Bundesstraße 188
Die Bundesstraße 188 (Abkürzung: B 188) ist eine der längeren Bundesstraßen quer durch Norddeutschland. Sie führt von West nach Ost durch die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg und verbindet die B 3 mit der B 5.
Verlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Niedersachsen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der westliche Endpunkt der B 188 befindet sich an der Anschlussstelle zur Bundesstraße 3 (Hannover–Celle). Von dort umgeht die Trasse die Stadt Burgdorf auf einer 2009 eröffneten, 7,6 Kilometer langen Nordumgehung[1] und verläuft weiter durch Altmerdingsen. Erst hier beginnt der straßenbegleitende Radweg bis Uetze. Die Bundesstraße passiert Uetze auf einer Umgehungsstraße, nach der der Radweg bis Meinersen wieder beigefügt ist, und erreicht die Bundesstraßenkreuzung Kreuzkrug, wo sie die B 214 (Celle–Braunschweig) kreuzt. Etwa 200 Meter südlich dieser Kreuzung zweigt zudem die B 444 in Richtung Peine ab.
Auf einer 2004 fertiggestellten Umgehungsstraße führt die Trasse an Meinersen vorbei. Hinter Meinersen geht der Radweg weiter bis Gifhorn. Als Teil der Deutschen Ferienstraße Alpen–Ostsee durchquert die Bundesstraße Gifhorn. Dort wird die B 4 (Braunschweig–Uelzen) überquert, die im Bereich der Stadtumgehung vierspurig ausgebaut ist. Die B188 passiert nordöstlich der Kernstadt das Internationale Mühlenmuseum, dort wieder mit Radweg bis Wolfsburg, und verläuft für einige Kilometer parallel zur Aller durch deren Urstromtal. Dabei sie führt durch die Gemeinden Sassenburg, Osloß und Weyhausen. Kurz vor Wolfsburg quert die Straße den Elbe-Seitenkanal und kreuzt an der Anschlussstelle Wolfsburg-West die A 39. An diesem Knotenpunkt geht die A 39 nach Norden in die B 248 Richtung Salzwedel über.
Die Trasse erreicht anschließend Wolfsburg. Nördlich von Velpke wird die B 244 (Helmstedt–Wittingen) gekreuzt, bevor die Straße nordwestlich von Oebisfelde die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt erreicht.
Sachsen-Anhalt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Sachsen-Anhalt durchquert die Straße zunächst den Naturpark Drömling und erreicht Gardelegen, wo sie auf die B 71 (Uelzen–Magdeburg) trifft. Der folgende Abschnitt durch die Colbitz-Letzlinger Heide und die Altmark ist Teil der Ferienstraße „Straße der Romanik“. Bei Dahlen verläuft die B 188 für 5,5 km gebündelt mit der B 189 (Pritzwalk–Magdeburg) und umgeht so die Stadt Stendal auf einer Umgehungsstraße.
In einem leichten Südbogen führt die Straße weiter nach Tangermünde und überquert auf der dortigen Brücke die Elbe. Östlich von Wust-Fischbeck überschreitet die B 188 die Landesgrenze nach Brandenburg.
Brandenburg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Brandenburg erreicht die Bundesstraße 188 die Havel und kurz darauf die Stadt Rathenow. Der letzte, 24 km lange Abschnitt führt bis zum Friesacker Ortsteil Briesen, wo die Bundesstraße 188 in die B 5 (Hamburg–Berlin) mündet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frühere Strecken und Bezeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die preußische Staatschaussee Nr. 84b zwischen Stendal, Tangermünde und Fischbeck entstand zwischen 1844 und 1847, um Stendal an die damals neugebaute Staatschaussee 85 (Teil der heutigen B 107) zwischen Genthin und Havelberg anzuschließen. Der mittlere Streckenabschnitt von Stendal nach Wolfsburg entstand zwischen 1853 und 1855 als Kreischaussee, die allein auf Kosten der beteiligten Landkreise erbaut wurde. Erst nach dem Bau der Elbebrücke Tangermünde im Jahre 1933 konnte diese Straße durchgehend befahren werden.
Reichsstraße 188 von 1936 bis 1949
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1936 wurde die gesamte Strecke zur Reichsstraße 188 umgewidmet. Ziel war die bessere Anbindung der damals noch in der Planung befindlichen Stadt Wolfsburg. Durch die deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Straße zwischen Oebisfelde und Velpke unterbrochen. Die Grenzziehung erfolgte in Höhe des Velpker Gutes Büstedt, unmittelbar an der Allerbrücke.
Fernverkehrsstraße 188 von 1949 bis 1990
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der östliche Streckenabschnitt wurde von der DDR mit der Bezeichnung Fernverkehrsstraße 188 in ihr Streckennetz aufgenommen. Bis zur Schließung der Grenze gab es noch einen regulären Grenzübergang.[2] Mit dem Schließen der Grenze wurde die Straße in unmittelbarer Grenznähe abgebaut.
Die Grenzöffnung erfolgte im Bereich der F 188/B 188 am 26. November 1989 um 6 Uhr. Daran erinnert heute eine Informationstafel. Am 1. Juli 1990 wurden die Grenzkontrollen eingestellt.
Bundesstraße 188 von 1949 bis 1990
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Den westlichen Streckenabschnitt nahm die Bundesrepublik Deutschland 1949 als Bundesstraße 188 in ihr Streckennetz auf.
Nach der deutschen Wiedervereinigung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde die F 188 mit der B 188 zusammengeführt.
Bis 2001 führte die B 188 durch Tangermünde. Von 1997 bis 2001 wurden eine neue Elbebrücke sowie eine Ortsumgehung nördlich der Stadt gebaut.
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – Geschäftsbereich Hannover – hat die Ortsumgehung Burgdorf im Zuge der B 188 neu gebaut und im Oktober 2009 für den Verkehr freigegeben.[3]
Als weiterer Bauabschnitt der B 188 wurde im September 2010 die Ortsumgehung Rathenow fertiggestellt; Baubeginn war 2004. Die B 188 verläuft nun westlich von Rathenow bei Großwudicke an der Südseite der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin (welche neben der Bahnstrecke Berlin–Lehrte verläuft) entlang.[4]
Am 6. Dezember 2010 erfolgte die Eröffnung der Ortsumgehungen von Danndorf und Velpke östlich von Wolfsburg bis zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt im Zuge der Bundesstraße 188. Gleichzeitig fand die Eröffnung der sich anschließenden Umgehung von Oebisfelde in Sachsen-Anhalt statt. Baubeginn der etwa 10,7 Kilometer langen Straße war am 23. September 2009. Ein Großteil der Strecke führt parallel an der Nordseite der Bahnstrecke Berlin–Lehrte entlang.[5] Die östliche Fortsetzung entlang der Bahnlinie bis Frankenfelde befand sich ab 2017 im Bau und konnte am 2. Juli 2021 für den Verkehr freigegeben werden.[6][7]
Ausbauzustand
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ausbauzustand der B 188 gliedert sich wie folgt:
| Abschnitt | Streifen | Trennstreifen | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 2 | nein | ||
| 4 | nein | ||
| K 331 Umfahrung Gifhorn – K 46 Nordstadt | 2 | nein | |
| K 46 Nordstadt – L 322 Umfahrung Alt-Wolfsburg | 3 | nein | |
| L 322 Umfahrung Alt-Wolfsburg L 290 | 4 | ja | |
| L 290 Umfahrung Alt-Wolfsburg – |
2 | nein | |
| 3 | nein | kreuzungsfrei | |
| 2 | nein | ||
| 4 | ja | autobahnähnlich | |
| L 30 AS Miltern – |
2 | nein | kreuzungsfrei |
| 2 | nein |
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Posse: Neue Bahnschranke einen Meter zu kurz vom 12. Februar 2019 auf ndr.de ( vom 13. August 2019 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Umgehungsstraße am 1. Oktober 2009 freigegeben. In: myheimat.de. 30. September 2009, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Hannes Bahrmann (Hrsg.): Bilderchronik der Wende. Erlebnisse aus der Zeit des Umbruches 1989/90. Links, Berlin 1999, S. 58.
- ↑ Flyer der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zur Ortsumgehung Burgdorf (burgdorf.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)).
- ↑ Widmung der B 188 im Bereich der Ortsumgehung Rathenow. In: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Niederlassung Potsdam (Hrsg.): Amtsblatt für Brandenburg. Potsdam 10. Oktober 2005, S. 1046 (landesrecht.brandenburg.de [PDF; abgerufen am 18. April 2012] Amtliche Bekanntmachung).
- ↑ Oebisfelder Umgehung der Bundesstraße 188 wurde freigegeben. In: stadt-oebisfelde-weferlingen.de. Stadt Oebisfelde-Weferlingen, 7. Dezember 2010, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 31. Januar 2016; abgerufen am 18. April 2012 (Bericht auf der Internetseite der Stadt). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ B 188: Ortsumfahrung Oebisfelde. LSBB.Sachsen-Anhalt.de, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 2. März 2021; abgerufen am 20. Februar 2021. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ 5,3 Kilometer Ortsumgehung Oebisfelde fertig. In: AZ-Online.de. 3. Juli 2021, abgerufen am 9. August 2021.

