Bundesstraße 41

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 41 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Gmünder Straße.
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Bundesstraße 41 in Deutschland
Bundesstraße 41
Karte
Verlauf der B 41
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Saarbrücken
(49° 12′ N, 6° 57′ O)
Straßenende: Bad Kreuznach
(49° 59′ N, 8° 2′ O)
Gesamtlänge: ca. 130 km

Bundesland:

Ausbauzustand: siehe unten
Bundesstraße 41 bei Bad Kreuznach
Bundesstraße 41 bei Bad Kreuznach

Die Bundesstraße 41 (Abkürzung: B 41) ist eine Bundesstraße im Saarland und in Rheinland-Pfalz mit einer Gesamtlänge von etwa 140 Kilometern. Sie verbindet Saarbrücken mit der Bundesautobahn 61 bei Bad Kreuznach.

Die Bundesstraße 41 kann als Verlängerung der französischen Route nationale 3 angesehen werden. Am Grenzübergang Goldene Bremm wechselt sie von der Rue du Roussillon (Gem. Stiring-Wendel) auf Saarbrücker Stadtgebiet und wird dort die Metzer Straße (Straße nach Metz). Unmittelbar an der Grenze liegt die Gedenkstätte für die Verfolgten der Nationalsozialisten.

Ausbauzustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 41 ist zweistreifig, im Saarland teilweise auf drei, zwischen Idar-Oberstein und der A 61 teilweise auf drei oder vier Streifen ausgebaut.

Als autobahnähnliche Straße ausgebaute Teilstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf 700 m zwischen Bad Sobernheim Ost und Steinhardt ist sie vierstreifig bei sieben Prozent Gefälle/Steigung.
  • Im Bereich der ortsnahen Trasse von Waldböckelheim wurde seitens des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz eine Verkehruntersuchung zum planfreien Ausbau der unfallträchtigen Ausfahrt Waldböckelheim-West und Zusammenfassung der Ausfahrt Mitte und West durchgeführt. Später soll die B 41 auf dieser ortsnahen Trasse schließlich vierstreifig ausgebaut werden.[2] Im Ort hat sich jedoch Widerstand gegen das geplante Vorhaben formiert und eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für eine neue nördlichere, vom Ort weiter entfernt liegende vierstreifige Trasse, die sich bereits im Weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplan befindet, einsetzt.[3] Mittlerweile haben die Bauarbeiten für die vom LBM präferierte Variante begonnen.
  • Außerdem wurde durch den Landesbetrieb Mobilität Rlp eine Verkehrsuntersuchung zum zweistreifigen Neubau der Ortsumgehungen Hochstetten und Martinstein durchgeführt.[4] Beide Vorhaben befinden sich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans.
  • Im weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans befindet sich neben dem vierstreifigen Ausbau der Ortsumgehung Neunkirchen auch der zweistreifige Neubau der Ortsumgehungen Niederbrombach, Oberbrombach und Rötsweiler.

Durch Autobahnen ersetzt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • zwischen Saarbrücken-Ludwigspark und AD Friedrichsthal (A 623) und weiter bis Anschlussstelle Neunkirchen-Spiesen (A 8)

LKW-Maut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 2012 wurde die LKW-Maut auf dem Streckenabschnitt zwischen Bad Kreuznach bis zur A 61 eingeführt.[5]

Nahe-Überbauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier-spurige-Nahehochstrasse, auch Naheüberbauung genannte B41 in Idar-Oberstein

Eine der markantesten (und bekanntesten) Teilstücke der Straße ist die 1985 baulich begonnene Nahe-Überbauung (Nahehochstraße) in Idar-Oberstein, die am 24. September 1986 eröffnet wurde.[6] Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Es musste ein Teil der städtischen Kanalisation umverlegt und an der Nahe ein Stauwehr errichtet werden. Über 29 Gebäude wurden abgerissen, darunter auch historisch bedeutsame Bauwerke wie die Auschleife. Im Januar 1980 wurden die ersten Bauaufträge vergeben. Kurz darauf wurde eine Bürgerinitiative gegründet, deren Mitglieder über 2000 Unterschriften gegen die Nahe-Überbauung sammelten. Der Stadtrat musste in einer Sondersitzung deswegen nochmals über den Bau entscheiden, beschloss diesen aber zum zweiten Mal. Die Gegner zogen bis vor das Bundesverwaltungsgericht, wo sie schließlich unterlagen.[7] In der Literatur wird die Nahe-Überbauung vielfach als „Betonsarg“ bezeichnet, da sich hier keine klassische Brücke befindet, sondern der Fluss auf 1875 m Länge „zugedeckelt“ wurde. Seitdem ist die Altstadt vom Durchgangsverkehr entlastet; weil aber die neue Trasse das Erscheinungsbild der Stadt erheblich veränderte, blieb die Maßnahme umstritten. Die Kosten für die Überbauung betrugen rund 300 Mio. DM.[6] Die Diskussion um den Bau der B 41 in Idar-Oberstein erreichte bundesweite Aufmerksamkeit und es erschienen sogar ein Artikel im Magazin der Spiegel und eine Diskussionsrunde im SWF.

Brand im Blücher-Flöz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Brand im Blücher-Flöz

Nachdem beim Bau der B 41 als Umgehungsstraße westlich von Neunkirchen die tagesnahen Steinkohleflöze des Blücher-Flözes angeschnitten wurden, entzündete sich die kohleführende Schicht durch Sauerstoffeintritt. Der Brand entstand in den 1990er Jahren westlich der Kreuzung von B 41 und L 124 (Westspange). Er gilt seit Ende Oktober 2012 als gelöscht.

Sanierung und Abstufung zur Landstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der frühere östliche Teile der B 41 in Rheinhessen, von Bad Kreuznach nach Ingelheim am Rhein, der seit dem Bau des um Gensingen herum zur A 61 führenden Neubauabschnitts der B 41 keine direkte Verbindung zu diesem besaß, wurde nach seiner Sanierung von Oktober bis Dezember 2014 zur Landesstraße abgestuft.[8] Hintergrund der Abstufung ist eine langjährige Forderung des Bundes wegen der parallel verlaufenden A 60.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 41 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Internetauftritt der „Bürgerinitiative B 41 -So nicht!“ Abgerufen am 12. Dezember 2011.
  2. K. Kohm, W. Kieren, G. Böckling: Verkehrsuntersuchung B 41 / L 234 / L 108 Waldböckelheim 2005. Hrsg.: VERTEC-Ingenieure. Koblenz April 2006 (PDF bei lbm.rlp.de [abgerufen am 12. Dezember 2011] Vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Untersuchung).
  3. Internetauftritt der Bürgerinitiative BI-B41 Ja! Abgerufen am 12. Dezember 2011 (Zum Neubau einer ortsfernen Trasse der B 41).
  4. K. Kohm, W. Kieren, G. Böckling: Verkehrsuntersuchung B 41 Hochstetten – Martinstein Fortschreibung 2005. Hrsg.: VERTEC-Ingenieure. Koblenz April 2006 (Online bei lbm.rlp.de (PDF; 3,6 MB) [abgerufen am 12. Dezember 2011] Vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Untersuchung).
  5. Lkw-Maut auf fünf Bundesstraßen in Rheinland-Pfalz soll im August starten (Memento vom 11. November 2012 im Internet Archive); in Rhein Main Presse vom 15. Februar 2012
  6. a b http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Betonsarg-auf-dem-Fluss;art806,1052289
  7. http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/nahe_artikel,-Vor-25-Jahren-rollten-die-ersten-Autos-ueber-die-Naheueberbauung%C2%A0-_arid,310735.html
  8. Verkündung durch den Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz von Oktober 2014 (Memento vom 29. Januar 2015 im Internet Archive)