Bundestagswahlkreis Essen III

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Wahlkreis 120: Essen III
Bundestagswahlkreis 120-2013.svg
Staat Deutschland
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Wahlkreisnummer 120
Wahlberechtigte 192.918
Wahlbeteiligung 79,48 %
Wahldatum 24. September 2017
Wahlkreisabgeordneter
Name
Foto des Abgeordneten

Matthias Hauer
Partei CDU
Stimmanteil 37,08 %

Der Bundestagswahlkreis Essen III (Wahlkreis 120) liegt in Nordrhein-Westfalen und umfasst die Stadtbezirke II, III, VIII und IX der Stadt Essen.[1] Zum Wahlkreis gehören unter anderem die südlich der Innenstadt gelegenen Stadtteile Rüttenscheid, Stadtwald und Rellinghausen (Bezirk II), der Essener Westen mit Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen (Bezirk III), die südöstlichen Stadtteile Burgaltendorf, Byfang, Heisingen, Kupferdreh und Überruhr (Bezirk VIII Ruhrhalbinsel), sowie im Südwesten Bredeney, Werden und Kettwig (Bezirk IX). Die Abgrenzung des Wahlkreises ist in der Vergangenheit zweimal geändert worden, zuletzt im Jahre 2002 (Wegfall Bezirk I Stadtmitte, Hinzunahme Bezirk III West). Vor der Bundestagswahl 2013 hatte der Wahlkreis die Nummer 121.

Bundestagswahl 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2017 – WK Essen III
(Zweitstimmen in %)
 %
40
30
20
10
0
30,07
24,74
15,14
9,39
8,36
8,25
1,17
0,89
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-6,23
-8,36
+9,44
-0,31
+4,46
+1,65
+0,66
+0,89
Mehrheiten in den Stadtbezirken (Bundestagswahl 2017)

Die Bundestagswahl 2017 fand am Sonntag, den 24. September 2017, statt. In Nordrhein-Westfalen wurden 23 Parteien zugelassen, zusätzlich standen 9 Direktkandidaten zur Wahl. Im Vergleich zur Wahl im Jahr 2013 konnte der Direktkandidat der CDU Matthias Hauer seinen damals noch sehr knappen Vorsprung weiter ausbauen. Hiermit erzielte er das einzige Direktmandat der CDU in Essen. Allerdings verlor er trotzdem fast 3000 Erststimmen bei der mit über 2000 mehr Wählern höheren Wahlbeteiligung. Auffällig ist, dass wie bereits in der Vergangenheit der Essener Norden überwiegend die Kandidaten der SPD gewählt hat, während der Essener Süden zur CDU tendiert. So kam es zur Mehrheit für den Kandidaten Gereon Wolters der SPD im Stadtbezirk III, während der Konkurrent Hauer in den anderen Stadtbezirken dieses Wahlkreises die Mehrheit holte.

Endgültiges Ergebnis[2]
Gegenstand der Nachweisung Erststimmen Zweitstimmen
Bewerber Partei Anzahl  % Anzahl  %
Matthias Hauer CDU 56.393 37,08 45.826 30,07
Gereon Wolters SPD 46.829 30,79 37.699 24,74
Kai Gehring GRÜNE 12.511 8,23 14.312 9,39
Ayten Kaplan DIE LINKE 9.846 6,47 12.574 8,25
Tim Wortmann FDP 12.639 8,31 23.068 15,14
Stefan Keuter AfD 12.306 8,09 12.735 8,36
PIRATEN 554 0,36
NPD 259 0,17
Die PARTEI 1.778 1,17
FREIE WÄHLER 302 0,20
Volksabstimmung 153 0,10
ÖDP 174 0,11
Martina Stalleicken MLPD 208 0,14 134 0,09
SGP 13 0,01
ADD 364 0,28
BGE 173 0,11
DiB 249 0,16
Diana Kummer DKP 197 0,13 89 0,06
DM 115 0,08
Die Humanisten 97 0,06
Gesundheitsforschung 134 0,09
Tierschutzpartei 1.356 0,89
V-Partei³ 251 0,16
Serge Menga Nsibu Einzelbewerber 1.175 0,77
Gültige Stimmen 152.104 100,0 152.409 100,0
Wahlbeteiligung[3]
Gegenstand der Nachweisung Erststimmen Zweitstimmen
Anzahl  % Anzahl  %
Wahlberechtigte 192.918 100,0 192.918 100,0
⤷ Wähler 153.336 79,48 153.336 79,48
⤷ Ungültige Stimmen 1.232 0,80 927 0,60
⤷ Gültige Stimmen 152.104 99,20 152.409 99,40

Bundestagswahl 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Karte der Direktmandate für die Bundestagswahl 2013 zeigt, mit welchem Abstand die Wahlkreise gewonnen wurden. Deutlich sichtbar ist hier der Wahlkreis Essen III mit nur dreiundneunzig Stimmen Vorsprung und einer weißen Färbung.
Bundestagswahl 2013 – WK Essen III
(in %)
 %
40
30
20
10
0
36,3
33,1
9,7
6,6
5,7
3,9
2,1
0,9
0,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+6,3
+2,1
-2,3
-1,7
-8,4
+3,9
+0,5
+0,1
+0,5

Bei der Bundestagswahl 2013 sorgte der Wahlkreis für besonderes Aufsehen, da Matthias Hauer (CDU) den Wahlkreis nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vom Abend des Wahltags mit nur drei Erststimmen Vorsprung vor Petra Hinz (SPD) gewonnen hatte.[4] In der Folge ließ der Kreiswahlleiter die Wahlniederschriften überprüfen, wobei sich Unstimmigkeiten zeigten. Daher wurden alle im Wahlkreis 120 abgegebenen Stimmen neu ausgezählt,[5] wonach Hauer mit 93 Stimmen Vorsprung siegte.[6] Es ist neben dem Bundestagswahlkreis Wesel I das einzige Direktmandat der CDU im Ruhrgebiet und der einzige der 64 Wahlkreise in NRW, in dem die CDU gegenüber der Bundestagswahl 2009 ein Direktmandat hinzugewinnen konnte.

Endgültiges Ergebnis[7]
Direktkandidat Partei Erststimmen in % Erststimmen absolut Zweitstimmen in %
Matthias Hauer CDU 39,5 59.101 36,3
Petra Hinz SPD 39,5 59.008 33,1
Petra Hermann FDP 2,0 3.007 5,7
Kai Gehring GRÜNE 7,7 11.576 9,7
Cornelia Swillus-Knöchel DIE LINKE 4,9 7.341 6,6
Frank Höschen PIRATEN 2,1 3.169 2,1
Manuel Mikolajtzyk NPD 1,0 1.489 0,9
REP 0,1
Bündnis 21/RRP 0,0
Volksabstimmung 0,1
ÖDP 0,1
MLPD 0,1
Katarzyna Dorota Kruczkowski BüSo 0,1 213 0,1
PSG 0,0
Martin Erwin Renner AfD 2,7 4.015 3,9
BIG 0,1
pro Deutschland 0,2
DIE RECHTE 0,0
FREIE WÄHLER 0,2
Nichtwähler 0,1
PARTEI DER VERNUNFT 0,1
Die PARTEI 0,5
Sonstige 0,4 570
Die Wahlbeteiligung lag mit 151.040 Wählern bei 77,2 %.

Ergebnis der Bundestagswahl 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Bundestagswahl 2005
Zweitstimmen in %
Petra Hinz SPD 38,6 31,0 42,0
Matthias Hauer CDU 36,1 30,0 30,9
Petra Hermann FDP 7,5 14,1 9,4
Kai Gehring GRÜNE 9,5 12,0 9,7
Cornelia Swillus-Knöchel Die Linke. 6,9 8,3 5,6
REP 0,4 0,3
Die Tierschutzpartei 0,6 0,5
Hermann August Schnarre NPD 1,1 0,8 0,6
Familie 0,4 0,3
PIRATEN 1,6 -
RENTNER 0,3 -
Zentrum 0,1 0,1
Matthias Kraume BüSo 0,3 0,1 0,0
Volksabstimmung 0,1 0,1
MLPD 0,1 0,1
PSG 0,0 0,0
- ödp - 0,1
- DVU - 0,1

Frühere Wahlkreissieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl Name Partei Erststimmen
2017 Matthias Hauer CDU 37,1 %
2013 Matthias Hauer CDU 39,6 %
2009 Petra Hinz SPD 38,6 %
2005 Petra Hinz SPD 48,1 %
2002 Hans-Günter Bruckmann SPD 49,8 %
1998 Ingrid Becker-Inglau SPD 49,9 %
1994 Ingrid Becker-Inglau SPD 44,9 %
1990 Ingrid Becker-Inglau SPD 41,3 %
1987 Ingrid Becker-Inglau SPD 44,9 %
1983 Paul Hoffacker CDU 46,2 %
1980 Antje Huber SPD 49,1 %
1976 Antje Huber SPD 47,7 %
1972 Antje Huber SPD 53,1 %
1969 Antje Huber SPD 49,8 %
1965 Hans Toussaint CDU 48,6 %
1961 Hans Toussaint CDU 48,7 %
1957 Hans Toussaint CDU 56,3 %
1953 Jakob Kaiser CDU 53,5 %
1949 Jakob Kaiser CDU 32,4 %

Wahlkreisgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl Wahlkreisname Gebiet
1949 32 Essen III Südlicher Teil von Essen mit der Ruhrhalbinsel sowie u. a. Huttrop, Rüttenscheid, Bredeney und Werden
1953–1961 91 Essen III
1965–1976 89 Essen III
1980–1998 90 Essen III Stadtbezirke I, II, VIII und IX mit der Essener Innenstadt und der Ruhrhalbinsel sowie u. a. Rüttenscheid, Bredeney, Werden und Kettwig
2002–2009 121 Essen III Stadtbezirke II, III, VIII und IX mit der Ruhrhalbinsel sowie u. a. Altendorf, Frohnhausen, Holsterhausen, Rüttenscheid, Bredeney, Werden und Kettwig
2013 120 Essen III

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wahlkreiseinteilung Essen III. Bundeswahlleiter, 2013; abgerufen am 22. Januar 2013.
  2. Wahl zum Deutschen Bundestag - Wahl zum Deutschen Bundestag 2017 Essen - Wahlkreis 120 (Essen III). Abgerufen am 24. September 2017.
  3. Der Bundeswahlleiter: Ergebnisse Essen III - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 24. September 2017.
  4. Stadt Essen: Ergebnis Bundestagswahl 2013 Erststimmen, Zugriff: 26. September 2013.
  5. Stadt Essen: Oberbürgermeister schlägt Kreiswahlausschuss Nachzählung des kompletten Wahlkreises 120 vor, Pressemitteilung vom 26. September 2013, Zugriff: 26. September 2013.
  6. WAZ: Hauer (CDU) gewinnt „Thriller-Wahlkreis“ laut Neuauszählung mit 93 Stimmen Vorsprung. In: derwesten.de. Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 30. September 2013. Archiviert vom Original am 12. Oktober 2013. Abgerufen am 2. Oktober 2013.
  7. Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen: Bundestagswahl 2013 - Endgültige Ergebnisse in Nordrhein-Westfalen (PDF; 5668 kB) Abgerufen am 26. Februar 2017.