Bundesstraße 4

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 4 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Horner Straße.

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Bundesstraße 4 in Deutschland
Bundesstraße 4
Karte
Verlauf der B 4
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Bad Bramstedt
(53° 55′ N, 9° 53′ O53.9173759.882939)
Straßenende: Nürnberg
(49° 24′ N, 11° 12′ O49.40596411.195508)
Gesamtlänge: 610 km

Bundesland:

Bundesstraße 4 in Hamburg (Neue Elbbrücke)
Bundesstraße 4 in Hamburg (Neue Elbbrücke)

Die deutsche Bundesstraße 4 (Abkürzung: B 4) führte ursprünglich von Kiel, seit den 1990er Jahren etwas kürzer vom schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt über Hamburg, Braunschweig, den Harz und Erfurt nach Nürnberg. In ihrem Gesamtverlauf ist sie jetzt (Stand 2011) etwa 610 km lang.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

B 4 am höchsten Punkt, Blick nach Norden (Richtung Torfhaus)

(KielNeumünster) – Bad Bramstedt – Quickborn – Hamburg – LüneburgUelzenGifhorn – Braunschweig – WolfenbüttelBad HarzburgTorfhaus (südl. Torfhaus höchster Punkt der B 4, ca. 825 m ü.NHN) – BraunlageNordhausenSondershausen – Erfurt – ArnstadtIlmenauSchleusingenEisfeldCoburgBambergForchheimErlangenNürnberg

Zwischen Braunlage und Lüneburg ist die B 4 Teil der Harz-Heide-Straße. Zwischen Hallstadt und Erlangen wurde die B 4 wegen der parallel verlaufenden Autobahnen A 70 und A 73 zur Staatsstraße (St2244) herabgestuft, in Schleswig-Holstein wurde sie wegen der parallel verlaufenden Bundesautobahn 7 und Bundesautobahn 215 ebenfalls zu Landesstraßen herabgestuft.

Geschichte[Bearbeiten]

1971: Ausbau zur vierspurigen Fernverkehrsstraße 4 bei Erfurt

Die Bundesstraße 4 folgt im Abschnitt von Braunschweig bis in die Nähe von Hamburg einer jahrhundertealten mitteleuropäischen Post- und Verkehrsverbindung, die in der Frühen Neuzeit als „Salzstraße“ – wegen des Salzhandels bei Lüneburg – bekannt war. In diesem Abschnitt geht die heutige Trasse, ausgenommen die in neuerer Zeit gebauten Ortsumgehungen und Autobahnabschnitte, auf die Zeit um 1800 zurück. Damals wurde die Straße, vorwiegend aus militärischen Gründen, als eine möglichst gerade und kurze Verbindung der wichtigsten Anliegerorte neu errichtet. Zuvor folgte die Straßenführung mehr den natürlichen Gegebenheiten, z. B. Bächen und Waldrändern, und verlief teils ein bis zwei Kilometer von der heutigen Trasse entfernt. Einen Überblick über die ältere Trasse geben die Karten der kurhannoverschen Landesaufnahme aus dem 18. Jahrhundert.

Die Straße führte ursprünglich bis nach Kiel. Die Altona-Kieler Chaussee wurde 1830 bis 1832 gebaut und war die erste Kunststraße in Schleswig-Holstein.

Am 4. Mai 1945 verhandelte auf der damals noch Reichsstraße 4 (R 4) genannten Straße nördlich von Quickborn der letzte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral von Friedeburg, mit höheren Offizieren der britischen 2. Armee über die Kapitulation der letzten deutschen Truppen in Norddeutschland.

B 4 als Ortsumgehung Uelzen („Uhlenring“)

Vor dem Bau der A 7 bzw. A 215 zu den Olympischen Spielen 1972 waren die B 4 und die in den 1960er Jahren gebaute B 404 die wichtigsten Verbindungen von Kiel nach Hamburg. In den 1990er Jahren wurde die B 4 zwischen Kiel und Neumünster zur Landesstraße 318 und zwischen Neumünster und Bad Bramstedt zur Landesstraße 319 herabgestuft; ihre Funktion für den motorisierten Individualverkehr wird von der A 7 und der A 215 übernommen.

Bereits in den 1960er Jahren wurde die B 4 zwischen den heutigen Anschlussstellen Hamburg-Eidelstedt der A 23 und Hamburg-Stellingen der A 7 als Eidelstedter Ortsumgehung auf die Trasse der Autobahnen verlegt, die sie dort heute ersetzen. Im Bereich der Stresemannstraße in Hamburg-Altona-Nord besteht seit mehreren schweren Personenunfällen in den 1980er Jahren ein Tempolimit auf 30 km/h; zeitweise war die viel befahrene B 4 hier auf einen Fahrstreifen je Richtung verengt.

Die B 4/B 75 in Wilhelmsburg

Südlich der Hamburger Elbbrücken geht die B 4 seit den 1990er Jahren zusammen mit der B 75 auf die kurzen Autobahnen A 255 und A 252 über und durchquert seit 1951 den Stadtteil Wilhelmsburg als autobahnähnliche Kraftfahrstraße (Wilhelmsburger Reichsstraße), die in die A 253 (Harburger Umgehung) mündet. Das von Hamburg-Harburg nach Süden führende Stück zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Wilstorf der A 253 und Fleestedt der A 7 wurde Anfang der 2000er Jahre entwidmet. Bis zur AS Lüneburg-Nord wird die B 4 heute durch die A 7 und A 39 und bis zur AS Lüneburg-Häcklingen durch die Ostumgehung Lüneburg ersetzt.

Im Zusammenhang mit den Autobahnplanungen im nordost-niedersächsischen und west-mecklenburgischen Raum (A 14, A 39) wurde auch mehrfach ein Ersatz oder autobahnähnlicher Ausbau der B 4 auf gut 100 Kilometer zwischen Lüneburg (A 39) und Braunschweig (A 2) diskutiert, schließlich aber verworfen. Im August 2006 wurde in diesem Bereich ein Durchfahrverbot für Lkw über zwölf Tonnen eingeführt - aufgrund der geringen Strafen (20 Euro) bei Nichtbeachtung hat sich aber an der Situation (zu starker Lkw-Transitverkehr) nichts geändert. Es wird aber aus regionalpolitischen Überlegungen auch schon seit längerem ein vierspuriger Ausbau zwischen Gifhorn und Braunschweig, speziell im Bereich Papenteich, geplant.

Das Stück zwischen Braunschweig und Bad Harzburg (über Wolfenbüttel) fehlt teilweise, da es in den 1990er Jahren durch die A 395 ersetzt und in den Orten Halchter, Ohrum und Dorstadt auf Landstraßenniveau zurückgebaut worden ist, die Strecke wurde zur Landesstraße 615 umgewidmet.

Im Südharz sind Ortsumfahrungen der Gemeinden Ilfeld und Niedersachswerfen geplant sowie ein Ausbau der Bundesstraße zwischen Nordhausen und Sondershausen auf drei Fahrspuren. In Sondershausen selbst wurde im Oktober 2008 nach einer Bauzeit von viereinhalb Jahren eine westlich an der Stadt vorbei führende Ortsumfahrung für den Verkehr freigegeben. Der Bau dieses Streckenabschnittes mit insgesamt zehn Brücken kostete 43 Millionen Euro.[1] Somit befinden sich auf dem 75 Kilometer langen Abschnitt zwischen Nordhausen und Erfurt nur noch drei Ortsdurchfahrten: in Greußen, Straußfurt und Gebesee. Die Errichtung von dort geplanten Umgehungen wurde allerdings wegen fehlender Landesmittel auf unbestimmte Zeit verschoben.[2]

Zwischen der A 71-Abfahrt Erfurt-Gispersleben und der A 71-Abfahrt Ilmenau-West ist die B 4 seit 2003 (zwischen A4 Abfahrt Erfurt-West und Ilmenau) bzw. 2006 (zw. A71 Erfurt-Gispersleben und A4) auf 43 km Länge auf die A 71 verlegt worden. Dazu wurde sie zur Landesstraße 3004 und Kreisstraße 35 (in Erfurt) zurückgestuft.

Seit April 2004 wurde eine zwei Kilometer lange östliche Ortsumgehung für Schleusingen gebaut, die auch als Autobahnzubringer für die Anschlussstelle Schleusingen der A 73 dient. Größtes Bauwerk ist eine 72 m lange Dreifeldbrücke über die Nahe. Die Eröffnung dieser Strecke sollte bereits im Winter 2005 stattfinden, wurde jedoch erst am 16. Juni 2006 vollzogen.

Seit dem 1. Januar 2011 ist die Bundesstraße zwischen Ilmenau und Schleusingen auf Grund der parallel verlaufenden Autobahnen 71 und 73 zur Landesstraße 3004 umgewidmet. Besonderheit dabei ist, dass durch den Rennsteigtunnel der A 71 derzeit kein Gefahrguttransporter fahren darf. Diese Fahrzeuge müssen weiterhin die Strecke über den Rennsteig nehmen. Auch der nächste Streckenabschnitt zwischen Schleusingen und Coburg wurde aufgrund der parallel verlaufenden A 73 zur Kreisstraße heruntergestuft.

Vom (Autobahn-)Dreieck Coburg-Nord bis zur Abfahrt Coburg-Zentrum ist die B 4 autobahnähnlich ausgebaut und wird deshalb Stadtautobahn genannt. Bis Coburg-Süd verläuft die B 4 nur einstreifig in jeder Richtung. Ein Ausbau auf zwei Streifen je Fahrtrichtung wird angestrebt. Ab Coburg-Süd bis zur Abfahrt Untersiemau ist die B 4 wieder autobahnähnlich ausgebaut, wo sie kurzzeitig mit der B 303 bis Niederfüllbach verläuft. In Untersiemau zweigt seit dem seit 5. September 2008 als südlicher Autobahnzubringer Coburgs die B 289 ab.

Zwischen Breitengüßbach und Hallstadt ist die B 4 nicht als Bundesstraße beschildert, um so insbesondere den Schwerlastverkehr auf die parallel verlaufende A 73 zu lenken und die beiden Orte zu entlasten. Zudem wird einer zukünftigen Umwidmung (Abstufung) Rechnung getragen.

Der Bundesverkehrswegeplan 2003 enthält in der Rubrik Neue Vorhaben mit Planungsrecht die sogenannte Nordanbindung des Nürnberger Flughafens als B 4.[3][4] Damit ist ein Straßenneubau zwischen einer hierzu geplanten Anschlussstelle 84a der Bundesautobahn 3 und der Flughafenstraße gemeint. In den Unterlagen zum im September 2007 begonnenen Planfeststellungsverfahren wird dieser Neubau mittlerweile als B 4f bezeichnet.[5]

Ortsumgehung Rödental[Bearbeiten]

Unter dem Projektnamen B 999 Ortsumgehung Rödental wurde nach dem Planfeststellungsbeschluss im Dezember 2006 zwischen den Jahren 2007 und 2011 eine 5,4 Kilometer lange Neubaustrecke errichtet.[6] Zusätzlich wurde der anschließende Abschnitt der Staatsstraße 2202 bis zur Landesgrenze Bayern - Thüringen zur Bundesstraße aufgestuft.

Der Abschnitt beginnt an der A 73 im Nordosten Coburgs. Der dreistreifige Neubau der Ortsumgehung soll als Kraftfahrstraße die Stadt Rödental (im Landkreis Coburg) von den bis zu 40.000 Fahrzeugen entlasten, die täglich von Sonneberg und Neustadt bei Coburg in das oberfränkische Oberzentrum Coburg fahren. Außerdem werden die Orte Unterwohlsbach und Mönchröden jeweils durch eine eigene Anschlussstelle an die neue Bundesstraße angebunden. Da die Planer befürchteten, dass viele Pendler die neue Umgehungsstraße nicht nutzen würden, weil Lastkraftwagen aufgrund der geplanten großen Steigungen die Straße verstopfen würden, wurden entsprechend den Steigungsverhältnissen wechselweise 2+1 Fahrstreifen gebaut. Die Strecke umfasst auch zwei Großbrücken, die 160 m lange Itztalbrücke und die 334 m lange Talbrücke Mönchröden. Die Gesamtkosten betrugen 41,1 Mio. Euro. Zu Beginn der Planung wurde von weniger als 30 Mio. Euro für eine Staatsstraße ausgegangen.

Durch den Neubau der Bundesstraße war die Wasserversorgung der Stadt Rödental gefährdet. Aus diesem Grund wurden neue Brunnen gebohrt und im Jahre 2008 die neue Trinkwasser-Versorgungsanlage "Mönchrödener Forst" in Betrieb genommen.

Am 25. Juli 2011 wurde der erste Abschnitt zwischen der A 73 und der Anschlussstelle Rödental/Schalkau Nord für den Verkehr freigegeben. Ab dem 19. Dezember 2011 war die Umgehungsstrecke durchgehend befahrbar. Bis zur feierlichen Einweihung am 27. Juli 2012 wurde noch die Anschlussstelle Rödental-Mönchröden mit einem neuen Verteilerkreisel fertiggestellt. Zusätzlich musste ab Ende Mai 2012 der östliche Streckenabschnitt für zwei Monate gesperrt werden, um eine mangelhaft eingebaute Fahrbahnabdichtung der Talbrücke Mönchröden zu sanieren.[7]

Mautpflicht[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2007 gilt durch die MautStrAusdehnV auf der Strecke zwischen der A 23 in Hamburg-Eidelstedt und dem Ende der B 4 in Bad Bramstedt für LKW die Mautpflicht, zu deren Durchsetzung das Bundesamt für Güterverkehr stationäre Kontrollen durchführt. Da acht der 38 Teilabschnitte mautfrei (mautpflichtige Länge = „0.0“ in der amtlichen Mauttabelle) sind, ist die mautpflichtige Länge dieses Abschnitts nur 27,6 Kilometer.

Seit dem 1. August 2012 sind weitere drei Abschnitte der B 4 durch das Bundesfernstraßenmautgesetz mautpflichtig. Dies sind 11,6 Kilometer bei Lüneburg, 8,4 Kilometer bei Erfurt und 6,3 Kilometer bei Nürnberg.

Insgesamt sind knapp 54 Kilometer mautpflichtig, das sind knapp 9 % der Gesamtlänge von 610 Kilometern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/5854870.html Bericht des MDR zur Eröffnung der Ortsumgehung, abgerufen am 7. Juni 2009
  2. Thüringer Allgemeine, 22. Juli 2011
  3. Bundesverkehrswegeplan 2003, Anlage Bayern, Seite 92
  4. Stadt Nürnberg: Wirtschaftsbericht 2003, Seite 70
  5. Tiefbauamt Nürnberg, Planfeststellungsverfahren "Neubau der Bundesstraße 4f zur Anbindung des Flughafens Nürnberg an die BAB 3"
  6. Staatliches Bauamt Bamberg: B 999 Ortsumgehung Rödental
  7. Staatliches Bauamt Bamberg: Pressemitteilung, 25. Mai 2012 (PDF; 499 kB)
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