Bundesverband Digitale Wirtschaft

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Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 17. August 1995
Sitz Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Marco Junk (GF)
  • Matthias Wahl (Präs)
Branche Verbandswesen
Website www.bvdw.org

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V. (BVDW), ehemals Deutscher Multimedia Verband e. V. (dmmv),[1] wurde am 17. August 1995 gegründet. Der Verband versteht sich als Interessenvertretung für alle Unternehmen, die ein digitales Geschäftsmodell betreiben oder deren Wertschöpfung auf dem Einsatz digitaler Technologien beruhen. Der Verband vertritt über 650 Mitglieder aus den Branchensegmenten Internetagenturen, E-Commerce, Online-Mediaplanung, Mobile-Marketing und Mobile-Produktentwicklung, Online-Vermarktung, Performance Marketing und Social Media. 2015 wurde das Themenspektrum um die Bereiche eHealth, Digitale Industrie, Smart Home und Connected Mobility erweitert.

Der Hauptsitz des BVDW ist 2018 von Düsseldorf nach Berlin verlegt worden.

Präsidium und Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BVDW-Präsidium besteht neben Präsident Matthias Wahl aus den sechs gleichberechtigten Vizepräsidenten Anke Herbener, Thomas Duhr, Achim Himmelreich, Anna Kaiser, Alexander Kiock und Marco Zingler. Geschäftsführer ist Marco Junk.[2]

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die thematische Arbeit organisiert der BVDW in Fokusgruppen, Fachkreisen und Ressorts, die sich am Themenspektrum der digitalen Wirtschaft orientieren.

Fokusgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Affiliate Marketing: Thematisiert die Vermarktung von Produkten, Inhalten und Dienstleistungen durch die Verlinkung von Content auf Partnerseiten, bei der die Provisionierung je nach Modell (pay per click, lead) erfolgt.
  • Audio: Informiert die Fachöffentlichkeit über das Medium Online Audio und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung von Markt-Etablierung, Standards und Transparenz.
  • Bewegtbild: Informiert über die neuesten Trends und Entwicklungen und hat das Ziel, Bewegtbild auf allen Endgeräten als festen Bestandteil im Kommunikationsmix zu etablieren.
  • Content Marketing: Setzt sich für ein einheitliches Verständnis des Begriffs, gemeinsame Standards, sowie einen professionellen Umgang mit dem Thema ein. Die Fokusgruppe betreibt außerdem eine proaktive Medienansprache und zertifiziert Agenturen, Publisher und Dienstleister nach einem eigenen Qualitätsstandard.
  • Digital Commerce: Begleitet und fördert die Digitalisierung des Handels in allen Facetten des gesellschaftlichen Wandels. Seit Ende 2020 ist der ehemalige Fachkreis Sales Activation Agencies (SAA) integraler Bestandteil der Fokusgruppe Digital Commerce und erweitert diesen damit vor allem um den Bereich Point-of-Sale (POS)/Point-of-Experience (POE).
  • Digital Marketing Quality: Ziel der Fokusgruppe ist es, die Qualität der Auslieferung digitaler Werbung messbar zu machen und zu vereinheitlichen. Dafür hat sie standardisierte Kennzahlen geschaffen und somit ein einheitliches Bewertungsverfahren ermöglicht.
  • E-Mail: Vereint Experten unter dem Dach des BVDW, die den Dialog zwischen E-Mail-(Service-)Providern, Dialogagenturen und E-Mail-Marketern fördern.
  • Mobile: Die Fokusgruppe Mobile versteht sich als das Expertengremium für Technologien, Anwendungen und Dienstleistungen rund um mobilen Endgeräte.
  • Programmatic Advertising: Das Ziel der Fokusgruppe ist die segmentübergreifende Zusammenarbeit zur marktadäquaten Entwicklung des automatisierten Handels digitaler Medien in Deutschland.
  • Search: Bündelt die Themenbereiche Suchmaschinen-Werbung (Search Engine Advertising = SEA) und Suchmaschinen-Optimierung (Search Engine Optimization = SEO). Die Gruppe setzt sich schwerpunktmäßig aus Search- und Media-Agenturen sowie Tool-Anbietern zusammen und dient außerdem als Schnittstelle zu Suchmaschinenbetreibern.

Fachkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Full-Service-Digitalagenturen (FSDA): Sprachrohr der deutschen Digitalagenturen und beschäftigt sich neben übergreifenden Projekten wie Rankings, Awards und Gattungsmarketing mit dem fachspezifischen Thema Customer Relationship Management (CRM).
  • Online-Mediaagenturen (FOMA): Interessenvertretung der deutschen Online-Media-Agenturen. Repräsentiert die Interessen der Abnehmer von Online-Medialeistung in allen relevanten Branchengremien.
  • Online-Vermarkterkreis im BVDW (OVK): Bestehend aus 18 der größten deutschen Online-Vermarkter das zentrale Gremium dieser Branche. Oberste Ziele sind die Erhöhung von Markttransparenz und Planungssicherheit, sowie Standardisierung und qualitätssichernde Maßnahmen für die gesamte Online-Marketing-Branche.

Ressorts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arbeitswelt der Zukunft: Das Ressort befasst sich mit den Themen Arbeitsmarkt und Personal in der Digitalbranche.
  • Data Economy: Im Ressort "Data Economy" wird an Lösungen zur Sicherstellung einer zukunftsgerichteten Marktgestaltung datengetriebener Wertschöpfung und einer marktübergreifenden Zusammenarbeit gearbeitet.
  • Digitalpolitik: Zentrales Gremium für die Behandlung der politischen Themen im BVDW. Das Ressort "Digitalpolitik" dient der Findung und Formulierung der verbands- und industriepolitischen Positionen zu allen aktuellen regulatorischen Vorhaben und darüber hinaus der Vertretung dieser Positionen gegenüber den Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung.
  • Digital Responsibility: Im Ressort Digital Responsibility erarbeitet der BVDW zusammen mit Unternehmen unterschiedlicher Branchen eine europaweite Digital-Responsibility-Strategie. Zudem hat das Ressort das Ziel, die Markttransparenz des Themas mit Zahlen, Daten und Fakten gegenüber Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu erhöhen. Das Ressort setzt sich außerdem für Rahmenbedingungen verantwortungsvoller Innovation ein, um das Wachstum der digitalen Wirtschaft zu fördern.
  • Marktforschung: Das Ressort "Marktforschung" widmet sich den für alle Mitgliedsunternehmen relevanten Themen Research, Statistiken und Marktzahlen rund um die Digitale Wirtschaft.
  • Smart World: In diesem Ressort werden sektorübergreifend Themen bearbeitet, die von Smart Cities bis zu neuen Mobilitätskonzepten, digitaler Gesundheitsversorgung, Industrie 4.0 und umweltschonenden Technologien reichen. Im Ressort werden durch die Mitglieder politische Positionen zu regulatorischen Vorhaben erarbeitet, die dann gegenüber den Entscheidungsträgern sowie Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Medien und Verwaltung vertreten werden.

Initiative Bild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bildbranche ist durch die Digitalisierung mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert: Sei es die zunehmende Diversität und Vernetzung der Aufnahmegeräte, ein Werteverfall der professionellen Fotografie sowie zahlreiche neue Möglichkeiten in der Bildvermarktung. Um die Potenziale, die sich durch die digitale Transformation eröffnen, gemeinsam zu erschließen und den daraus resultierenden Herausforderungen geschlossen gegenüber zu treten, haben sich führende Berufsverbände der Bildbranche in der Initiative Bild im BVDW organisiert. Inhaltlich verfolgt die Initiative das Ziel, die Wertschätzung des Bildes stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. Dazu erarbeitet das Gremium gemeinsame Positionen zu den wichtigsten Themen der Bildbranche und initiiert in Zusammenarbeit mit den entsprechenden BVDW-Ressorts den politischen Diskurs.

Veranstaltungen und Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband veranstaltet im Jahr zahlreiche Veranstaltungen. Zu den wichtigsten Events des BVDW gehört seit 2009 die Kongressmesse Dmexco in Köln, die aus der Online Marketing Düsseldorf[3] entstand, sowie aus dem ehemaligen Deutsche Multimediakongress (DMMK). Der BVDW ist Markeninhaber und ideeller Träger der Dmexco. Weitere Veranstaltungen sind die App Economy Night, der BVDW Data Summit, die Bewegtbild-Konferenz, der Influencer Marketing Day, die Let´s talk Programmatic!, der Netzpolitische Abend und seit 2018 die think.beta. Ebenfalls neu ist der Voice World Summit, der erstmals im Februar 2019 stattgefunden hat.

Der Verband ist seit 2015 Veranstalter des Deutschen Digital Award, dem offiziellen Nachfolger des DMMA OnlineStar.[4] Zudem verleiht der BVDW seit 2012 mit dem Challenge Award einen Preis für Nachwuchskräfte aus den Agenturen der digitalen Wirtschaft, der auf der Dmexco vergeben wird.[5] Bis 2010 veranstaltete der BVDW den OVK Award, der sich vornehmlich auf Online-Werbekampagnen konzentrierte.[6] Einen weiteren Preis bildet der POS Marketing Award, der von 2001 bis 2016 vom Verband POS Marketing Association (Posma) verliehen wurde. Seit 2017 verleiht der BVDW den Award und zeichnet mit diesem jährlich kreative POS-Marketing-Kampagnen aus.[7]

Marktzahlen und Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbjährlich veröffentlicht der Verein die Marktzahlen und eine Prognose zum deutschen Online-Werbemarkt im OVK Online-Report.[8] Seit 2014 weist der OVK Online-Report nur noch Nettozahlen des Werbemarkts aus. Zuvor wurden Bruttozahlen, d. h. ohne Abzüge von Agenturrabatten und Provisionen auf die Umsätze, vom Verband kommuniziert. Auf die bis zu diesem Zeitpunkt übliche Berücksichtigung von Umsätzen im Bereich Suchmaschinenmarketing und durch Affiliate-Programme wird ebenfalls seitdem verzichtet. Die Umsätze im Bereich Suchmaschinenmarketing waren reine Nettozahlen, die mit den Bruttozahlen des OVK kombiniert wurden.[9] Im Vergleich mit der Größe des Werbevolumens und der damit verbundenen Marktdominanz von Google mit rund 3 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland fallen die jährlichen Umsatzzahlen der deutschen Vermarkter vergleichsweise gering aus.[10] Zudem fehlen Umsatzzahlen von Facebook mit rund 1 Milliarde Euro den Marktzahlen, um eine möglichst vollständige Übersicht zum Online-Werbemarkt in Deutschland zu liefern.

Jährlich veröffentlicht der Verein zudem das Internetagentur-Ranking (vormals New Media Service Ranking)[11] der umsatzstärksten Internetagenturen in Deutschland.[12] Weiterhin gibt der Verband regelmäßig Leitfäden, unter anderem im Bereich Social Media heraus.[13] Des Weiteren veröffentlicht der BVDW verschiedene Erhebungen, Umfragen und Studien rund um die Themen der digitalen Wirtschaft.

Netzwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein arbeitet mit verschiedenen öffentlichen Institutionen, Verbänden und Organisationen in Deutschland und auf internationaler Ebene zusammen. Die Schwerpunkte bilden wirtschaftliche Themen und die medienpolitische Interessenvertretung.

International

National

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heise Online: „dmmv heißt jetzt Bundesverband Digitale Wirtschaft“, 29. Juni 2004
  2. Uli Busch: Marco Junk wird neuer Geschäftsführer beim BVDW. Werben & Verkaufen, 28. Oktober 2014, abgerufen am 26. September 2017.
  3. Werben & Verkaufen: "Countdown für die Dmexco", 16. September 2009
  4. Ingo Rentz: BVDW verleiht erstmals neue Kreativauszeichnung. Horizont, 27. Oktober 2014, abgerufen am 26. September 2017.
  5. Uli Busch: "Challenge 2012": BVDW sucht Nachwuchstalente. Werben & Verkaufen, 30. Mai 2012, abgerufen am 26. September 2017.
  6. Frauke Schobelt: Mobile.de und Pilot-Agenturen gewinnen OVK Award 2010. Werben & Verkaufen, 15. September 2010, abgerufen am 26. September 2017.
  7. Verbände: Posma löst sich auf und schlüpft unter das Dach des BVDW. Abgerufen am 25. Februar 2019.
  8. OVK Online-Report Download-Archiv. OVK, abgerufen am 26. September 2017.
  9. Mike Schnoor: Nur 6,8 Prozent Zuwachs: Display-Werbung liegt mit 1,4 Milliarden Euro Nettoumsatz auf dem vierten Platz im Mediamix. DigiBuzz, 10. September 2014, abgerufen am 26. September 2017.
  10. Mehrdad Amirkhizi: OMG Schätzung: So viel setzen Google und Facebook in Deutschland um. Horizont, 13. September 2017, abgerufen am 26. September 2017.
  11. Werben & Verkaufen Online: „Internetagentur-Ranking 2010 geht an den Start“, 19. Februar 2010
  12. iBusiness Online: „Internetagentur-Ranking 2010: Deutliche Änderungen in der Agenturlandschaft“, 22. April 2010
  13. Neuer BVDW-Leitfaden: Social Media Monitoring in der Praxis | Brandwatch. Abgerufen am 24. Juli 2017 (deutsch).