Bundesverband ausländischer Studierender

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Basisdaten
Gründungsjahr: 2002 (Januar)
Bundesvorstand:

Maimouna Ouattara (Sprecherin)
Oscar Andrés Muñoz Amador (Organisationsreferent)
Florian Pranghe (Finanzreferent)
Maurice Mwizerwa (Referent für Geflüchtete)
Younouss Wadjinny (Referent für Integration,
kulturellen Austausch und Antidiskriminierungsarbeit)
Mehman Rzaev (Referent für Hochschulpolitik)

Bundesgeschäftsführer:

Johannes Glembek

Presse-/Öffentlichkeitsreferent:

Jan Rick

Anschrift: c/o StEx Uni Ulm

D-89069 Ulm

Website: www.bas-ev.de

Der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) e. V. ist die Interessenvertretung der ausländischen und staatenlosen Studierenden sowie der Studierenden mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik Deutschland. Er ist der bundesweite Zusammenschluss der ausländischen Studierendenvertretungen an den deutschen Hochschulen.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein setzt sich für die Interessen und Rechte ausländischer und staatenloser Studierenden sowie von Studierenden mit Migrationshintergrund in Deutschland ein. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die rechtliche, ökonomische, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Situation der ausländischen Studierenden zu verbessern und deren strukturelle Benachteiligung zu bekämpfen, insbesondere im Ausländer-, Arbeitserlaubnis-, Hochschul- und Sozialrecht. Ein weiteres Ziel ist die Integration ausländischer Studierender in den Lebensraum Hochschule und die Gesellschaft.

Der Verein will die Angelegenheiten ausländischer Studierender in den politischen Raum innerhalb und außerhalb der Hochschule tragen und die politische Vertretung der ausländischen und staatenlosen Studierenden sowie der Studierenden mit Migrationshintergrund sein. Der BAS vernetzt die Arbeit der örtlichen AusländerInnenreferate, der Vertreter und Vereine ausländischer Studierender, sowie andere in diesem Sinne arbeitende Personen und Gruppen und ist hier Forum für einen Austausch. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Unterstützung der Vertretung ausländischer Studierender in den ASten, StuRäs, USten und den anderen Gremien der studentischen und universitären Selbstverwaltung. Ein weiteres Ziel des BAS ist die Weiter- und Fortbildung der Vertreter ausländischer Studierender durch Seminare und Fortbildungsangebote.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Januar 2002 in Bonn gegründet. Der Gründung war ein zweijähriger Gründungsprozess vorausgegangen, in dem vor allem die unterschiedlichen Interessen zwischen den Gruppen ausländischer Studierender und die Struktur des zukünftigen Verbandes diskutiert wurden. Angeregt wurde die Gründung durch den World University Service (WUS) und das Projekt AusländerInnenrecht im IfSF.[1] Der Verband will zudem an die bundesweiten Ausländerreferatstreffen des früheren Verbands Deutscher Studentenschaften (VDS) anknüpfen. Maßgeblich an der Gründung beteiligt waren die Studierendenvertretungen der Universitäten Mainz, Hamburg, Trier, Bonn, Darmstadt, Kassel und Leipzig sowie der Hochschule Niederrhein.

Erster Sprecher war Aiman Mubarak, der im Januar 2002 auf der Gründungsversammlung gewählt wurde. Er wurde im März 2004 durch Roufaou Oumarou abgelöst, der bereits seit der Gründung im Vorstand Referent für Ausländerrecht war und das Sprecheramt bis März 2007 ausübte. Anschließend wurde Martin Menacher zum Sprecher gewählt, der aufgrund seiner Wahl in den fzs-Vorstand jedoch nur bis November 2007 im Amt war. Erstmals wurde danach eine Frau zur Sprecherin gewählt. Asel Ulukbek war seit November 2007 Sprecherin des BAS und stand von April 2008 bis April 2009 erstmals einem Vorstand vor, der mehrheitlich weiblich besetzt war. Im April 2009 wurde mit Andreas Enver Marx ein Bildungsinländer mit Migrationshintergrund Sprecher. Mit Pei Xin Xian wurde im April 2010 eine chinesische Doktorandin Sprecherin. Die Wahl von Pierre Vicky Sonkeng Tegouffo, der bereits seit 2012 dem Vorstand angehörte, erfolgte im August 2014. Im Juli 2016 wurde Maimouna Ouattara, die bereits zuvor Sozial- und Organisationsreferentin war, als Sprecherin gewählt.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wird von einem Vorstand geleitet, der aus internationalen Studierenden besteht und jährlich auf der Bundesdelegiertenversammlung gewählt wird. Die Geschäfte führt der Bundesgeschäftsführer (seit Januar 2002: Johannes Glembek). In einzelnen Bundesländern gibt es Landesverbände (z. B.: NRW, Rheinland-Pfalz). Mitglieder sind die Studierendenschaften der deutschen Hochschulen, die repräsentiert werden durch die jeweilige Vertretung der ausländischen Studierenden (AusländerInnenreferat, Internationale Studierendenvertretung, Referat ausländischer Studierender, …).

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Referatetreffen ausländischer Studierender (RaSt) NRW vertritt 62.080 (25,2 %)[2] Studierende. Im RaSt sind die AusländerInnenreferate, die Referate für Internationales und die Internationalismus-Referate der ASten der Hochschulen in NRW zusammengeschlossen. Das RaSt ist ein Bestandteil des Landes-ASten-Treffen Nordrhein-Westfalen (LAT NRW) und Landesverband des BAS. Es setzt sich für die Rechte der ausländischen Studierenden ein. Themen sind vor allem die soziale und rechtliche Situation ausländischer Studierende in NRW und hier besonders die Studien- und Betreuungsgebühren. Ebenfalls befasste sich das RaSt intensiv mit der Abschaffung der Studienkollegs in NRW und der Frage von Studium und Duldung. Die Sitzungen finden rotierend an den Hochschulen in NRW statt und werden von den LAT NRW Koordination einberufen. Diese Treffen dienen dem internen Austausch, der Befassung mit verschiedenen inhaltlichen Themen, der Beschlussfindung sowie der Planung von gemeinsamen Aktionen.[3] Gemeinsam mit dem BAS wurde ein Arbeitskreis Studium und Duldung[4] gegründet.

Politik, Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Arbeit befasst sich der Verein vor allem mit der sozialen und rechtlichen Situation, sowie mit der Integration ausländischer Studierender. Beteiligt war der BAS beispielsweise an der Erarbeitung des „Nationaler Integrationsplan“ (Wissenschaft-weltoffen),[5] sowie am „Deutschen Integrationsgipfel“. In diesem Rahmen ging der BAS entsprechende Selbstverpflichtungen[6] ein und wirbt auch bei den Studierendenschaften um eine bessere Integration ausländischer Studierender. Ebenfalls wirkt der BAS mit am Aktionsplan zur Weiterentwicklung des Nationalen Integrationsplans.[7] Außerdem werden regelmäßig Verbesserungen im Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisrecht angemahnt. Auch wurden Vorschläge zur Verbesserung der BAföG Regelungen gemacht. Vor allem die Aktivitäten gegen die Studiengebühren und Betreuungsgebühren, sowie gegen die kostenpflichtigen Sprachkurse und die Einführung verschiedener Eingangstests sind Bestandteil der Politik der Verbandsarbeit. Ein weiteres Ziel ist der Einsatz für eine studienortnahe und in die Hochschulen integrierte Studienvorbereitung. Statt die Studienkollegs beizubehalten fordert der Verein in die Hochschulen integrierte Propädeutika. Gemeinsam mit den fzs organisiert der BAS das „festival contre le racisme“ und versucht immer wieder das Thema Rassismus an der Hochschule anzusprechen. Nach Auffassung des BAS sei dieses Thema vernachlässigt und Hochschulleitungen würden es nicht ausreichend berücksichtigen.

Der Verein hat in seine programmatischen Aussagen aufgenommen, sich für Studierende mit Migrationshintergrund einzusetzen. Vor allem für die bessere Bildungsbeteiligung von Studierenden mit Migrationshintergrund setzte sich der BAS ein. Für die Ausländerreferate veranstaltet der BAS regelmäßige Vernetzungstreffen und Weiterbildungsveranstaltungen, u. a. zum Ausländerrecht, zur Interkulturellen Kompetenz oder zur Rhetorik und Projektmanagement. Der BAS führt Projekte zur Integration ausländischer Studierender durch und ist an Projekten zur Erstsemesterarbeit aktiv beteiligt. 2015 rückte mit der hohen Zahl der nach Deutschland geflüchteten Menschen mit Studienabsicht das Thema "Studium Geflüchteter" in den Fokus der Arbeit[8]. Der BAS engagierte sich hier vor allem für einen unbürokratischen Hochschulzugang Geflüchteter und die Möglichkeit der Studienaufnahme auch ohne entsprechende Unterlagen und Nachweise, wenn diese fluchtbedingt nicht mehr vorhanden sind[9].

Internationale Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch verschiedene Projekte hat der Verein vor allem zu Studierendenverbänden in Vietnam gute Beziehungen und führt dort gemeinsame Projekte und Seminare durch. Der Verein befasst sich dabei vor allem mit ausländischen Studierenden an deutschen Hochschulausgründungen, die er als Teil seiner Klientel betrachtet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ifsf.de
  2. wissenschaft-weltoffen.de
  3. bas-ev.de
  4. Arbeitskreis Studium und Duldung
  5. migration-online.de Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Wissenschaft–weltoffen“ im Rahmen der Erarbeitung des Nationalen Integrationsplans
  6. auslaendischestudierende.de Selbstverpflichtung des BAS und der Studierendenschaften als Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Integrationsplans
  7. bmbf.de
  8. Forderungskatalog Studium Geflüchteter
  9. Voraussetzungen für den Hochschulzugang für Geflüchtete schaffen