Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener

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Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) ist eine deutsche Selbsthilfeorganisation von Patienten und ehemalige Patienten der Psychiatrie. Sitz des Vereins ist Bonn. Die Geschäftsstelle befindet sich in Bochum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1991 unter anderem von Dorothea Buck gegründet. Nach eigener Darstellung sei es auf die Arbeit des BPE zurückzuführen, dass eine ambulante Zwangsbehandlung nicht erlaubt ist. Andererseits sei sein Ziel, dass Psychiatrie-Erfahrene als gleichberechtigte Bürger anerkannt werden, noch nicht erreicht. Der BPE gibt zeitweise Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben und Verfahren des Bundesverfassungsgerichts ab.

Vereinsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein organisiert Kongresse, Seminare und Selbsthilfetage und bietet seinen Mitgliedern kostenlose juristische Beratung durch einen Rechtsanwalt. Zudem wird eine Medikamentenberatung und eine Mailingliste auch für Nicht-Mitglieder angeboten. Mehrmals im Jahr wird eine Mitgliederzeitung herausgegeben.

In vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen, die durch den Verein ins Leben gerufen wurden und von ihm auch finanziell unterstützt werden. In Bochum gibt es zum Beispiel ein Café, das der dortige Landesverband organisiert.

Schirmherrin war die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer. Der BPE trennte sich Anfang 2009 von Fischer, da sie einen Bericht von Frontal 21, dem zufolge sie für die PR-Agentur Pleon auch als Pharmalobbyistin tätig sei, nicht entkräften konnte.[1]

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In fast allen Bundesländern sind als Vereine gegründete Landesverbände und Landesarbeitsgemeinschaften entstanden, die mit dem Bundesverband zusammenarbeiten und seine rechtlich selbständigen Gliederungen sind.

Einer der aktivsten Landesverbände ist der in Nordrhein-Westfalen. Ein Arbeitsschwerpunkt ist das Thema Zwangsbehandlung. Der Landesverband NRW e.V. hat die Bochumer Willenserklärung erarbeitet, eine Mischung aus Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, die vor Zwangsbehandlungen schützten soll.[2]

Von Psychiatrieerfahrenen geführte Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weglaufhaus in Berlin
  • Tageszentrum StaPe in Saarbrücken
  • Weglaufhaus im Saarland (Projekt)
  • Offene Herberge in Stuttgart

Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fast namensgleiche Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener („Die BPE“) wurde am 24. November 2004 gegründet. Die Mitglieder verteilen sich auf das ganze Bundesgebiet und treffen sich im Chat der Bundesarbeitsgemeinschaft zu ihrer basisdemokratischen Mitgliederversammlung. Ihr Schirmherr ist der wegen Betruges verurteilte Hochstapler Gert Postel, der mit Postbotenausbildung zum Chefarzt einer Psychiatrie aufstieg. Ihm sei es gelungen, die Psychiatrie „…der reinen Scharlatanerie zu überführen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BPE trennt sich von Schirmherrin Andrea Fischer. Pressemitteilung des BPE vom 19. Januar 2009 (PDF; 84 kB)
  2. Bochumer Willenserklärung. Abgerufen am 11. Dezember 2013.