Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien

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Bitkom e. V.
Logo
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1999[1]
Ort Berlin
Präsident Achim Berg[2]
Geschäftsführer Hauptgeschäftsführer
Bernhard Rohleder
Geschäftsleitung
Anja Olsok
Susanne Dehmel
Niklas Veltkamp
Christian Kulick
Mitglieder 2600[3]
Website www.bitkom.org
Bitkom auf der Hannover Messe 2016

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) ist der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. Derzeitiger Präsident des Bitkom ist Achim Berg. Hauptgeschäftsführer ist Bernhard Rohleder. Insgesamt arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter für die Bitkom-Gruppe, zu der die Bitkom Servicegesellschaft mbH (BSG) und die Bitkom Research GmbH gehören.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gründung steht an der Spitze der Vorstand mit einem Präsidenten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde im Oktober 1999 in Berlin gegründet. Gründungsverbände des Bitkom waren der Bundesverband Informations- und Kommunikations-Systeme (BVB), der Bundesverband Informationstechnologien (BVIT) sowie die Fachverbände Informationstechnik im VDMA und Kommunikationstechnik im ZVEI. Sie wurden, ebenso wie die folgenden sechs VDMA-Arbeitsgemeinschaften zum 1. Januar 2001 mit dem Bitkom verschmolzen:

  • Kopiererhersteller und -importeure (AG KHI)
  • European Printer Manufacturers and Importers (EPMI)
  • Telefax (AG Telefax)
  • Aktenvernichter (AG Aktenvernichter)
  • Telekommunikations-Mehrwertdienste (AG TMD)
  • Altgeräte (AG CYCLE)

In den Folgejahren gingen vier weitere Verbände und Organisationen auf den Bitkom über:

  • Unternehmensverband Informationssysteme (UVI)
  • Deutsche EDI Gesellschaft (Dedig)
  • European Net Economy Forum (e-nef)
  • European Thin Clients Forum (ETCF)

Neben Volker Jung als Präsident wurden Willi Berchtold, Jörg Menno Harms sowie Gerhard Jörg mit der Gründung als Vizepräsidenten des Bitkom gewählt. Dem ersten Bitkom-Präsidium gehörten unter anderem Erwin Staudt (IBM), Josef Brauner (Deutsche Telekom AG), Eberhard Färber (Ixos AG) sowie Werner Schmücking (Siemens AG) an.

Bis Ende 2000 ließ die Bitkom-Satzung nur die Mitgliedschaft weiterer Verbände zu, danach auch direkte Firmenmitgliedschaften. Der Verband organisiert die fachliche und politische Arbeit in den Geschäftsfeldern Wirtschaft und Technologien, Recht und Sicherheit, Start-ups und digitale Transformation. Innerhalb dieser Bereiche werden in den ca. 120 Arbeitskreisen, Ausschüssen, Branchendialogkreisen und Foren mit Vertretern der Mitgliedsunternehmen und Mitarbeitern des Bitkom Studien und Grundsatzpapiere, Leitfäden, Konzepte sowie neue Geschäftsmodelle erarbeitet und veröffentlicht.

Der Verband ist Mitglied im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und im europäischen Spitzenverband der Informations- und Telekommunikationsbranche DIGITALEUROPE.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Interessenverband vertritt er 2.600 Unternehmen. Davon gut 1.800 Direktmitglieder[4], die zusammen etwa 190 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften und 700.000 Beschäftigte haben. Zu den Mitgliedern zählen mehr als 1.000 Mittelständler, über 400 Start-ups und nahezu alle Global Player. Unter den Mitgliedern sind Geräte-Hersteller, Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen, sowie von Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Unterhaltungselektronik sowie Unternehmen der digitalen Medien und der Netzwirtschaft.[5] Die Bitkom-Mitglieder beschäftigen in Deutschland mehr als zwei Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 80 Prozent der Mitglieder haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils acht Prozent kommen aus Europa und den USA, vier Prozent aus anderen Regionen. 

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Interessenverband will optimale politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die ITK-Branche erreichen. Er setzt sich zudem für eine strategische ITK-Politik ein, die die Politikebenen von der EU über Bund und Länder bis zu den Kommunen umfasst. Zugleich will Bitkom die Politik dazu bewegen, ihre Maßnahmen in den erfolgskritischen Handlungsfeldern zu integrieren. Die Felder sind:

Der Bitkom tritt weiterhin öffentlich als Lobbyorganisation in der Diskussion um computerimplementierte Erfindungen auf. Zudem hat Bitkom immer wieder Kritik an der IT-Strategie der Bundesregierung geäußert[6] und eine Strategie für das digitale Zeitalter gefordert.[7]

Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kern der politischen Agenda des Bitkom stehen

  • Digitale Teilhabe
  • Modernisierung von Bildungssystem und Arbeitsrecht
  • Sicherung des Fachkräftenachwuchses
  • Ausbau digitaler Infrastruktur für Breitband, Energie und Verkehr
  • Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Dienstleistungen (E-Government)
  • Die digitale Transformation und Innovationen fördern
  • Industrie 4.0
  • Datenschutz und -sicherheit
  • E-Health
  • Mittelstand und Start-ups
  • Consumer Electronics.

Die hundertprozentige Tochtergesellschaft Bitkom Research GmbH,[8] die das EITO-Portal betreibt, liefert dem Verband durch eigene Marktforschung aktuelle Marktdaten und -analysen zu den europäischen und internationalen Märkten für Informations- und Kommunikationstechnik sowie repräsentative Umfragedaten aus Wirtschaft und Bevölkerung. Die ebenfalls hundertprozentige Tochtergesellschaft Bitkom Servicegesellschaft mbH bietet Dienstleistungen für Mitglieder und Nichtmitglieder an, unter anderem über die Bitkom Akademie [9], Bitkom Consult und den weee-full-service[10].

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bitkom führt jährlich mehrere Veranstaltungen durch, in denen Mitglieder und andere Interessenten sich über Themen des Verbandes austauschen. Besondere mediale Beachtung erfährt dabei stets die sogenannte hub.berlin, an der hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft teilnehmen. In den Jahren 2012, 2013 und 2014 wurde er – noch mit dem alten Namen „Trendkongress“ – unter dem Motto „Create.Innovate.Grow“ durchgeführt.[11][12][13] Seit 2015 stellt sich die Veranstaltung international auf und erhielt zunächst mit dem Namen hub conference einen neuen Titel, der dann 2017 mit "hub.berlin" ein weiteres Mal umbenannt wurde.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2017 wurde dem Bitkom der Negativ-Preis Big Brother Award in der Kategorie Wirtschaft verliehen. In ihrer Laudatio führte Rena Tangens drei Hauptgründe an:[14][15]

  1. „unkritisches Promoten von Big Data
  2. „penetrante Lobbyarbeit gegen Datenschutz
  3. weil er „de facto eine Tarnorganisation großer US-Konzerne ist, die bei Bitkom das Sagen haben“.

Der Vorwurf, eine Tarnorganisation großer US-Konzerne zu sein, wird damit begründet, dass fünf von 16 Mitgliedern des Bitkom-Präsidiums (32 %) von einer US-Tochterfirma entsandt seien, während nur acht Prozent der Bitkom-Mitglieder aus den USA kämen.[14][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.bitkom.org/Bitkom/Ueber-uns/
  2. https://www.bitkom.org/Bitkom/Organisation/Praesidium/
  3. https://www.bitkom.org/Bitkom/Organisation/Die-Bitkom-Gruppe/
  4. https://www.bitkom.org/Bitkom/Organisation/Die-Bitkom-Gruppe/
  5. Mitgliederstruktur laut Eigendarstellung des Bitkom. Abgerufen am 15. November 2012.
  6. Interview: Marc Thylmann, Sprecher des Branchenverbands Bitkom. In: Netzwelt. 10. Juni 2011, abgerufen am 15. November 2012.
  7. Carsten Knop: Sondierer und Digitalisierung: Und was ist mit der Zukunft unseres Landes? In: FAZ.NET. 12. Januar 2018, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. Februar 2018]).
  8. Offizielle Website der Bitkom Research GmbH. Abgerufen am 15. November 2012.
  9. Offizielle Website der Bitkom Akademie. Abgerufen am 18. Mai 2016.
  10. weee-full-service: Komplettlösung für die Entsorgung von Elektroaltgeräten. In: www.garantiesystem-altgeraete.de. Abgerufen am 22. Dezember 2016.
  11. Lars Budde: Bitkom Trendkongress: Berlin wirft einen Blick in die digitale Zukunft. In: t3n Magazin. 12. November 2012, abgerufen am 15. November 2012.
  12. Johannes Schuba: Die Trends der digitalen Wirtschaft auf dem Bitkom Trendkongress erleben. In: t3n Magazin. 16. Oktober 2013, abgerufen am 20. Dezember 2013.
  13. Die Innovation trägt nicht mehr Anzug. In: heise. 26. November 2014, abgerufen am 16. Mai 2015.
  14. a b Rena Tangens: Der BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Wirtschaft geht an den deutschen IT-Branchenverband Bitkom, vertreten durch seinen Präsidenten Thorsten Dirks. In: BigBrotherAwards.de. 5. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2017.
  15. a b Jonas Jansen: Bitkom bekommt den „Big Brother Award“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2017.