Bundesverband Digitale Wirtschaft

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Logo des Verbandes

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V., ehemals Deutscher Multimedia Verband (dmmv) e.V.[1], wurde am 17. August 1995 gegründet. Der Verband versteht sich als Interessenverband für Unternehmen im Bereich interaktives Marketing, digitale Inhalte und interaktive Wertschöpfung. Er hat rund 600 Mitglieder aus den Branchensegmenten Internetagenturen, E-Commerce, Online-Mediaplanung, Mobile-Marketing und Mobile-Produktentwicklung, Online-Vermarktung, Performance Marketing und Social Media im Verband organisiert. Der Hauptsitz des BVDW ist traditionell in Düsseldorf angesiedelt. Eine Geschäftsstelle in Berlin betreibt rechtliche und netzpolitische Aktivitäten des Verbands.

Präsidium und Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BVDW-Präsidium besteht neben Präsident Matthias Wahl aus den fünf gleichberechtigten Vizepräsidenten Thomas Duhr, Thorben Fasching, Achim Himmelreich, Stephan Noller, Frederike Voss (später: Probert) und Marco Zingler. Am 22. Juni 2017 hat die Mitgliederversammlung Frederike Voss und Stephan Noller als neue Vizepräsidenten gewählt und alle weiteren Präsidiumsmitglieder erneut in ihren Ämtern bestätigt.[2] Geschäftsführer ist Marco Junk.[3]

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die thematische Arbeit organisiert die Interessensvertretung in Fokusgruppen, Fachkreisen und Ressorts, die sich am Themenspektrum der digitalen Wirtschaft orientieren.

Fokusgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Affiliate Marketing: Thematisiert die Vermarktung von Produkten, Inhalten und Dienstleistungen durch die Verlinkung von Content auf Partnerseiten, bei der die Provisionierung je nach Modell (pay per click, lead) erfolgt.
  • Audio: Informiert die Fachöffentlichkeit über das Medium Online Audio und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung von Markt-Etablierung, Standards und Transparenz.
  • Bewegtbild: Informiert über die neuesten Trends und Entwicklungen und hat das Ziel, Bewegtbild auf allen Endgeräten als festen Bestandteil im Kommunikationsmix zu etablieren.
  • Connected Mobility: Arbeitet an der Konzeptionierung eines intermodalen, digitalen Identifikations-, Abrechnungs- und Ticketingsystems. Die Gruppe thematisiert außerdem Automatisiertes Fahren und datenbasierte Geschäftsmodelle im Bereich der vernetzten Mobilität und beschäftigt sich mit Datenschutz und Dateneigentum im Connected Car.
  • Content Marketing: Setzt sich für ein einheitliches Verständnis des Begriffs, gemeinsame Standards, sowie einen professionellen Umgang mit dem Thema ein. Die Fokusgruppe betreibt außerdem eine proaktive Medienansprache und zertifiziert Agenturen, Publisher und Dienstleister nach einem eigenen Qualitätsstandard.
  • Digital Commerce: Begleitet und fördert die Digitalisierung des Handels in allen Facetten des gesellschaftlichen Wandels.Digital Marketing Quality: Befasst sich mit der Qualitätssicherung digitaler Werbung bei und mit Vermarktern, Mediaagenturen bzw. Werbungtreibenden und Technologiedienstleistern.
  • E-Mail: Vereint Experten unter dem Dach des BVDW, die den Dialog zwischen E-Mail-(Service-)Providern, Dialogagenturen und E-Mail-Marketern fördern.
  • Mobile: Die Fokusgruppe Mobile versteht sich als das Expertengremium für Technologien, Anwendungen und Dienstleistungen rund um mobilen Endgeräte.
  • Programmatic Advertising: Das Ziel der Fokusgruppe ist die segmentübergreifende Zusammenarbeit zur marktadäquaten Entwicklung des automatisierten Handels digitaler Medien in Deutschland.
  • Search: Bündelt die Themenbereiche Suchmaschinen-Werbung (Search Engine Advertising = SEA) und Suchmaschinen-Optimierung (Search Engine Optimization = SEO). Die Gruppe setzt sich schwerpunktmäßig aus Search- und Media-Agenturen sowie Tool-Anbietern zusammen und dient außerdem als Schnittstelle zu Suchmaschinenbetreibern.
  • Social Media: Versteht sich als Orientierungsgeber für Digital-Experten und den digitalen Mittelstand. Zielsetzung ist es, die Potenziale durch Social Media aufzuzeigen, über aktuelle Entwicklungen aufzuklären und Hilfestellung beim Umgang mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen zu geben.

Fachkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Digital Dating: Im Fachkreis Digital Dating vereint der BVDW unterschiedliche digitale Plattformen, welche zuverlässig, transparent und unterhaltsam zur Vernetzung von Menschen beitragen.
  • Full-Service-Digitalagenturen: Sprachrohr der deutschen Digitalagenturen und beschäftigt sich neben übergreifenden Projekten wie Rankings, Awards und Gattungsmarketing mit dem fachspezifischen Thema Customer Relationship Management (CRM).
  • Online-Mediaagenturen (FOMA): Interessenvertretung der deutschen Online-Mediaagenturen. Repräsentiert die Interessen der Abnehmer von Online-Medialeistung in allen relevanten Branchengremien.
  • Sales Activation Agencies (SAA): Fachkreis führender POS Marketing Agenturen in Deutschland und zugleich Deutschland Repräsentant des IMC (Integrated Marketing Communication Councils) der EACA (European Association of Communication Agencies) in Europa. Die Kernaufgabe des Fachkreises ist es, im Point-of-Sale-Marketing fachgerechte Qualitätsmaßstäbe zu definieren und deren Einhaltung zu überwachen.

Ressorts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arbeitswelt der Zukunft: Das Ressort befasst sich mit den Themen Arbeitsmarkt und Personal in der Digitalbranche.
  • Data Economy: Im Ressort "Data Economy" wird an Lösungen zur Sicherstellung einer zukunftsgerichteten Marktgestaltung datengetriebener Wertschöpfung und einer marktübergreifenden Zusammenarbeit gearbeitet.
  • Digitalpolitik: Zentrales Gremium für die Behandlung der politischen Themen im BVDW. Das Ressort "Digitalpolitik" dient der Findung und Formulierung der verbands- und industriepolitischen Positionen zu allen aktuellen regulatorischen Vorhaben und darüber hinaus der Vertretung dieser Positionen gegenüber den Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung.
  • Europa und Internationales: Im Ressort "Europa und Internationales" bündelt der BVDW seine Tätigkeiten in u. a. den Themen Datenpolitik und Internet Governance.
  • Forum Digitale Transformation und Internet of Things: Plattform für den Austausch zwischen Unternehmen klassischer Branchen und denen der Digitalen Wirtschaft zur gemeinsamen Förderung digitaler Kompetenz. In einem unternehmensübergreifenden Meinungsbildungsprozess werden gemeinsamen Interessen ausgemacht um sie u. a. gegenüber der Politik zu vertreten.
  • Marktforschung: Das Ressort "Marktforschung" widmet sich den für alle Mitgliedsunternehmen relevanten Themen Research, Statistiken und Marktzahlen rund um die Digitale Wirtschaft.
  • Online-Vermarkterkreis im BVDW (OVK): Bestehend aus 18 der größten deutschen Online-Vermarkter das zentrale Gremium dieser Branche. Oberste Ziele sind die Erhöhung von Markttransparenz und Planungssicherheit, sowie Standardisierung und qualitätssichernde Maßnahmen für die gesamte Online-Marketing-Branche.
  • Recht: Rechtliche Beratung und Unterstützung bei der Anwendung geltenden Rechts für Mitgliedsunternehmen bei BVDW Projekten und für die BVDW Gremien.

Initiative Start-ups[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gremienstruktur übergreifend, hat es die "Initiative Start-ups im BVDW" zum Ziel, Start-ups in ihrer Gründungs- und Wachstumsphase mit Know-how und Zugang zu Netzwerken und Stakeholdern optimal zu begleiten.

Veranstaltungen und Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wichtigsten Veranstaltungen des Vereins gehört seit 2009 die Kongressmesse dmexco in Köln, die aus der Online Marketing Düsseldorf[4] entstand, sowie der ehemalige Deutsche Multimediakongress (DMMK) in Stuttgart, der bis 2010 veranstaltet wurde.

Der Verband ist seit 2015 Veranstalter des Deutschen Digital Award, dem offiziellen Nachfolger des DMMA OnlineStar.[5] Zudem verleiht der BVDW seit 2012 mit der Challenge einen Preis für Nachwuchskräfte aus den Agenturen der digitalen Wirtschaft, der auf der dmexco vergeben wird.[6] Bis 2010 veranstaltete der BVDW den OVK Award, der sich vornehmlich auf Online-Werbekampagnen konzentrierte.[7]

Marktzahlen und Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbjährlich veröffentlicht der Verein die Marktzahlen und eine Prognose zum deutschen Online-Werbemarkt im OVK Online-Report.[8] Seit 2014 weist der OVK Online-Report nur noch Nettozahlen des Werbemarkts aus. Zuvor wurden Bruttozahlen, d. h. ohne Abzüge von Agenturrabatten und Provisionen auf die Umsätze, vom Verband kommuniziert. Auf die bis zu diesem Zeitpunkt übliche Berücksichtigung von Umsätzen im Bereich Suchmaschinenmarketing und durch Affiliate-Programme wird ebenfalls seitdem verzichtet. Die Umsätze im Bereich Suchmaschinenmarketing waren reine Nettozahlen, die mit den Bruttozahlen des OVK kombiniert wurden. [9] Im Vergleich mit der Größe des Werbevolumens und der damit verbundenen Marktdominanz von Google mit rund 3 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland fallen die jährlichen Umsatzzahlen der deutschen Vermarkter vergleichsweise gering aus. [10] Zudem fehlen Umsatzzahlen von Facebook mit rund 1 Milliarde Euro den Marktzahlen, um eine möglichst vollständige Übersicht zum Online-Werbemarkt in Deutschland zu liefern.

Jährlich veröffentlicht der Verein zudem das Internetagentur-Ranking (vormals New Media Service Ranking)[11] der umsatzstärksten Internetagenturen in Deutschland.[12] Weiterhin gibt der Verband regelmäßig Leitfäden, unter anderem im Bereich Social Media heraus.[13] Des Weiteren veröffentlicht der BVDW verschiedene Erhebungen, Umfragen und Studien rund um die Themen der digitalen Wirtschaft.

Netzwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein arbeitet mit verschiedenen öffentlichen Institutionen, Verbänden und Organisationen in Deutschland und auf internationaler Ebene zusammen. Die Schwerpunkte bilden wirtschaftliche Themen und die medienpolitische Interessenvertretung.

International

National

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heise Online: „dmmv heißt jetzt Bundesverband Digitale Wirtschaft“, 29. Juni 2004
  2. BVDW-Mitglieder bestätigen ihr Präsidium. ONEtoONE, 23. Juni 2017, archiviert vom Original am 27. September 2017; abgerufen am 26. September 2017.
  3. Uli Busch: Marco Junk wird neuer Geschäftsführer beim BVDW. Werben & Verkaufen, 28. Oktober 2014, abgerufen am 26. September 2017.
  4. Werben & Verkaufen: "Countdown für die Dmexco", 16. September 2009
  5. Ingo Rentz: BVDW verleiht erstmals neue Kreativauszeichnung. Horizont, 27. Oktober 2014, abgerufen am 26. September 2017.
  6. Uli Busch: "Challenge 2012": BVDW sucht Nachwuchstalente. Werben & Verkaufen, 30. Mai 2012, abgerufen am 26. September 2017.
  7. Frauke Schobelt: Mobile.de und Pilot-Agenturen gewinnen OVK Award 2010. Werben & Verkaufen, 15. September 2010, abgerufen am 26. September 2017.
  8. OVK Online-Report Download-Archiv. OVK, abgerufen am 26. September 2017.
  9. Mike Schnoor: Nur 6,8 Prozent Zuwachs: Display-Werbung liegt mit 1,4 Milliarden Euro Nettoumsatz auf dem vierten Platz im Mediamix. DigiBuzz, 10. September 2014, abgerufen am 26. September 2017.
  10. Mehrdad Amirkhizi: OMG Schätzung: So viel setzen Google und Facebook in Deutschland um. Horizont, 13. September 2017, abgerufen am 26. September 2017.
  11. Werben & Verkaufen Online: „Internetagentur-Ranking 2010 geht an den Start“, 19. Februar 2010
  12. iBusiness Online: „Internetagentur-Ranking 2010: Deutliche Änderungen in der Agenturlandschaft“, 22. April 2010
  13. Neuer BVDW-Leitfaden: Social Media Monitoring in der Praxis | Brandwatch. Abgerufen am 24. Juli 2017 (deutsch).