. Ab Ende 2019 wird der Bau des Kohlbergtunnels mit einer Bauzeit von 27 Monaten erfolgen. Die gesamte Trasse soll 2022 für den Verkehr freigegeben werden.[10]

Trassierung und Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südumfahrung wird zwischen dem Autobahnzubringer und dem Anschluss an die Zehistaer Straße (S 173) vierspurig (zwei Fahrstreifen mit je zwei Fahrspuren) trassiert. Von der Anschlussstelle mit der S 173 bis zur Einbindung an die B 172 alt südlich von Pirna-Sonnenstein wird nur ein Fahrstreifen errichtet. Aufgrund der Steigung in Richtung Sonnenstein werden in diese Fahrtrichtung zwei Fahrspuren angelegt, in Gegenrichtung jedoch nur eine Fahrspur.

Folgende Bauwerke werden errichtet:

  • Anschlussbauwerk an den Autobahnzubringer der B 172
  • Brücke über die Seidewitz
  • Anschluss an die S 173 Pirna-Berggießhübel
  • Tunnel Kohlberg (315 m Länge)
  • Hochbrücke über das Gottleubatal (916 m Länge)
  • Anschlussbauwerk an die B 172 alt südlich von Pirna-Sonnenstein

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kosten für die Pirnaer Südumfahrung wurden 2010 auf etwa 72 Millionen € beziffert.[11] Aktuell wird laut Bundesverkehrswegeplan 2030 von Kosten in Höhe von etwa 97 Millionen € ausgegangen.[12] Die Finanzierung erfolgt durch öffentliche Mittel aus dem Haushalt des BMVBS.

Engagement für die Südumfahrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 wurde die Bürgerinitiative B172a gegründet, die das Ziel hat, dass die Südumfahrung schnellstmöglich fertiggestellt wird. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Politiker und Vertreter der regionalen Wirtschaft. Die Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung (GSV), ein Straßenbaulobbyverband, hat die Bürgerinitiative laut eigener Aussage viele Jahre lang begleitet.[13] Der Spiegel[14] schrieb, dass die GSV auch schon selbst für die Gründung der Bürgerinitiativen pro Straßenbau gesorgt hat.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pirnaer Anzeiger: Bekanntmachung der Landesdirektion Sachsen über die Planfeststellung für das Verkehrsbauvorhaben „B172 Bad Schandau – Dresden, Ortsumgehung Pirna, 3. Bauabschnitt“ – Auslegung des lanfeststellungsbeschlusses – vom 7. Dezember 2015. 13. Januar 2016
  2. Klaus Brähmig MdB: Pressemitteilung – Südumfahrung Pirna mit vordringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2016–2030 bestätigt. 16. März 2016.
  3. Redaktions- und Verlagsgesellschaft Freital-Pirna (Hrsg.): Autobahn A17 Dresden-Prag. Eine Vision ist verwirklicht - Chronik eines Großprojektes. Freital/Pirna 2007, S. 6f.
  4. Pressemitteilung der Stadt Pirna vom 31.01.2006
  5. http://www.gottleubatalbruecke.de/html/ergebnisse.html, abgerufen am 26. Dezember 2011.
  6. http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/170516, abgerufen am 13. Juni 2014.
  7. http://www.deges.de/Projekte/Bundesfern-und-Landesstrassenprojekte/in-Sachsen/B-172-Ortsumfahrung-Pirna/B-172n-Ortsumfahrung-Pirna-K241.htm, abgerufen am 13. Juni 2014.
  8. http://www.deges.de/Projekte/Bundesfern-und-Landesstrassenprojekte/in-Sachsen/B-172-Ortsumfahrung-Pirna/B-172n-Ortsumfahrung-Pirna-K241.htm (abgerufen am 2. Januar 2017)
  9. DEGES: Bürgerinformation B 172 Bad Schandau – Dresden, Ortsumgehung Pirna, 3. Bauabschnitt (B 172n). Mai 2017.
  10. 2022 rollen die Autos über die Südumfahrung, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 10.11.2016
  11. Pirnas Südumgehung nimmt konkrete Formen an in Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Pirna vom 6. März 2010.
  12. http://www.deges.de/Projekte/Bundesfern-und-Landesstrassenprojekte/in-Sachsen/B-172-Ortsumfahrung-Pirna/B-172n-Ortsumfahrung-Pirna-K241.htm (Abruf 02.01.2017)
  13. http://gsv-verkehrundumwelt.de/index.php?id=22, Artikel vom 6. Oktober 2016, abgerufen am 14. Oktober 2016
  14. Der Umwelt eine Straße. In: Der Spiegel. Nr. 21, 2003 (online).