Bundesverband Schauspiel

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Bundesverband Schauspiel
(BFFS)
BFFS Logo
Zweck: Vertretung der berufsständischen und gewerkschaftlichen Interessen der Schauspieler in Deutschland
Vorsitz: Michael Brandner, Vorstandsvorsitzender
Gründungsdatum: 2006
Mitgliederzahl: 2800 (Stand: April 2016)
Mitarbeiterzahl: 5
Sitz: Berlin
Website: www.bffs.de

Der Bundesverband Schauspiel e. V., kurz BFFS, ist mit über 2800 Mitgliedern[1] in Deutschland der mitgliederstärkste Berufsverband der deutschen Kino- und Fernsehlandschaft und die größte Schauspielerorganisation.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2006 wurde der BFFS als Verband auf Anregung der Schauspielersektion der Deutschen Filmakademie gegründet,[2] Damit wurde eine Lücke geschlossen, die seit langem klaffte. Die meisten anderen Kunst- und Kulturschaffenden waren bereits in entsprechenden Berufsverbänden organisiert. Die BFFS-Gründungsmitglieder waren Jasmin Tabatabai, Antje Schmidt, Michael Brandner, Matthias Brandt, Oliver Broumis, Hans-Werner Meyer und Herbert Knaup.[3]

Als Bundesverband der Film- und Fernseh-Schauspieler ins Leben gerufen, daher auch die Abkürzung BFFS, wurde er am 11. Mai 2014 in Bundesverband Schauspiel umbenannt,[1] und ist inzwischen der Bund für alle „festen“ und „freien“ Schauspieler und zuständig für alle Bereiche: Bühne, Film, Fernsehen und Sprache.

Tätigkeit des BFFS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2006 gründeten mehrere deutsche Schauspieler eine eigenständige und bundesweite Organisation mit dem Ziel, die Schauspielinteressen gegenüber Politik, Sendern, Behörden, Filmgesellschaften sowie Theatereinrichtungen und anderen Verbänden zu vertreten. Im Mai 2008 wurde auf Initiative des BFFS amtlich geklärt, dass Schauspieler bei Dreharbeiten über die gesamte Zeit des Engagements und nicht nur an den einzelnen Drehtagen sozialversichert werden müssen.[4] Im Juni 2009 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Änderungsgesetz zur Arbeitslosengeld-1-Regelung, durch das die soziale Benachteiligung von Schauspielern und anderen kurz befristet Beschäftigten abgemildert werden soll.[5]

Der BFFS schloss im Juli 2010 ein Bündnis mit Verdi und begann Tarifverhandlungen mit der Produzentenallianz.[6] Damit wurde der BFFS nicht nur nach Satzung, sondern auch praktisch von den bisherigen Tarifpartnern als Berufsgewerkschaft der Schauspieler anerkannt. Mit der Protestaktion „Ich bin preiswert“ beim Deutschen Fernsehpreis[7] trägt der BFFS im Oktober 2010 zur Gründung der Deutschen Akademie für Fernsehen bei.[8]

Der BFFS veranstaltete im Februar 2012 seinen ersten Deutschen Schauspielerpreis. Im Mai und Juni 2012 wurden BFFS-Mitglieder in den GVL-Beirat und in die Mitgliederversammlung der Pensionskasse Rundfunk gewählt.

Im Mai 2013 unterschrieb der BFFS seinen ersten Tarifvertrag, der zugleich der erste war, der urheberrechtlich begründete Folgevergütungen für auf Produktionsdauer tätige Filmkreative u. a. für Schauspieler regelte. Im Juni folgte die Unterzeichnung der ersten Gemeinsamen Vergütungsregeln mit einer Sendergruppe, der ProSiebenSat.1 Media. Vereinbart wurden eine Einstiegsgage, die bei Produktionen der Gruppe nicht unterschritten werden darf, sowie eine quotenabhängige Folgevergütung. Im Dezember wurde der erste Tarifvertrag eigens für Schauspieler unterzeichnet. Unter anderem wurde eine Einstiegsgage eingeführt, die allgemein bei Dreharbeiten nicht unterschritten werden darf.

Im April 2014 gründete der Verband die Deutsche Schauspielkasse. Sie verteilte die vom BFFS ausgehandelten Kinoerlösbeteiligungen und Folgevergütungen an die berechtigten Schauspieler.[9]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand des BFFS arbeitet ehrenamtlich. Er wurde von der Mitgliedschaft gewählt und setzt sich zusammen aus:

  • dem Vorstandsvorsitzenden Michael Brandner mit Zuständigkeit für das Ressort Senderpolitik,
  • den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Hans-Werner Meyer mit Zuständigkeit für die Ressorts Vorsitz und Kommunikation, und Antoine Monot, Jr. für die Ressorts Vorsitz und Marketing,
  • dem Schatzmeister Heinrich Schafmeister für die Ressorts Finanzen, Tarifpolitik und sozialer Schutz, sowie
  • den Beisitzerinnen Julia Beerhold für die Ressorts Stammtische, Internationales, Casting und Gleichstellung, Simone Wagner für das Ressort Aus- und Weiterbildung und Bettina Zimmermann für das Ressort Urheberrechtspolitik.

Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Beirat unterstützt den Bundesverband Schauspiel beratend. Er besteht aus Jobst Plog und Helmut Markwort.[10]

Seine Aufgabe fasst Beiratsmitglied Jobst Plog folgendermaßen zusammen: „Schauspieler sind eine bunte und zugleich heterogene Berufsgruppe. Es gibt die gut beschäftigten Stars und viel mehr von denen, die erhebliche wirtschaftliche Probleme haben, weil sie gerade nicht ausreichend beschäftigt sind. Nur durch einen organisatorischen Zusammenschluss kann es gelingen, für alle mit einer starken Stimme zu sprechen, die in Politik und Gesellschaft gehört wird.“[11]

Regionen-Stammtische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BFFS betreibt sechs Regionen-Stammtische[12] als lokale Netzwerk-Veranstaltungen. Diese werden von Stammtischpaten organisiert und haben die Aufgabe die Mitglieder in den jeweiligen Regionen zu informieren und sich für deren Belange einzusetzen. Die Stammtische sind in die Regionen Nord in Hamburg, West in Köln, Ost in Berlin, Mitteost in Leipzig, Mittewest in Frankfurt am Main und Südost in München aufgeteilt.

Ressorts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BFFS ist in verschiedene Ressorts gegliedert:

  • Das Ressort Vorsitz ist für alle Belange zuständig bei denen es eine Schiedsstelle bedarf, bei thematischen bzw. administrativen Überschneidungen der einzelnen Ressorts und für thematische und administrative Bereiche, die (noch) keinem anderen Ressort zugeteilt worden sind. Hauptverantwortlich sind Michael Brandner, Hans-Werner Meyer und Antoine Monot, Jr.
  • Das Ressort Finanzen beinhaltet den Schatzmeister und kümmert sich um Buchführung, Steuerprüfung, Mitgliedercheck. Hauptverantwortlich ist Heinrich Schafmeister.
  • Zum Ressort Marketing unter Antoine Monot, Jr. gehören die Arbeitsbereiche Redaktion, Corporate Identity, Drucksachen, Homepages & Social Medias, Software, Kooperationen und die BEMA-Forschungsgruppe.
  • Das Ressort Kommunikation ist zuständig für die Kommunikation nach innen und außen. Hauptverantwortlich ist Hans-Werner Meyer, mitverantwortlich Michael Brandner.
  • Das Ressort Stammtische betreut die regionalen Stammtische, hauptverantwortlich ist Julia Beerhold.
  • Um das Ressort Senderpolitik kümmert sich hauptverantwortlich Michael Brandner und mitverantwortlich Heinrich Schafmeister.
  • Zum Ressort Urheberrechtspolitik gehören die Arbeitsbereiche GVL und Kulturrat unter Bettina Zimmermann.
  • Im Ressort Tarifpolitik finden sich die Arbeitsbereiche Verhandlungen Tarif & Sender, AG Auf den Hund gekommen und AG Bühne. Hauptverantwortlich ist Heinrich Schafmeister.
  • Das Ressort Sozialer Schutz mit den Arbeitsbereichen Pensionskasse Rundfunk und Kulturrat ist zuständig für die gesetzliche Sozialversicherung und die private soziale Absicherung von Schauspielern. Hauptverantwortlich ist Heinrich Schafmeister.
  • Das Ressort Internationales wird von Julia Beerhold geführt.
  • Das Ressort Gleichstellung hat die zahlenmäßige und konnotative Repräsentanz der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen („equal play“) sowie deren gerechte Vergütung („equal pay“) zum Ziel. Die Arbeitsgruppe „Gender“ kümmert sich um Repräsentanz und Vergütung von Schauspielerinnen, die Arbeitsgruppe „Diversity“ ist zuständig für Repräsentanz und Vergütung von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen Erscheinungsbild, verschiedener sexueller Orientierung und körperlichen Einschränkungen. Hauptverantwortlich ist, ebenso wie für das Ressort Casting, Julia Beerhold.
  • Das Ressort Aus- und Weiterbildung mit dem Arbeitsbereich Schauspielschulen ist zuständig für die Schaffung von Angeboten für Mitglieder und für die Qualitätssicherung der am Markt bestehenden Angebote. Hauptverantwortliche ist SImone Wagner.

Die Justiziare[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BFFS wird von den Rechtsanwälten Bernhard F. Störkmann und Brien Dorenz in rechtlichen Belangen unterstützt.[13] Weiterhin sind sie erste Anlaufstelle für BFFS-Mitglieder in rechtlichen Fragen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BFFS: Über uns. Abgerufen am 17. April 2016
  2. casting-network.de: So! Das machen wir jetzt! Abgerufen am 17. April 2016
  3. Mediabiz: Schauspielergewerkschaft gegründet. Abgerufen am 17. April 2016
  4. BFFS: Die Sozialversicherungsträger haben entschieden. Nun ist unser Eckpunktepapier amtlich. Abgerufen am 17. April 2016
  5. BFFS: Arbeitslosengeld 1, die Erste. Abgerufen am 17. April 2016
  6. Tarifverhandlungen zur Erlösbeteiligung für Filmurheber und Schauspieler gehen in die zweite Runde. Abgerufen am 17. April 2016
  7. DWDL.de: "Ich bin preiswert": Protest gegen Fernsehpreis. Abgerufen am 17. April 2016
  8. FAZ: Die Bodentruppen greifen an. Abgerufen am 17. April 2016
  9. BFFS: Beteiligung am Erfolg. Abgerufen am 29. Dezember 2015
  10. Wir freuen uns über Freunde an unserer Seite. BFFS, 4. September 2014; abgerufen am 3. September 2010.
  11. Jobst Plog übernimmt Beirats-Position des BFFS. BFFS, 3. September 2010; abgerufen am 3. September 2010.
  12. BFFS: Regionen-Stammtische. Abgerufen am 17. April 2016
  13. BFFS: Rechtsberatung. Abgerufen am 17. April 2016