Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

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Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.
(BDEW)
Logo
Zweck: Interessenvertretung der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft
Vorsitz: Marie-Luise Wolff, Präsidentin [1]
Gründungsdatum: 19. Juni 2007
Mitgliederzahl: 1900
Mitarbeiterzahl: > 150
Sitz: Berlin
Website: www.bdew.de

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) ist ein Lobby- und Interessenverband der deutschen Strom- und Energiebranche. Er vertritt als einflussreicher Spitzenverband rund 1.900 Unternehmen, darunter die vier großen Energieversorger RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall. Daneben vertritt der BDEW aber auch viele kommunale und regionale Unternehmen, darunter viele Stadtwerke. Er nimmt Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren im Bereich der Energiewirtschaft. Der BDEW beschäftigt über 150 Mitarbeiter.[2] Hauptgeschäftsführerin des BDEW ist die ehemalige Grünen-Politikerin Kerstin Andreae.

Das Europäische Transparenzregister verzeichnet 24 Lobbyisten für den BDEW, davon 5 mit direktem Zugang zum Europäischen Parlament. Die Ausgaben für Lobbyismus beliefen sich im Jahr 2018 auf mindestens 2.750.000 €.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BDEW entstand durch den Zusammenschluss von vier energiewirtschaftlichen Verbänden; sie trafen diesen Beschluss am 19. Juni 2007 in Berlin:

Von Oktober 2008 bis Januar 2016 hatte die ehemalige Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin Hildegard Müller (CDU) den Vorsitz der Hauptgeschäftsführung in Berlin inne und wechselte im Mai 2015 als Mitglied des Vorstandes zu RWE (Innogy).[4]

Ihr Nachfolger war von Oktober 2014 bis April 2016 Stefan Kapferer (FDP)[5], seit Dezember 2019 Vorsitzender der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission.[6]

Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW ist seit November 2019 Kerstin Andreae. Die gelernte Diplom-Volkswirtin ist seit 1990 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Vor Ihrem Wechsel zum BDEW war Andreae wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

„Das BDEW-Präsidium besteht aus dem Präsidenten und vier Vizepräsidenten sowie den Hauptgeschäftsführern mit beratender Stimme. Der Präsident der vorherigen Amtsperiode ist geborenes Mitglied des Präsidiums. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Präsidiums werden vom Vorstand aus seiner Mitte auf zwei Jahre gewählt. Im BDEW-Präsidium sind satzungsgemäß die Sparten Gas, Strom/Fernwärme und Wasser/Abwasser, die Versorgungsgruppen (Größenklassen) und die Wertschöpfungsstufen sowie die Querverbundunternehmen angemessen repräsentiert.“[7]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BDEW vertritt laut Eigenangaben rund 1900 Unternehmen in den Bereichen Strom, Erdgas und Wärme, Erneuerbare Energien, Elektromobilität, Energienetze, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Diese repräsentieren rund 90 % des Stromabsatzes, 60 % des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 % des Erdgasabsatzes sowie 80 % der Trinkwasser-Förderung und 60 % der Abwasser-Entsorgung in Deutschland.

Weitere Verbandsorgane sind Geschäftsführung, Vorstand und Mitgliederversammlung. Der BDEW-Vorstand besteht aus 50 Mitgliedern.[8]

Neben dem Bundesverband gibt es sowohl Gruppen und Verbände auf Landesebene.[9]

Zum Marketing der BDEW gehört das Onlinelexikon energiewelten.de. Es behandelt die Themen Stromerzeugung, Stromverteilung und Stromanwendung.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist der einflussreiche Interessenverband der deutschen Strom- und Energiebranche. Er vertritt als Spitzenverband rund 1.900 Unternehmen, darunter die vier großen Energieversorger RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall. Der BDEW vertritt aber auch viele kommunale und regionale Unternehmen, darunter viele Stadtwerke.

Ein Anliegen des BDEW ist der Kampf gegen staatliche Vorgaben, die die Gewinne der Unternehmen beeinträchtigen könnten – sei es durch die Forcierung des Wettbewerbs innerhalb des Energiesektors oder durch strengere Klimaschutzauflagen. An der Spitze der Geschäftsführung stand bis Mai 2016 Hildegard Müller (CDU). Mit ihr hatte der BDEW eine Ex-Kanzleramtsministerin und enge Vertraute von Kanzlerin Merkel als Chef-Lobbyistin in seinen Reihen. Auch ihr Nachfolger Stefan Kapferer (FDP) hat als ehem. Staatssekretär von 2 Ministerien beste Beziehungen zur Bundesregierung. Am 1. November 2019 wird Kerstin Andreae, die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Hauptgeschäftsführerin.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung des BDEW, abgerufen am 14. Juni 2018
  2. Lobbyismus bei Koalitionsverhandlungen. Die Schlacht um den Strom. In: Stern, 20. November 2013. Abgerufen am 1. Dezember 2013.
  3. Register der Interessenvertreter - Suche im Register. Abgerufen am 27. Oktober 2020.
  4. Hildegard Müller. Innogy, abgerufen am 16. Juni 2017.
  5. Andreas Mihm: OECD-Vize Stefan Kapferer geht zum Energieverband. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21. Januar 2016, abgerufen am 14. Februar 2016.
  6. 50Hertz: Stefan Kapferer seit Dezember 2019 50Hertz-CEO. In: 50hertz.com. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  7. bdew.de (Memento vom 17. Januar 2015 im Internet Archive)
  8. BDEW: Vorstand. Abgerufen am 3. September 2020.
  9. BDEW: Landesorganisationen. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  10. Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW). Netzwerk Europäische Bewegung, abgerufen am 16. Juni 2017.